Stolberger CDU wählt neuen Vorstand: Jochen Emonds in Amt bestätigt

Mitgliederversammlung der CDU : Mit neuem Vorstand geht´s in den Wahlkampf

Ganz schön spät war es auf einmal geworden. Um kurz vor 23 Uhr entließ Jochen Emonds die Gäste, die in den Rittersaal der Burg gekommen waren in den Abend. Der Grund für die Zusammenkunft: Die Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbands.

Warum allerdings nicht nur etliche Mitglieder, sondern auch Bürger den Weg in den Rittersaal gefunden hatten? Und welche Themen ihnen auf dem Herzen lagen? Dazu später mehr. Jochen Emonds blickte in seiner Rede auf die bevorstehenden Ereignisse des Jahres. „2019 ist ein ganz besonderes Jahr, in dem wir über nicht weniger als über die Zukunft unserer Heimat entscheiden werden“, eröffnete Emonds seinen Bericht und ging nicht nur auf die Wichtigkeit der Europawahl ein, sondern natürlich auch auf die Bürgermeisterwahl in Stolberg, die ebenfalls am 26. Mai stattfindet.

Emonds warf jedoch nicht nur einen Blick in die Zukunft, sondern ging auch auf die Entwicklung der Kupferstadt in den vergangenen Jahren ein. Stolberg sei schon lange nicht mehr das Schlusslicht der Region. „Wir sind zu einem wichtigen Impulsgeber für die wirtschaftliche Entwicklung geworden, haben wie kaum eine andere Stadt große Erfolge beim Abbau der Arbeitslosigkeit erzielt, ziehen auswärtige Investoren an und investieren selbst wieder mit Nachdruck in unsere Zukunft, in unsere Bildungseirichtungen und in die städtische Infrastruktur“, so Emonds weiter.

Auch außerhalb der Stadtgrenzen bleibe nicht verborgen, dass der Zusammenhalt in Stolberg wachse, dass Stolberg in Bewegung geraten sei, „dass die Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement steigt und überall Menschen mit eigenen Ideen ihrem Umfeld neues Leben einhauchen“. Dieser Erfolg sei kein Zufall, sondern „das Ergebnis einer soliden, ehrlichen und kooperativen Politik, die mit unserer Amtsübernahme Einzug in Stolberg gehalten hat und es ist deswegen kein Wunder, dass Tim Grüttemeier mit Stolberg als Visitenkarte in der Tasche vor wenigen Monaten zum neuen Chef der Region gewählt wurde“, so Emonds. Klar sei aber auch, dass Grüttemeiers Fortgang eine große Lücke hinterlassen habe und deswegen gehe es darum, die Prinzipien der bisherigen Arbeit fortzuführen, weiterzuentwickeln und Stolbergs Aufschwung auf Dauer zu sichern. „Als CDU stellen wir uns als Partei für diese Aufgabe heute neu auf, wir wählen einen neuen Vorstand und starten in einen intensiven Wettbewerb um das Bürgermeisteramt“, sagte Jochen Emonds. Mit Andreas Dovern habe man einen Kandidaten, der „mit seiner langjährigen Verwaltungserfahrung fachlich ganz ohne Frage am besten geeignet ist und der in seiner bisherigen Tätigkeit bereits hinlänglich bewiesen hat, dass er Krisen lösen und schwierige Aufgaben bewältigen kann“.

Die kommenden Monate wolle man nun nutzen, um gemeinsam mit den Bürgern die Agenda an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen und um die Grundlagen für eine neue, bürgerfreundliche Politik zu entwerfen, die nicht bevormunde, sondern Engagement fördere, die Probleme nicht kaschiere, sondern löse und die „unsere Stadt seriös in eine bessere Zukunft führt“.

Auch Versammlungsleiter Axel Wirtz war sich sicher, dass die CDU mit Andreas Dovern einen Kandidaten gefunden habe, der von der Bevölkerung akzeptiert werde. Nach den Berichten von Kassierer Walter Wahlen und Kassenprüferin Edith Nolden wurde zunächst der Kassierer und dann der gesamte Vorstand entlastet. So schritten die Mitglieder zur Neuwahl und die Wahlkommission unter ihrem Vorsitzenden Fritz Thiermann hatte eine Menge zu tun. Die Zeit, in der die Stimmen ausgezählt wurden (Ergebnisse siehe Infobox), nutzte Hendrik Schmitz, Kreisvorsitzender der CDU Aachen-Land, und richtete ebenfalls ein Grußwort an die Anwesenden. Auch er verwies auf die Wichtigkeit der Europawahl. Man dürfe Europa nicht den Populisten überlassen, sondern brauche Europa, um den Frieden zu sichern. „Nun liegt es an uns zu zeigen, dass wir Europa wollen.“ Außerdem sicherte er Andreas Dovern Unterstützung während des Wahlkampfes zu. „Wir wollen, dass diese Erfolgsgeschichte der CDU in Stolberg weiter fortgeschrieben wird“, so Schmitz.

Vor der Mitgliederversammlung stand der Bürgerdialog Andreas Dovern auf dem Programm. Einige Stolberger waren in den Rittersaal gekommen, um dem 36-Jährigen mitzuteilen, was ihnen auf dem Herzen liegt und zu hören, welche Lösungsvorschläge er parat hat. Da ging es unter anderem um die Parksituation in der Ritzefeldstraße, um die Einführung der gelben Tonne, aber auch um die Investitionen in Schulen und Kitas oder die Zukunft von Shisha-Bars und Spielhallen. Zu Letzterem Punkt vertrat Dovern eine sehr deutlich Meinung. Weder Spielhallen, noch Shisha-Bars hätten in der Innenstadt etwas zu suchen. Schließlich würden diese auch Mitmenschen einladen, die für den einen oder anderen Bürger besorgniserregend scheinen würden. Zwar könne man Shisha-Bars nicht verbieten, allerdings könne man ihnen – beispielsweise mit regelmäßigen Kontrollen – das Leben schwer machen.

Auch auf die Neuregelung in der Notdienstpraxis am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler ging Dovern ein. Dies dürfe man sich von der Kassenärztlichen Vereiniung Nordrhein nicht gefallen lassen. In diesen Tagen will Dovern deshalb einen Brief an Dr. Lothar Nossek, Vorsitzender der KV-Kreisstelle Aachen, verfassen, der dazu Stellung nehmen soll. „Das sollten wir uns so nicht mehr bieten lassen“, war sich Dovern sicher.

(se)
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