Stolberger VHS blickt auf das Jahr 2018 zurück

Stolberger Volkshochschule : Freies WLAN fehlt noch zum Glück

12.103 Unterrichtseinheiten, 4.369 Belegungen und 319 Veranstaltungen: Das ist die Bilanz der Stolberger Volkshochschule für das vergangenen Jahr – und damit übertrifft die Einrichtung die Landesvorgaben bei den Unterrichtseinheiten um mehr als das Dreifache.

Der Bericht der Volkshochschule für das Jahr 2018 und ein Ausblick auf das zweite Semester 2019 standen nun in der Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur, Sport und Tourismus (ASKST) auf der Tagesordnung.

Der Grund für die hohe Zahl an Unterrichtseinheiten: die Integrationskurse. Doch auch wenn die Integration einen wichtigen Schwerpunkt in der Arbeit der Volkshochschule bilde, seien auch in anderen Programmbereichen Akzente gesetzt worden. Im Rahmen es Stadtjubiläums sei die Veranstaltungsreihe im Theatersaal zu lokalhistorischen Themen auf breites Interesse gestoßen. Seit 2018 arbeitet zudem die Stolberger Demokratiewerkstatt von Volkshochschule und Nell-Breuning-Haus in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung, um die Beteiligung in dne Quartieren zu fördern. Zum ersten Mal wurde im vergangenen Jahr der „Tag des Kulturzentrums“ veranstaltet. An diesem Samstag, 29. Juni, findet das Fest erneut statt.

Finanziert wird die Volkshochschule übrigens zu 58 Prozent vom Bund, zu 18 Prozent vom Land, zu 15 Prozent von den Teilnehmern und zu 8 Prozent von der Kommune selbst. Im Vergleich zu 2017 (845.384 Euro) sind die Einnahmen im vergangenen Jahr gestiegen (866.792 Euro). Sie deckten sich mit den Ausgaben.

Und was steht in diesem Jahr an? Die Integrationskurse werden wohl auch in diesem Jahr ein ähnlich hohes Ausmaß erreichen wie in 2018. Dabei liegt der Schwerpunkt auf den Alphabetisierungskursen. Im Herbst wird das Kulturzentrum außerdem 30 Jahre alt. Das wird mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert. Neben dem „Tag des Kulturzentrums“ finden kostenlose, lokalhistorische VHS-Vorträge im Saal, eine besondere Lesung gemeinsam mit der Bücherei und zum ersten Mal auch ein Varieté-Abend im Theatersaal am 15. November statt.

Die Stolberger Demokratiewerkstatt wird bis Ende 2019 weiter geführt – optional bis Ende 2020. Im April stellte diese in einer großen Veranstaltung – Podiumsdiskussion mit den Bürgermeisterkandidaten inklusive – ihre Arbeit vor. Im Rahmen des Frühlingsfestes holte die Demokratiewerkstatt den Demokratiebus mit Wohl-o-Mat nach Stolberg und organisierte eine Politikerdiskussion zur Europwahl. Teilnehmer der Integrationskurse drehten zudem „Heimatvideos“ und knüpften so Kontakte mit Bewohnern von Seniorenheimen. Weitere Videos sollen folgen.

Ein wichtiges Stichwort wird für die VHS in diesem Jahr auch das Thema Digitalisierung sein. In einem großen Teil der Sprachkurse werden Smartboards eingesetzt, in den Bereichen Politik, Kreativität und Gesundheit gibt es zudem Online-Angebote. In etlichen Veranstaltungen geht es außerdem um den Erwerb digitaler Grundkompetenzen und eine kritische Auseinandersetzung mit Chancen und Risiken. Der Einstieg sei erfolgt, es stelle jedoch eine große Herausforderung dar, Konzepte für den Unterricht zu entwicklen, Dozenten und Mitarbeiter fortzubilden, die nötige technische Ausstattung zu beschaffen, Geschäftsmodelle zu entwickeln, neue Dozenten zu gewinnen und die Frage der Honorare für digitale (Zusatz-)Angebote zu klären. Grundlegende Voraussetzung werde die Einrichtung einer stabilen technischen Infrastruktur sein. Letztlich müsse im gesamten Kulturzentrum freies WLAN angeboten werden, heißt es in der Ausschussvorlage.

Der Theatersaal, der seit 2017 von der VHS verwaltet und betreut werde, sei mittlerweile so ausgestattet, dass die Nutzer das nötige professionelle Equipment vorfinden würden für verschiedene Veranstaltungsformate wie Theater, Kino, Lesungen, Vorträge oder auch Podiumsdiskussionen. Im kommenden Jahr stehe die Überarbeitung von Bühne und Bestuhlung an. Die VHS stellt in diesem Jahr zudem auf das Logo und Corporate Design des Deutschen Volkshochschulverbandes um. Die neue Homepage ist bereits umgestellt, der Umschlag des Programmheftes soll ebenfalls in dem neuen Design gestaltet werden.

Die Planung für das zweite Semester 2019 war ebenfalls ein Thema im Ausschuss. Geplant sind 6.319 Unterrichtseinheiten in den Bereichen Gesellschaft, Politik, Umwelt, Vorträge zu Verbraucherthemen, Deutsch, Integrationskurse und Fremdsprachen sowie ECV und berufliche Bildung, Kultur, Gestaltung, Gesundheit, Entspannung und Sport. Davon gehören 4.000 Unterrichtseinheiten zu den Integrationskursen. Darüber hinaus sollen 190 Veranstaltungen stattfinden und auch Exkursionen sind geplant – beispielsweise eine Besichtigung der Sternwarte in Aachen oder eine Wnaderung über die Dreiborner Hochfläche.

(se)
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