Stolrun startet am Sonntag

Zweiter Stolrun : Durch Matsch und Schlamm aus der Altstadt auf den Donnerberg

Der diesjährige Stolrun wartet mit zahlreichen Hindernissen auf Läufer. In familiärer Atmosphäre können sich die Teilnehmer gepflegt und gesellschaftlich akzeptiert in den Matsch werfen.

Je mehr Schlamm, desto besser. So kann man die mittlerweile in vielen Städten stattfindenden Hindernisläufe gut umschreiben. Wo sonst darf man sich gesellschaftlich akzeptiert im Matsch suhlen? Für Freunde dieses Vergnügens ist der Stolrun, der am Sonntag, 1. September, stattfindet, so etwas wie ein kleines Paradies. Es geht über Stock und Stein oder besser gesagt: über Gummireifen und Palettenstapel. Der Stolrun, der vergangenes Jahr erstmals stattfand und über 1000 Teilnehmer in die Stadt zog, ist das einzige Rennen seiner Art in der Städteregion Aachen.

Die nächsten Läufe sind der Fisherman’s Friend StrongmanRun in Köln und der MudMasters-Wettbewerb in Weeze am Niederrhein. Diese sind dann aber auch gleich eine ganze Nummer größer – ziehen aber zum Teil auch ein anderes Publikum an. Dass der Lauf in Stolberg angenommen wird, zeigen auch die Teilnehmerzahlen, die bereits vorliegen: 1100 Läufer haben sich für die Schlammschlacht mitten in der Stadt bereits angemeldet. Läufer können am Sonntag auch noch kurzfristig ein Ticket für den gepflegten Fall in den Matsch lösen. Für den Stolrun nehmen manche Teilnehmer auch noch weite Wege in Kauf: Aus Essen, Ingelheim am Rhein – das ist in der Nähe von Mainz – und sogar aus Berlin reisen Freunde des Hindernislauf an.

Die erste auf der Strecke wird Kerstin Meinhard sein. Sie darf bereits Freitag und Samstag ihre Runden drehen. Sie gehört zum Team der Testläufer, neben ihr laufen noch ihr Mann Rainer und ein Kollege der Freiwilligen Feuerwehr mit. Getestet werden die Hindernisse und die Strecke. Für Kerstin Meinhard gilt: „Matsch und Wasser machen am meisten Spaß.“

Auch für ungeübte Läufer sind Hindernisläufe wie der Stolrun eine feine Sache, denn: „Mitlaufen kann jede“, erklärt Meinhard. Die Hindernisse sorgen für Pausen, es gibt auch mal Warteschlagen.

Die Route der Strecke „Coppermen’s Hell“ führt über insgesamt sieben Kilometer und zwanzig Hindernisse. Foto: grafik

Meinhard selbst lief schon auf größeren Veranstaltungen in Köln und Nürnberg mit. Doch Stolberg sticht heraus: „Mir gefällt das Kleine, man läuft ja fast zuhause.“ Unter den Fans, die an der Strecke die Läufer anfeuern, seien immer Menschen, die man kennt. „Es ist familiärer als in der großen Stadt“, sagt sie. Das ist auch die Ansicht von Veranstalter Stefan Hanrath: Bei Großveranstaltungen gingen viel mehr Menschen gleichzeitig an den Start, in Stolberg sind es maximal 100 gleichzeitig. In der Warm-Up-Zone, die auch Meinhard im Gespräch explizit hervorhebt, wird es von einem DJ was auf die Ohren geben. „Da wird den Teilnehmern sieben Minuten eingeheizt“, erläutert Hanrath. Und dann geht es auf die Strecke. Kerstin Meinhard betont, dass es um den Spaß gehe und darum, gemeinsam die Hindernisse zu überwinden.

Insgesamt stehen drei verschiedene Strecken zur Auswahl: Die Kid’s Mile und die Family Round, die beide ungefähr zwei Kilometer lang und über mindestens sechs Hindernisse führen, sowie die „Hölle der Kupfermänner“ - Coppermen’s Hell. Letztere ist sieben Kilometer lang, führt über unzählige Treppenstufen aus der Altstadt bis auf den Donnerberg und enthält zwanzig Hindernisse. Start und Zielpunkt ist für alle drei Strecken der Kaiserplatz. Als erstes starten die Kleinsten auf der Kid’s Mile um 10.15 Uhr, um 10.30 Uhr startet dann das erste Teilnehmerfeld der Family Round und um 11 Uhr die ersten HöllenLäufer.

Schlussläufer ist wieder das Team um Kerstin Meinhard. Sie sammeln die letzten Teilnehmer ein – so muss auch keiner Angst haben, auf der Strecke zu bleiben.

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