Stolberg: Stadt will nun auch vereinseigene Sportanlagen fördern

Stolberg : Stadt will nun auch vereinseigene Sportanlagen fördern

Der TC Blau-Weiß Stolberg soll als erster Verein der Kupferstadt in den Genuss eines neu aufgelegten Förderprogrammes kommen. Nachdem der Stadtrat mehrheitlich im Haushalt diesen Jahres dafür zum ersten Mal 25.000 Euro bereitgestellt hat, hat die Verwaltung das „Konzept zur Förderung von Investitions- und Unterhaltungsmaßnahmen in vereinseigene Sportanlagen“ erarbeitet.

Zielgruppe einer möglichen Förderung sind die Clubs, die bislang ohne städtische Unterstützung ihre eigenen Sportanlagen auch komplett aus eigener Kraft unterhalten mussten. Das betrifft in Stolberg vor allem die Pferde- und Tennissport treibenden Vereine.

„Das Fachamt hat zur Umsetzung und gerechten Verteilung der Mittel einen Kriterienkatalog entwickelt“, sagt Robert Voigtsberger. „Dieser berücksichtigt zum einen die soziale Bedeutung eines Sportvereines, bedingt eine aktive Jugendarbeit und fordert die Eigenverantwortung des Vereins ein“, so der Erste Beigeordnete weiter.

Bei der Entscheidung, ob und in welchem Umfang ein Projekt gefördert werde, stehe stets die gleichwertige Behandlung aller Vereine im Vordergrund. Grundsätzlich gelte, dass für jede mit einem städtischen Zuschuss geförderte Maßnahme auch Eigenleistungen des Vereins erbracht werden müssen, betont der Sportdezernent weiter. Konkret müsse für jeden städtischen Euro ein Vereins-Euro investiert werden.

Wenn am Mittwoch, 27. Juni, der Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Tourismus das Konzept berät, soll er zugleich den ersten Zuschlag erteilen. Die Mittel von 25 000 Euro sollen komplett dem TC Blau-Weiß zugute kommen, der erst einmal vier seiner sieben Tennenplätze am Hammerberg sanieren möchte. „Die im Konzept genannten Förderkriterien werden erfüllt“, betont Voigtsberger. Da für dieses Jahr nur dieser eine Antrag vorliege, sollen die Mittel komplett an den Tennisclub gehen. Das empfiehlt die Verwaltung dem Ausschuss.

Die Kosten der von Blau-Weiß geplanten Investitionen werden mit 57 215,50 Euro angegeben. „Die Sanierung sämtlicher Plätze in einem Jahr wäre wünschenswert, jedoch lässt sich dieser Aufwand mit den vorhandenen finanziellen Mitteln nicht umsetzen“, haben die beiden Vorsitzenden, Raymond De Waele und Herbert Pfeil, in ihrem Antrag ausgeführt. „Der Vorstand hat sich deshalb für die Sanierung der Plätze 2 bis 5 entschieden“. Das sind die zwei Mal zwei Plätze, die auf unterschiedlichem Höhenniveau am Clubheim liegen.

Die Tennenplätze werden zwar jährlich für die Sommersaison aufbereitet, aber eine grundlegende Überholung habe während der vergangenen 35 Jahre nicht stattfinden können.

„Die daraus resultierenden Folgen für den Spielbetrieb sind nachvollziehbar und begründet“, attestiert Voigtsberger. Das Regelwerk sehe eine Generalüberholung alle 25 Jahre vor. Zudem habe Blau-Weiß „einen fest etablierten Platz im sportlichen und gesellschaftlichen Leben Stolbergs“ und kann auf eine mittlerweile 86 Jahre währende Geschichte blicken.

Auch wenn der Anteil der jugendlichen Mitglieder mit 28 im Vergleich zur Gesamtmitgliederzahl von 240 Mitgliedern „nicht besonders hoch ausfällt, hat sich der Verein auf den Weg innovativer Projekte begeben, um die Situation im Jugendbereich deutlich zu verbessern“, würdigt Voigtsberger. Es gebe Kooperationen mit Grundschulen und Gymnasien, um Schülern den Tennissport näher zu bringen.

Angebote für Kicker, die ihre Fußballschuhe an den Nagel hängen wollen, seien ein neuer Ansatz, und das jährliche Feriencamp für Jugendliche leiste einen wesentlichen Beitrag für die Jugendarbeit, so Voigtsberger weiter. 35.000 Euro habe der Club während der vergangenen vier Jahre bereits in den Erhalt seiner Anlage investiert, die während des laufenden Jahres für weitere 10.000 Euro ertüchtigt werde.

Für das kommende Jahr will die Stadt Clubs mit vereinseigenen Anlagen über das Investitionskonzept informieren. Antragsschluss soll dann jeweils der 1. März eines Jahres sein.

(-jül-)
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