Stolberg: Steinbruch wird zum Naherholungsgebiet

Stolberg : Steinbruch wird zum Naherholungsgebiet

Die Geschichte des Steinbruchs „Gehlens Kull“ an der Bergstraße, in der Nähe der Burg, beginnt bereits Anfang des 18. Jahrhunderts mit dem Abbau und Brennen von Kalk durch die Firma Gehlen. Der Steinbruch diente zum einen zur Reparatur der Burg, zum anderen wurden die Stolberger mit Steinen versorgt, um Häuser bauen zu können. Somit repräsentiert „Gehlens Kull“ einen wichtigen Teil der Stolberger Zeitgeschichte.

Nachdem der Steinbruch zugeschüttet wurde, begannen Rekultivierungs- und Schutzmaßnahmen zur Erhaltung dieses Gebietes. Nach Entstehung eines künstlichen Sees um 1970, häuften sich jedoch Vorfälle von Verschmutzung und Vandalismus. Resultat war die Zerstörung der Untergrundfolie des Sees, so dass das Wasser versickerte und der Wasserspiegel um 1,5 Meter absank.

Der Anwohner Walter Meuthen realisierte schon vor 20 Jahren, zusammen mit einer Gruppe von Kindern, ein Projekt zur Sauberhaltung des Steinbruchs. Das Projekt bekam den Namen „Die Kleinen Strolche“. Heute noch besuchen ehemalige „Strolche“ dieses Naturschutzgebiet und erzählen wiederum ihren Kindern die Geschichte ihres Steinbruchs, berichtete Meuthen.

Durch die Initiative, die Meuthen ergriff, konnte in diesem Jahr ein Treffen mit dem Bürgermeister organisiert werden, welcher nach einem Rundgang das Potenzial des ehemaligen Steinbruchs als Naherholungsgebiet erkannte und finanzielle Unterstützung für Umbau- und Erneuerungsmaßnahmen zusicherte. Ein Arbeitsplan wurde schnell erstellt und schon nach drei Monaten herrschte nahezu perfekte Sauberkeit.

Laut Meuthen haben „die Männer der Stadt Stolberg fantastische Arbeit geleistet“. Heute ist das Naturschutzgebiet ein idyllischer Erholungsort für Groß und Klein mit seltener Flora und Fauna, die zum Verweilen einlädt. Zu finden ist ein kleiner Zoo, wenn man die Augen aufhält, in dem man unter anderem Schildkröten, Eidechsen und einzigartige Vogelarten, wie den Eisvogel entdecken kann, aber auch ein kleiner botanischer Garten mit Seerosen, Teich-Schachtelhalm, Igelkolben und Froschlöffel.

Zusätzlichen locken Sonnenplätze mit einem herrlichen Blick über Stolberg. Dank zahlreicher Maßnahmen ist der ehemalige Steinbruch zu einem schönen Naturschutz- und Naherholungsgebiet inmitten von Stolberg geworden. Um dieses auch in Zukunft erhalten zu können, sei es Meuthen ein Herzenswunsch, dass sich die Besucher des Biotops ruhig verhalten und nichts verschmutzen. Wegen seiner Lage ganz in der Nähe des Ritzefeld-Gymnasiums ist der Steinbruch für Lehrer und Schüler ein beliebter außerschulischer Lernort und darüber hinaus auch ein tolles Gelände zum Picknicken, Spielen, Sonnen, Brombeeren pflücken oder einfach zum Chillen... Schön, dass es ihn gibt, finde.

„Wir finden, dass Walter Meuthen große Anerkennung verdient, weil er sich seit mehr als zwanzig Jahren um die Erhaltung dieses besonderen Biotops verdient gemacht hat“, sagen die einige Schüler des Ritzefeld-Gymnasiums, die auch diesen Artikel verfassten und recherchierten. Mit dabei waren Sina Böhle, Isabell Junker, Julia Haller und Julia Dohlen (Schülerinnen des Leistungskurses Biologie der Jahrgangsstufe 12 des Ritzefeld-Gymnasiums).

Mehr von Aachener Nachrichten