Stolberg-Kalender 2019 der Kupferstädter Gesamtschule

Auf den Spuren des Pop-Art-Künstlers : Als wäre James Rizzi persönlich in Stolberg gewesen

Ein neues Jahr, ein neuer Kalender, ein neues Thema, ein neues Design: Die Kupferstädter Gesamtschule mit Sitz an der Breslauer Straße hat auch für 2019 einen eigenen Kalender herausgegeben und gestaltet.

Damit setzt die Gesamtschule, die zum neuen Schuljahr den zweiten Standort in Mausbach mit dem Jahrgang 5 in Betrieb nimmt, nunmehr zum zweiten Mal die Tradition fort, die an der Ecke von Kogelshäuser- und Breslauer Straße von der Lehrerin Claudia Titz mit ihren Schülern zunächst in der Hauptschule begründet und dann in der Sekundar- sowie Gesamtschule fortgeführt wurde. Für das Jahr 2009 erschieb der erste Kalender und somit kann auf ein weiteres kleines Jubiläum im großen Stolberger Jubiläumsjahr geblickt werden.

Diesmal haben sich Schülerinnen und Schüler der Klasse 7b im Schuljahr 2017/18 gemeinsam mit Titz und Heike Rotkowski den amerikanischen Künstler James Rizzi (1950 - 2011) als Vorbild für ihre eigenen Arbeiten ausgesucht. Und mit dieser Wahl ist bereits eines klar: Der Kalender ist bunt, ausgesprochen bunt.

James Rizzi gilt als ein führender Vertreter der Pop-Art. Die Bilder sind meist von kindlich-naiver Einfachheit und in sehr bunten Farben gehalten. Vor allem aber strahlen sie eine Fröhlichkeit, urbane Lebensfreude und Optimismus aus, die ihresgleichen sucht. Die Fachpresse würdigte Rizzi mit der nicht minder markanten Bezeichnung „Urban Primitive Artist“, da er vor allem Szenen aus einem meist tristen Stadtbild in einen wahren Farbrausch verwandelte. Aber auch Flugzeuge, Autos, Porzellan oder Briefmarken durfte Rizzi gestalten. Mehr als stolz war vor sechs Jahren der Dürener Landrat Wolfgang Spelthahn, in der auf der Burg Hengebach ansässigen Kunstakademie Heimbach eine Rizzi-Ausstellung eröffnen zu können. Und in Stolberg darf die Breiniger Galerie von Ludwig Pitz Rizzis Werke präsentieren und verkaufen. 2016 stand dort der Künstler in einer Sonderausstellung im Mittelpunkt.

Und damit besteht ein klarer Bezug zu Stolberg für die Kupferstädter Gesamtschule. In Anlehnung an James Rizzi sind bunte Farben, fröhliche Gesichter, Sonne, Mond und Vögel in den Motiven zu finden, die auf selbst fotografierte Bilder Stolberger Gebäude basieren. Es ist ausgesprochen spannend, was die jungen Künstler aus den Szenen der Kupferstadt gemacht haben.

Dabei ist es bereits ein Markenzeichen des Stolberg-Kalenders, dass er viel mehr bietet als „nur“ Bilder aus Schülerhand. Jedes einzelne Werk ist mit einer markanten Beschreibung, Kommentierung und Würdigung des Objektes versehen. Hinzu kommt das monatliche Kalendarium mit Platz zum Eintrag der wichtiges Termine jeden Tages sowie der Datierung aller relevanten Feiertage der großen Religionen. Und zum guten Schluss folgt noch eine Jahresübersicht über die 365 Tage des Jahres 2019.

Kurzum verbindet der im Eigenverlag erstellte und selbst gebundene Stolberg-Kalender Kunst und Service und empfiehlt sich als schönes wie sinnvolles Geschenk zu Festtagen und Jahreswechsel. Und er bietet eine kleine Nachhilfe in Heimatkunde – zur Auffrischung der Erinnerung, zur Integration, zur Orientierung oder einfach zur Freude.

So besticht das Ökumenische Gemeindezentrum Frankental auf dem Deckblatt durch klare Konturen und sein freundliches Umfeld. Eine ehemalige Brennerei an der Eschweilerstraße, typische Rückfronten am Vichtbach, Agnesheim, Kulturzentrum, ZInkhütter Hof, Hallenbad, Kupferhof Rosent, Rathaus, Krankenhaus, Gebäudeensemble an Schellerweg, Eschweiler-, Steinfeld- und Hermann-Ritter-Straße sind einerseits durchaus bekannte Motive, die aber völlig neu interpretiert sind und die man auch für sich selbst neu entdecken kann so als wäre es James Rizzi persönlich gewesen, der die Kupferstadt in Szene gesetzt hätte.

Die Stolberg-Kalender im Format DIN A4 und A3 können über die Stolberger Bücherstube am Rathaus bezogen werden.

(-jül-)
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