Stolberg: Stolberg stellt Elektrofahrzeuge in den Dienst

Stolberg : Stolberg stellt Elektrofahrzeuge in den Dienst

Auf Worte Taten folgen lassen möchte Stolberg einmal mehr bei Klimaschutz und Mobilität. Nach Beschluss eines umfangreichen Konzeptes zur Verbesserung der E-Mobilität durch Schaffung einer Ladeinfrastruktur plant die Stadt nun den Kauf von drei Elektroautos für den eigenen Fahrzeugpool.

Ein Renault Kangoo Z.E., der als 5-Sitzer und als Transportfahrzeug für die Hausmeister der Abteilung Hochbauamt genutzt werden kann, kann dank zur Verfügung stehender Haushaltsmittel noch in diesem Jahr geordert werden. Zwei e.GO Life 60 für allgemeine Dienstfahrten müssen per Anzahlung ohnehin bestellt werden und sollen Mitte nächsten Jahres eintreffen. Drei Pedelecs zur dienstlichen Nutzung stehen den städtischen Mitarbeitern bereits seit einem Jahr zur Verfügung.

Über die Beschaffung der Fahrzeuge befindet nächsten Mittwoch der Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt. Über die Bereitstellung zusätzlicher Mittel für die Beschaffung kostensparender Ladeboxen für die Tiefgarage des Rathauses und der beiden e.Go berät der Stadtrat am 10. Juli.

Für die Investition in die Fahrzeuge kann die Stadt mit einem 40-prozentigen Zuschuss, für die Ladesäulen und -boxen mit 80 Prozent vom Land rechnen. Damit verbleibt ein Eigenanteil von 46.400 Euro für die Fahrzeuge sowie für die drei intelligenten Ladeboxen in Höhe von 1200 Euro. Grundsätzlich eingesetzt werden soll übrigens zertifizierter Grünstrom.

Dem monetären Aspekt stehen ehrgeizige Ziele zum Klimaschutz vor Ort gegenüber. „Das Ziel ist es, die jährlichen Dienstfahrten mit privaten Pkw in Höhe von 200.000 Kilometer, die jährlich rund 43 Tonnen CO2 verursachen, soweit sinnvoll, möglich auf effektive und emissionsarme Elektrofahrzeuge zu verlagern“, erklärt Tobias Röhm. „Die Stadtverwaltung will ihrer Vorbildfunktion gerecht werden und die Nutzung von Elektromobilität aktiv gestalten“, so der Technische Beigeordnete weiter.

Er verweist dabei auf das von Klimaschutzmanager Georg Trocha betreute integrierte kommunale Klimaschutzkonzept, das einen besonderen Schwerpunkt auf Mobilität lege. Elektromobilität spiele in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle.

Mitarbeiter zu Mobilität befragt

Um der Vorbildfunktion gerecht zu werden und die Dienstmobilität effektiver und klimafreundlicher zu gestalten, nahm die Stadtverwaltung vor zwei Jahren am bundesweiten Modellprojekt „Mobil.Pro.Fit“ teil, um ein Mobilitätskonzept für die Mitarbeiter des Rathauses zu erarbeiten. „Die Auswertung der Fahrtenbücher hat die Notwendigkeit dieser Zielsetzung unterstrichen“, betont Röhm.

Eine daraufhin durchgeführte Mitarbeiterbefragung „mit einem guten Rücklauf von rund 45 Prozent“ habe wichtige Hinweise auf das Mobilitätsverhalten sowie auf die Akzeptanz von Alternativen ergeben, führt Röhm aus.

So legen den Arbeitsweg zwischen Wohnort und Rathaus circa 65 Prozent am häufigsten mit dem Pkw zurück. Das wird begründet mit etwa 27 Prozent kürzeren Fahrtzeiten und 17 Prozent aufgrund der auch dienstlichen Nutzung ihres Fahrzeuges. Aber Radfahren würden 40 Prozent der Autofahrer, wenn unter anderem Dienstwagen oder E-Bikes im Dienst vorhanden wären und es eine fahrradfreundliche Streckenführung gäbe. Und immerhin 70 Prozent der Mitarbeiter wären bereit, für Dienstgänge Dienstfahrzeuge oder Carsharing zu nutzen.

Als eine Konsequenz wurden im Mobilitätskonzept die Einbeziehung von Elektrofahrzeugen in den städtischen Fuhrpark, die Nutzung von Dienst-Pedelecs und die Verbesserung der Fahrradinfrastruktur zur schrittweisen Umsetzung aufgenommen.

Darüber hinaus wurden während der vergangenen zwei Jahre durch mehrere Abteilungen der Verwaltung unterschiedliche elektrische Fahrzeuge über mehrere Wochen hinweg einem Praxistest im Dienstalltag unterzogen.

Weitere Ladestationen

Zudem definierten die Ämter ihre Anforderungsprofile an Dienstfahrzeuge. „Aufbauend darauf wurden in den letzten Wochen die auf dem Markt verfügbaren Elektrofahrzeuge gesichtet und Angebote eingeholt“, so Röhm weiter. „Mittelfristig soll eine CO2-optimierte Dienstmobilität erreicht werden“, kündigt der Beigeordnete an, dass die Nutzung des eigenen Pkw damit zukünftig für den Großteil der Dienstfahrten nicht mehr zwingend notwendig sein wird.

Durch die Bereitstellung von Elektrofahrzeugen und Pedelecs im Dienst werde den Mitarbeitern — wie in der Umfrage angekündigt — die Möglichkeit eröffnet, auch den Weg zwischen Wohnort und Rathaus mit klimafreundlichen Fahrzeugen wie Fahrrad, Bus und Bahn zurückzulegen.

Auf dem Weg zu mehr Klimaschutz in Stolberg hatte der Ausschuss bereits im vergangenen Monat ein Konzept zum Ausbau der Ladeinfrastruktur beschlossen. Neben den bestehenden Ladestationen an der EWV-Verwaltung, am Parkhaus des Hauptbahnhofes sowie einer privat betriebenen im Kaufland-Parkhaus in Oberstolberg werden weitere acht neue Standorte für Säulen mit je zwei Steckdosen „An der Krone“ gegenüber der Einmündung Kortumstraße, am Mühlener Bahnhof, am Dienstleistungszentrum, auf dem Parkplatz Bergstraße, nahe dem Breiniger Bahnhof an der Mehrzweckhalle Stefanstraße sowie, in Abstimmung mit den unterschiedlichen Planungskonzepten für die P+R-Anlage Schneidmühle, den Büsbacher Markt und den Mausbacher Markusplatz vorgesehen.

Drei Standorte für Akku-Ladeschränke mit je vier Fächern, in denen auch Mobilfunkgeräte aufgeladen werden können, sieht das Konzept in seiner ersten Ausbaustufe vor: am Hauptbahnhof und am Rathaus sowie zwei Stationen am Museum Zinkhütter Hof.

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