Kommentar zu Umrüstung von Bussen: Stolberg schaut so weiter in die Röhre

Kommentar zu Umrüstung von Bussen : Stolberg schaut so weiter in die Röhre

Das ist sicherlich ein ehrenwerter Vorstoß des Stolberger Bürgermeisters, der Aseag bei der Umrüstung ihrer Busflotte hilfreich zur Seite stehen zu wollen. Allein die Stolberger werden wenig davon in ihrer Stadt spüren.

Von den 20 Buslinien im Stadtgebiet werden die wenigsten von der Aseag selbst gefahren. Das sind in der Regel nur Linien, die überwiegend durch oder nach Aachen führen: 12, 15, 22, 25, 35, 125 und 135. Und selbst auf diesen Routen sind zu Schwachlastzeiten die Busse der Subunternehmer eingesetzt, die in der Kupferstadt ohnehin den größten Teil aller Fahrten abwickeln. Auffällig unter den Privatfirmen ist ein Stolberger Unternehmen, das sichtlich bemüht ist, seine Busflotte auf den aktuellen Stand zu bringen. Eine andere Firma scheint dagegen mit Oldtimern unterwegs zu sein.

Das schmälert den Komfort der Fahrgäste und schadet der Umwelt. Stolberger Buskunden merken sofort, wo und mit wem sie unterwegs sind: auf dem bescheidenen Land oder in der prosperierenden Stadt. In Aachen kommen die Aseag-Kunden stets in den Genuss der letzten Neuerung. Eine solche fährt frühestens dann in Stolberg, wenn die Aseag sie abgeschrieben hat und an ihre Subs verkauft.

Wenn denn, „die Verminderung von Emissionen und die Verbesserung der Luftqualität zentrale Themen für Stolberg und insbesondere in der Innenstadt sind“, wie Patrick Haas formuliert, dann müsste der Bürgermeister dafür sorgen, dass entweder die Aseag ihre modernen Fahrzeuge auch in dieser Kupferstadt einsetzt oder die eben Stolberger Privatunternehmer in die Lage versetzen, ihre Busflotte mit den neuesten Elektro-, Gas- oder Wasserstofffahrzeugen auszustatten. Erst dann kommt der Klimaschutz auch in Stolberg an.

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