Stolberg hat einen neuen Karnevalsprinzen

Stolbergs neuer Karnevalsprinz : Der einzigartige Einzug vom jecken Ecki

Die designierte Stolberger Tollität Eckhard Braun macht Furore bei der Prinzenvorstellung des Komitees. Patrick I. (Haas) verabschiedet sich stimmungsvoll.

Eines sei vorausgeschickt: Die Art und Weise, wie der designierte Stolberger Karnevalsprinz „Ecki“ Eckhardt Braun den Saal des Jugendheims Münsterbusch erobert hat, war furios und bisher absolut einzigartig. Und die vom Karnevalskomitee ausgerichtete Vorstellung des neuen närrischen Regenten folgte dabei einer ausgeklügelten wie stimmungsvollen Dramaturgie. In Lederjacken und Hotpants rockten zunächst die „Community Dancers“ die Bühne, wobei die Showtanzgruppe von Mitgliedern der Tanzgarde der Ersten Großen KG verstärkt wurde.

Dann kam der künftige Hofstaat von Ecki hinzu, und zu Rocksongs wie „Highway to Hell“, „Born to be wild“ und „Summer of '69“ verwandelten die Akteure das Münsterbuscher Jugendheim in ein Tollhaus. Das noch jecker wurde, als Ecki eben nicht einmarschierte – Braun, zu dessen Hobbies das Sammeln und Restaurieren historischer Kleinkrafträder zählt, rollte knatternd auf einer „NSU Quickly“ durch den Saal. Vor der Bühne stieg er ab, zog seinen Ledermantel aus, und aus dem „Rocker Ecki“ wurde die designierte Tollität. Mit seinem Hofstaat heizte Eckhard Braun den zahlreichen Gästen tüchtig ein, und die Narren im Saal ließen sich „Steh auf, mach laut!“ nicht zweimal sagen.

In seiner Vorstellungsrede dankte Ecki seinem Hofstaat, den Prinzenfahrern, der Tanztrainerin Tina Bungenberg und vor allem seiner Familie: „Ohne eure Unterstützung könnte diese ganze Geschichte gar nicht stattfinden“, sagte Ecki aufrichtig. Bürgermeister Tim Grüttemeier wünschte Ecki und allen Jecken eine tolle Session, „versprach“ aber zugleich eine „spannende Schlüsselübergabe“ am Fettdonnerstag. So hervorragend der neue Prinz und sein Hofstaat sich für die fünfte Jahreszeit empfohlen haben, so eindrucksvoll war der Abschied des scheidenden Prinzen.

Mit seinem Hofstaat gibt Eckhard Braun eine erste Kostprobe davon, wie viel Stimmung die Jecken in der Session 2019 erwarten dürfen. Foto: Dirk Müller

Patrick I. (Haas) dankte seinem Hofstaat, den er mit auf die Bühne gebracht hatte, seinem Prinzenadjutanten Reiner Hewing sowie der Prinzengarde der Ersten Großen für die vergangene Session und besonders allen Narren und Karnevalsgesellschaften: „Ich bin überall so herzlich empfangen worden, und genau das wünsche ich jetzt Ecki von ganzem Herzen“, betonte Patrick I. und wurde noch einmal vom Publikum gefeiert – und auch vehement gefordert, so dass der noch-Prinz und seine Mannen es einmal mehr krachen ließen und mit ihrem Medley den Saal zum Überkochen brachten.

Die Session mit Patrick I. war großartig, und es deutet sich an, dass nahtlos auch die jecke Regentschaft von Ecki I. grandios wird. Und überhaupt verspricht die fünfte Jahreszeit in der Kupferstadt sehr ansprechend zu werden, wie das Programm der Prinzenvorstellung beeindruckend bewies. Der kommissarische Präsident des Stolberger Karnevalskomitees, Michael Bartz, moderierte die gelungene Veranstaltung souverän und präsentierte zahlreiche attraktive Programmpunkte, die als fantastische Aushängeschilder für den Kupferstädter Karneval gelten können.

Der scheidende Prinz Patrick I. (Haas) bringt mit seinen Mannen den Saal ein letztes Mal zum Überkochen. Foto: Dirk Müller

Wie etwa die Trompetenbläser Donnerberg und die KG Mönsterböscher Jonge, die vielfach aktiv war. Die Münsterbuscher Gesellschaft brachte nicht nur ihre Jugendmarie Ann-Kathrin Kinkel auf die Bühne. Vom Tanzpaar der Mönsterböscher Jonge war Yannik Leuchter zwar unifomiert anwesend, aber verletzungsbedingt nicht einsatzbereit, so dass seine Partnerin Michelle Drescher solo tanzte. Außerdem hatte die KG wieder die Bewirtung der Gäste im Jugendheim übernommen. So konnte das Publikum erst den sehenswerten Showtanz der „Hexen“ der Mönsterböscher Jonge bewundern und wurde anschließend von den Tänzerinnen freundlich mit Getränken versorgt.

Zu den weiteren Highlights des Abends zählten der in Stolberg einzigartige Garde-Showtanz der KG Fidele Zunfthäre, der Mariechentanz von Eva Schulz der Ersten Großen KG sowie der Showtanz der Donnerberger KG De Wenkbülle. Mit mehreren tollen Auftritten trug zudem die Gressenicher KG Fidele Bessemskriemer zu der Prinzenvorstellung bei. Präsident Kevin Gussen hatte zur Freude des Publikums Kindermarie Emily Kuckhoff, die Jugendtanzgarde der Bessemskriemer, Mariechen Natalie Lück und die Showtanzgruppe Gressenich mitgebracht.

Alle Stolberger Programmpunkte wurden zurecht mit tosendem Applaus bedacht, schließlich zeigten die Darbietungen in einem repräsentativen Querschnitt auf, wie viel der Kupferstädter Karneval zu bieten hat. Für den Übergang zur After-Show-Party hatte das Karnevalskomitee ebenfalls mit sicherer Hand die richtige Wahl getroffen: Die Band „Echte Fründe“ aus Düren machte tüchtig Stimmung und begeisterte die Gäste mit Können, Spielfreude und einem Repertoire, das sehr gut ankam.

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