Stolberg: Stolberg 2020: Sagen Sie uns, was für Sie wichtig ist!

Stolberg: Stolberg 2020: Sagen Sie uns, was für Sie wichtig ist!

Der 25. Mai ist auch für die Stadt Stolberg ein besonderer Tag. Wichtige Weichen für die kommenden Jahre werden gestellt: Die Wähler können ihr Kreuz bei der Europawahl und der Wahl des Städteregionsrates machen. Und sie können die Politik in Stolberg mitbestimmen, indem sie die künftigen Mitglieder des Stadtrates und den Bürgermeister wählen.

Die Entscheidung der Wähler über die Zusammensetzung des Stolberger Kommunalparlamentes hat diesmal besonderes Gewicht. Denn ausnahmsweise geht es um eine Amtsperiode von sechs Jahren. Die schwarz-gelbe Landesregierung hatte die Amtszeit des Bürgermeisters 2007 um ein Jahr verlängert. Während die Kommunalparlamente weiter fünf Jahre lang die Geschicke der Städte und Gemeinden bestimmen, blieb der Bürgermeister sechs Jahre an der Spitze der Verwaltung. So sollte das Bürgermeisteramt aufgewertet werden.

Diesen Schritt macht die aktuelle Landesregierung rückgängig. Ab 2020 soll die Wahl von Rat und Bürgermeister gemeinsam wieder für fünf Jahre stattfinden. Um die Amtszeiten von Parlamenten und Bürgermeistern wieder zusammen zu führen, dauert die kommende Legislaturperiode sechs Jahre, bis 2020.

Natürlich wird die Redaktion die Zeit bis zum 25. Mai dazu nutzen, ihre Leser ausführlich zu informieren: über die Programme der Parteien, die Ziele der Politiker, über Aktionen vor der Wahl und, und, und. Wichtig ist uns aber vor allem, was Sie sich in den kommenden sechs Jahren von der Politik in Stolberg versprechen. Welche Probleme müssen von den Politikern und den Rathausbediensteten angegangen werden? Was muss in dieser Stadt verbessert werden? Hier einige Themen, die Stolberg in den nächsten Jahren beschäftigen werden:

Wer heute durch die Fußgängerzone Steinweg schlendert, kommt an zahlreichen leeren Schaufenstern vorbei. Immer mehr Läden im Herzen der City stehen leer. Die Inhaber haben aufgegeben. Wenn das Kaufhaus Victor zum Jahresende schließt, büßt der Steinweg noch einmal an Attraktivität ein. Was soll dann aus der Fußgängerzone werden? Sollen die Läden zu Wohnungen umgebaut werden? Für Senioren oder Studenten? Soll der Steinweg auf Dauer wieder von Pkw befahrbar sein?

Die Tangente Rathausstraße und Salmstraße quer durch die Stadt hat den Charme der 50er Jahre. Die Fahrbahn ist fast so breit wie eine Autobahn, für Fußgänger bleibt kaum Platz. Und auch nicht für eine attraktive Atmosphäre mit Straßencafés, Parks und Blumenbeeten. Das soll sich bald ändern. Eine erste Testphase ist bereits angelaufen. Die Markierungen auf der Straße zeigen, wie es hier künftig aussehen könnte. Nur noch normal breite Fahrspuren, mehr Parkplätze und vor allem mehr Grün und mehr Aufenthaltsqualität für Fußgänger. Die Probephase dauert bis zum Herbst. Vorher gibt es keine Zuschüsse für den Umbau der Straßen. Bis dahin ist also noch genügend Zeit, die eine oder andere Veränderung auszuprobieren. Die Verantwortlichen im Rathaus nehmen Anregungen der Bürger gerne entgegen.

Die Friedhöfe Stolbergs sind überdimensioniert. Grund ist unter anderem der Trend zu Urnengräbern, die viel weniger Platz benötigen. Oder die Asche der Verstorbenen wird verstreut. Ein Grab für den Sarg ist überflüssig. Die Friedhöfe müssen entsprechend verkleinert werden. Was geschieht mit dem gewonnenen Raum?

Die Stadt Stolberg verteilt sich über ein großes Gebiet mit Hügeln. Was auf den ersten Blick malerisch wirkt, ist ein großes Problem für Internetnutzer. Etliche Ortsteile sind nicht an das schnelle Glasfaserkabel angeschlossen und per Funk nur schlecht zu erreichen. Will die Stadt im Zeitalter der Internetkommunikation nicht völlig abgehängt werden, muss sie auf diesem Gebiet viel investieren.

Der Sportplatz Dörenberg gilt als Musterbeispiel, das Sportzentrum Breinig wohl bald auch. Gute Chancen gibt es zudem, durch eine Vermarktung des Sportgeländes auf der Rotsch Mittel für einen Um- und Ausbau des Stadions Glashütter Weiher zu gewinnen. Doch damit sind längst noch nicht alle Probleme gelöst. Was geschieht beispielsweise auf dem Donnerberg? Wird am Kranensterz das Projekt „Pro Grün“ verwirklicht werden können. Und was kommt auf die Vereine insgesamt zu, wenn im nächsten Jahr die Nutzungsverträge für die Sportplätze auslaufen werden?