Stolberg wird zur lebendigen Geisterstadt

Halloween in Stolberg : Stolberg wird zur lebendigen Geisterstadt

Die Schreie der Menschen waren allgegenwärtig, doch alle sind mit dem Schrecken davongekommen. In eine schaurig-schöne und äußerst lebendige Geisterstadt haben unzählige Monster, Zombies, Hexen und Gespenster Stolberg am Abend von Halloween verwandelt.

Am Kaiserplatz startete ein großer „Zombie-Walk“ bis in die Altstadt, wo an der Burg das „Castle of Horror“ des Jugendamtes und vor allem der Grusel-Parcours der Veytaler Ritterschaft die Massen anlockten. Das erneut von der Karnevalsgesellschaft Fidele Zunfthäre organisierte Halloween-Spektakel kam dabei diesmal mit Neuerungen daher.

Zum Beispiel auf dem Kaiserplatz, wo die City Starlights das Programm vor dem „Zombie-Walk“ gestalteten – diesmal nicht ebenerdig vor dem historischen Rathaus, sondern auf einem äußerst stattlichen Bühnen-Truck.

Eine eindeutige Verbesserung des Halloween-Abends, denn zur Freude des Publikums aus mehreren Generationen, war die interaktive Show des Kupferstädter Kulturvereins jetzt exzellent zu sehen und zu hören. Die City Starlights beschworen die alten Geister der 900-jährigen Stadt Stolberg, allen voran den Namensgeber und ersten Burgherren Reinardus von Stalburg.

Aber auch den ersten Bürgermeister der Kupferstadt, Konrad Esajas Michels (1815 – 1845), brachten die City Starlights auf die große Bühne, ebenso wie den Burg-Retter Moritz Kraus und den Geist der in Vergessenheit geratenen „Sophie Amalia von Maus und Bach“, die Stolberg unter anderem mit einem üblen Baustellen-Fluch belegt habe, welcher der Legende nach noch mindestens bis zu Kupferstädter Weihnachtstagen wirken soll.

Wahrlich fürchten musste sich am Kaiserplatz niemand, auch wenn die City Starlights Frank Zanders „Ururenkel von Frankenstein“ aufleben ließen. Hauptsächlich sorgte der Verein mit den Songs „Ghostbusters“ und Rocky Horrors „Time Warp“ und dazu passenden Tanzchoreografien für tolle Stimmung.

Der zweite Stolberger „Zombie-Walk“ zog nach den Shows mit zahlreichen Teilnehmern vom Kaiserplatz in die Altstadt, wo die nächste Neuerung sich bewährte. Der Grusel-Parcours der Veytaler Ritterschaft startete diesmal an der Bushaltestelle Vogelsang und schlängelte sich bis zum alten Friedhof und zur Burg hinauf. „Das ist schlichtweg dem großen Erfolg des Grusel-Parcours‘ geschuldet“, erklärte Robert Walz, Vorsitzender der Zunfthäre, die den Kupferstädter Halloween-Abend ins Leben gerufen haben.

In eine Geisterstadt haben unzählige Monster, Zombies, Hexen und Gespenster Stolberg verwandelt. Foto: Dirk Müller

„In den vergangenen Jahren haben die langen Warteschlangen unterhalb der Burg Teile der Altstadt-Gastronomie und das ,Castle of Horror‘ des Jugendamts im Burghaus blockiert. Deswegen ist der Grusel-Parcours umgezogen.“

Tatsächlich hat auch diese Neuerung sich in mehrfacher Hinsicht bewährt. Zwar ist der neue Startpunkt der großen Freiluft-Geisterbahn noch längst nicht allen Besuchern bewusst gewesen, aber auch noch drei Stunden nach Eröffnung des Parcours zog sich eine Warteschlange vom Vogelsang bis hinter den Alter Markt – und das, ohne die dem Halloween-Spektakel angeschlossene Gastronomie negativ zu beeinflussen.Besonders im von Jugendamt und Ehrenamtlern liebevoll hergerichteten „Castle of Horror“ machte es sich positiv bemerkbar, dass der Aufgang zum Burghaus diesmal nicht von der Warteschlange blockiert war.

Ein weiterer Effekt war, dass Stolberger wie auswärtige Gäste einen besonderen Ort in der Altstadt entdeckten, bei dem es sich lohnt, ihn auch im Hellen zu besuchen. In der Dunkelheit des Halloween-Abends indes war dieser Weg vom Vogelsang zur Burg hinauf wie geschaffen für den schaurigen Grusel-Parcours.

Der gewundene Pfad mit historischem Ambiente erwies sich als bestens geeignet und bot der Veytaler Ritterschaft reichlich Möglichkeiten, das Areal mit allerlei Grusel-Dekoration furchteinflößend zu gestalten. Und vor allem genügend stille Ecken und Winkel, in denen untote Ritter, Monster und finstere Kreaturen der Nacht den Besuchern des Grusel-Parcours auflauerten und ihnen gehörige Schrecken einjagten. Für zahlreiche Gäste war nach dem überstandenen Grusel-Pfad auf dem Faches-Thumesnil-Platz erst einmal tiefes Durchatmen angesagt. Enden musste der Halloween-Abend allerdings dort noch lange nicht, denn einerseits lockten die gut gefüllten Kneipen und Restaurants in der Altstadt, und auch der obere Burghof war wieder einen Besuch wert. Dort hatte die Veytaler Ritterschaft ihr großes wie uriges Lager aufgeschlagen, so dass beim Stolberger Halloween auch ein Abstecher ins Mittelalter möglich war, was viele Besucher sich nicht zweimal sagen ließen.

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