Städteregion will Förderschule in Eicherscheid stärken

Förderschule Nordeifel erhält ihre Einzugsbereiche zurück : Die Zeit der langen Wege soll bald wieder vorbei sein

Bis zum Sommer 2023 hat die Förderschule Nordeifel Zeit, die gesetzliche Mindestschülerzahl von 112 zu erreichen. Unterstützt wird sie dabei von der Städteregion, die ihr bereits finanzielle Hilfe zugesagt hat und die Einrichtung in Eicherscheid nun mit der Rückkehr zu den alten Schuleinzugsbereichen weiter stärken will.

Die Zeiten ändern sich, und das ist für die Förderschule Nordeifel diesmal keine schlechte Nachricht. Nachdem vor vier Jahren in Düsseldorf der Beschluss gefasst worden war, dass die Einrichtung wegen zu geringer Schülerzahlen auslaufen und zum Ende des Schuljahres 2017/18 geschlossen werden sollte, folgte mit der neuen schwarz-grünen Landesregierung im Juli 2017 die Kehrtwende: Seitdem gilt für die Förderschule in Eicherscheid Bestandsschutz – zumindest bis 2023. Knapp vier Jahre bleiben also noch, um die notwendige Schülerzahl (112) für eine dauerhafte Fortführung des Betriebs zu erreichen. Die Unterstützung der Städteregion ist der Schulleitung dabei gewiss.

Vor den Sommerferien hat der Städteregionstag eine mittelfristige finanzielle Unterstützung sichergestellt: 90.000 Euro für das laufende Jahr sowie jeweils 108.000 Euro für 2020 und 2021 sind bereits beschlossene Sache, um frühzeitig Planungssicherheit zu schaffen. Jetzt soll auch im organisatorischen Bereich eine wichtige Weichenstellung vollzogen werden: Der Schuleinzugsbereich für den Förderschwerpunkt „Sprache“, der 2016 in Erwartung der baldigen Schließung in der Eifel der Erich-Kästner-Schule in Eschweiler zugeordnet worden war, soll wieder seinen alten Zuschnitt erhalten.

Nach Ansicht der Verwaltung könnten damit gleich drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Die Förderschule Nordeifel würde durch zusätzliche Schüler gestärkt, den aktuell sechs Schülern aus Monschau, Simmerath und Roetgen, die in Eschweiler zur Schule gehen (müssen), würde die weite Fahrt nach Eschweiler (spätestens ab dem Beginn des nächsten Schuljahrs) erspart, und die Städteregion müsste für diese Fahrten kein Geld mehr aufbringen – immerhin geht es um jährlich 40.000 Euro.

Im städteregionalen Schulausschuss ist der Vorschlag der Verwaltung auf breite Zustimmung gestoßen. Lediglich Michael Sahm von den Piraten äußerste grundsätzliche Bedenken, eine Förderschule, die geschlossen werden sollte, jetzt wieder zu stärken, und stimmte dagegen. Die übrigen Mitglieder schlossen sich der Einschätzung von Wolfgang Königs (CDU) an: „Wir wollen die Förderschule Nordeifel unterstützen. Dieser Beschluss, der im Übrigen mit der Erich-Kästner-Schule abgestimmt wurde, ist somit eine logische Konsequenz.“ Das letzte Wort hat der Städteregionstag, der am 10. Oktober zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommt.

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