Städteregion investiert sieben Millionen Euro in ihre Schulen

Der digitale Fortschritt hat seinen Preis : Schnelles Internet und uneingeschränktes Wlan bis Mitte 2021

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Man kann sicherlich darüber diskutieren, ob dieses Sprichwort im vorliegenden Fall uneingeschränkt passt. Fakt ist aber, dass die Städteregion zunächst einmal viel Geld, Zeit und auch Arbeit investieren muss, ehe die Schüler und Lehrer der von ihr betriebenen 19 Bildungseinrichtungen in den Genuss einer zeitgemäßen digitalen Infrastruktur kommen werden. Immerhin wird das Thema jetzt angegangen. Schnelles Internet und uneingeschränktes Wlan soll es nach den Plänen der Verwaltung bis Mitte 2021 überall geben. Das kostet rund sieben Millionen Euro.

Allerdings wird der Weg in die Zukunft(sfähigkeit) in zwei Schritten zurückgelegt.Die zehn Schulen an elf Standorten im Altkreis werden demnach die Nase vorne haben und im Herbst 2020 am Ziel sein. Für die neun Immobilien in Aachen hingegen, die zwar von der Städteregion genutzt, aber von der Stadt bewirtschaftet werden, gibt es nach Aussage des städteregionalen Pressesprechers Detlef Funken noch Gesprächsbedarf zwischen den beteiligten Fachämtern – und deshalb einen Vorbereitungsrückstand von etwa einem Jahr.

In der Summe stehen rund sieben Millionen Euro zur Verfügung – vier Millionen aus dem NRW-Förderprogramm „Gute Schule 2020“ und weitere drei Millionen, die der Bund im Rahmen des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes zuschießt. 3,1 Millionen Euro werden nach den Berechnungen eines externen Ingenieurbüros im Altkreis fällig. Flächendeckendes Wlan, eine Leistung von mindestens zehn Gigabit pro Sekunde in den Hauptleitungen, Netz- und Stromsteckdosen an allen Computerarbeitsplätzen sowie für ein Whiteboard in jedem Klassenraum stehen unter anderem in dem Anforderungskatalog. Dessen Umsetzung soll sicherstellen, dass es „für die nächsten zehn Jahre ein leistungsstarkes System“ geben wird und alle Schulgebäude „digital zukunftssicher“ gemacht werden, wie die beiden städteregionalen Dezernenten Markus Terodde (Bildung) und Stefan Jücker (Bauen) in ihrer gemeinsamen Vorlage für die Politik feststellen.

Die Modernisierungen haben allerdings ihren Preis – nicht nur, was die Ausgaben angeht. Denn schon jetzt, rund acht Monate vor dem für den 1. Juli 2019 angepeilten Baubeginn, kündigt die Verwaltung an, dass es „zu starken Beeinträchtigungen des normalen Schulbetriebs“ kommen wird. Eine Umsetzung alleine in den Ferien sei nicht möglich. Immerhin sollen die Baufirmen aber dazu angehalten werden, in Prüfungszeiten oder bei anderen wichtigen schulischen Veranstaltungen „lärmintensive Maßnahmen“ zu vermeiden.

Sollte am Ende aller Arbeiten noch Geld aus dem Sieben-Millionen-Euro-Topf übrig sein, will die Städteregion dieses in Geräte investieren. Auch hier gibt es einen nicht unerheblichen (Nachhol-) Bedarf. Beamer, Whiteboards und Tablets sind zwar im Vormarsch, zählen aber auch in den Schulen der Städteregion längst noch nicht zum flächendeckenden Standard. Anschaffungen sind allerdings an eine entsprechende Argumentation in den Medienentwicklungskonzepten gekoppelt. Hier sind nicht Politik und Verwaltung, sondern die Schulleitungen gefordert.