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Strahlende Kinderaugen an der Weihnachtskrippe

Kirche St. Hermann-Josef : Strahlende Kinderaugen an der Weihnachtskrippe

In strahlende Kinderaugen zu schauen und Erwachsene wahrzunehmen, die den besinnlichen Moment genießen, um einige Minuten Abstand vom Alltag zu nehmen ist für das Krippenbauteam auf der Liester jährlich Grund genug, mit viel Engagement Jahr die Krippe in St. Hermann-Josef aufzubauen.

Während im Dezember 1997 von Hans Wenn und Winfried Klütgens der Grundtyp des jetzigen Krippenstalls erstellt wurde, standen die ersten Figuren Maria, Josef und das Kind zuerst im rechten Altarteil auf dem Boden. Die Figuren haben Gelenke und können in den verschiedensten Darstellungen aufgebaut werden: Herbergssuche, Geburt Christi und Ankunft der Heiligen Drei Könige. 2011 kam der Esel dazu und 2012 der Ochse. Die Hauptfigur der Weihnachtskrippe ist das Jesuskind. Ein Säugling, der in einem ärmlichen Stall als Notunterkunft im Stroh einer Futterkrippe liegt. Von besonderer Bedeutung ist sein Name – Jesus.

Alle Übersetzungen, ob aus dem Lateinischen, Altgriechischen oder Hebräischen, führen zu der Aussage „Gott, der Herr, hilft“ und „Gott ist die Rettung“. Damit wird klar, dass dieses kleine Kind die schwere Last der Not der gesamten Menschheit auf seinen Schultern trägt und der „sehnsüchtig erwartete Retter der Menschen“ sein muss. Seine spärliche Bekleidung verdeutlicht seine Armut. Seine Mutter Maria verkörpert die Reinheit und Unverdorbenheit. Meist ist sie in kniender oder sitzender Körperhaltung neben der Krippe positioniert. Auffällig ist, dass Maria fast immer einen blauen Mantel trägt.

Blau gilt als himmlische Farbe und steht für den Glauben und die Treue, verbindet also das Himmlische mit dem Irdischen. Josef wird als Mann in fortgeschrittenem Alter dargestellt und steht aufrecht neben oder hinter seiner Familie, wobei er entweder eine leuchtende Laterne hält oder sich leicht gebeugt auf einen Stab stützt. Auf diese Weise symbolisiert er den Beschützer. Ochs und Esel gelten als sogenannte Lastentiere und sollen verdeutlichen, dass auch Jesus die Lasten seiner Mitmenschen übernahm. Die Hirten repräsentieren das einfache Volk. Unterstützt von Schäferhunden halten sie die Herde zusammen, sind verantwortungsbewusst und wachsam. Sie stehen für Aufbruch, da sie sich umgehend nach Erhalt der Botschaft auf den Weg nach Bethlehem machten. Die Lämmer sind Symbol für Wehrlosigkeit und unschuldiges Leiden.

Um die Heiligen Drei Könige ranken sich viele Geschichten und Legenden. Dabei sind weder ihre Namen noch ihre Herkunft, ihr gesellschaftlicher Stand, ihr Beruf oder ihre Anzahl bewiesen. Hier gilt nach wie vor das Matthäusevangelium als Grundlage, in dem weise Männer erwähnt werden, die Gold, Weihrauch und Myrrhe brachten. Alle drei werden als Könige, Magier, Weise, Astrologen oder Wissenschaftler gedeutet.

Josef Hohn, Kurt Leufgens, Helmut Nüsser und Norbert Schlepütz erhoffen sich durch die Betrachtung der Krippenszene, dass die Botschaft der Weihnachtszeit besser verstanden wird. Denn diese besagt, dass es keine größere Kraft als die Liebe gibt. Nur sie überwindet den Hass wie das Licht die Finsternis.

(mlo)