Industriemuseum: Städteregion gibt mehr Geld und will mehr Einfluss im Zinkhütter Hof

Industriemuseum : Städteregion gibt mehr Geld und will mehr Einfluss im Zinkhütter Hof

Bis jetzt bewegt sich die Städteregion auf dem geschätzten durchschnittlichen Beitragsniveau eines Tennisvereins: 250 Euro zahlt sie als Mitglied beim Förderverein des Zinkhütter Hofs.

Doch weil sich das Stolberger Industriemuseum in den vergangenen Jahren als touristischer Anziehungspunkt rasant weiterentwickelt hat und mittlerweile auch zu den attraktivsten außerschulischen Lernorten zählt, will sich die Städteregion zukünftig verstärkt einbringen — mit mehr Geld, aber auch mit mehr Einfluss.

Am Mittwoch präsentiert die Verwaltung ihre Vorstellungen dem zuständigen Ausschuss für Wirtschaft, Wissenschaft und Beteiligungen. Der Kernpunkt wird danach zur Abstimmung gestellt: Die Städteregion soll ihren Beitrag um das 200-fache anheben und ab 2019 jährlich 50.000 Euro an den Förderverein überweisen.

Allerdings wird dieser Vorschlag an zwei wesentliche Bedingungen geknüpft: Zum einen beansprucht die Städteregion im Gegenzug einen ständigen Sitz im Vorstand des Vereins und damit ein erheblich größeres Mitspracherecht im Vergleich zum aktuellen Status als einfaches Mitglied. Die Verwaltung spricht in ihrer Vorlage von einer „Verbesserung der Steuerungs- und Einflussmöglichkeiten“. Zum anderen soll der Förderverein dazu verpflichtet werden, fortan jährlich einen Wirtschaftsplan sowie einen geprüften Jahresabschluss vorzulegen.

Kooperation mit dem Energeticon

Hintergrund des Plans ist die erklärte Absicht der Städteregion, die Industrie- und Sozialgeschichte der Region in einen städteregionalen Kontext zu stellen. Ein erster wesentlicher Schritt in diese Richtung wurde im Mai mit dem Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit dem Energeticon in Alsdorf gemacht. Dieses erhält für das laufende Jahr einen Zuschuss von 30.000 Euro, der ab 2019 nochmals um 20.000 Euro aufgestockt werden soll. Außerdem hat zum 1. September mit Thomas König ein prominenter städteregionaler Vertreter — bis Ende August Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Europa und jetzt nach Alsdorf abgeordnet — die Geschäftsführung übernommen.

Mit dem Ausbau des Engagements in Stolberg soll nunmehr auch die angestrebte „stärkere Verzahnung der Angebote“ beider Einrichtungen schrittweise realisiert werden. Was das inhaltlich konkret bedeuten wird, ist allerdings bis dato noch nicht klar. Größter Geldgeber des Zinkhütter Hofs bleibt der Landschaftsverband Rheinland, der über sein „Netzwerk kulturelles Erbe“ einen jährlich Zuschuss von 160.000 Euro zahlt.

Der von der Städteregion beanspruchte Posten im Vorstand des Fördervereins soll von einem hauptamtlichen Vertreter besetzt werden: Die Verwaltung schlägt hierfür Markus Terodde, Dezernent für Bildung, Jugend und Strukturentwicklung, vor sowie als dessen Stellvertreterin Nina Mika-Helfmeier, Leiterin der Stabsstelle Kultur. Die Präsenz in der Mitgliederversammlung bleibt davon unberührt. Nach den Vorstellungen der Verwaltung soll dort auch in Zukunft Edith Nolden (Stellvertreterin Ingrid von Morandell) die Interessen der Städteregion vertreten.

Nach dem Wirtschaftsausschuss beschäftigt sich auch der Städteregionsausschuss am 27. September mit dem Thema. Das letzte Wort wird dann der Städteregionstag am 11. Oktober haben.