Stolberg: Stolpersteine sollen an ermordete Juden erinnern

Stolberg : Stolpersteine sollen an ermordete Juden erinnern

Gut zwei Monate, nachdem die Grünen ihren Antrag zum Gedenken an jüdische Mitbürger zurückgezogen hatten, wird er nun wieder gestellt. Es geht um sogenannte Stolpersteine als Mahnmale zur Erinnerung an jüdische Mitbürger, die in der Nazidiktatur ermordet wurden. Am Dienstag soll der Hauptausschuss über die Stolpersteine entscheiden.

Die Grünen wollen, dass in der Altstadt zwischen Sonnenthalstraße und Burgstraße an die 19 jüdischen Bürger, die dort lebten und durch das Naziregime ermordet wurden, gedacht wird durch Stolpersteine, wie es sie bereits in vielen anderen deutschen Städten gibt. Es handelt sich dabei um quaderförmige Steine, die jeweils vor den Häusern in den Straßenbelag eingelassen werden, in denen einst die betroffenen Menschen gewohnt haben. Um die Erinnerung zu personalisieren, werden die Steine mit den Namen der Menschen versehen.

Zurückgezogen hatten die Grünen ihren Antrag im Februar, weil es unterschiedliche Ansichten zur Stolperstein-Initiative gibt. So lehnt Charlotte Knobloch, die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, diese Form des Gedenkens ab. Anders sieht das hingegen ihr Stellvertreter im Zentralrat, Salomon Korn, der als Befürworter der Initiative gilt.

Ausschlaggebend für die endgültige Entscheidung der Grünen pro Stolpersteine ist nun eine Stellungnahme der jüdische Gemeinde in Aachen. Die steht nämlich dem Projekt positiv gegenüber. „Unserer Meinung nach befinden sich die Gedenksteine nicht irgendwo an einem anonymen Ort, wie so viele Gedenksteine, sondern genau dort, wo die Menschen gelebt haben”, begründet Daniel Lemberg, Verwaltungsleiter der jüdischen Gemeinde. „Die Steine geben der großen Zahl der anonymen Opfer ihre Namen zurück.”

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