Stolberg: Stadt möchte „Bizim Salon“ in der Steinfurt verhindern

Stolberg : Stadt möchte „Bizim Salon“ in der Steinfurt verhindern

Offensichtlich nicht aufgegeben hat Cevdet Genç, Betreiber des Stolberger „Bizim Salons Stadthalle“ von April 2009 bis Dezember 2011, seinen Plan, ein „Event-Center“, in dem auch türkische Hochzeiten gefeiert werden können, im ehemaligen Praktiker-Markt zu eröffnen. Bereits im vergangenen Herbst hatte er im Einvernehmen mit den Eigentümern der Immobilie begonnen, den früheren Baumarkt umzugestalten.

Diese Aktivitäten waren auch der Verwaltung nicht verborgen geblieben. Mehrfach hatte sie in Gesprächen mit dem potenziellen Betreibern und den Eigentümern darauf hingewiesen, dass ein solches „Event-Center“ nach ihrer Rechtsauffassung im Gewerbegebiet Steinfurt nicht genehmigungsfähig sei, weil es sich um eine Vergnügugsstätte handele.

Und zudem sei eine solche Veranstaltungsstätte in diesem Gewerbegebiet auch nicht gewollt. „Wir werden uns nicht vor vollendete Tatsachen stellen lassen“, hatte Bürgermeister Tim Grüttemeier erklärt, auch wenn die seinerzeit laufenden Arbeiten noch keinen Verstoß gegen die Auflagen des Bebauungsplanes dargestellt hätten.

Mittlerweile liegt im Rathaus aber ein offizieller Bauantrag für die Umwidmung der seit zwei Jahren leerstehenden Immobilie in ein solches Event-Center für kulturelle Veranstaltungen vor. Doch dieses Vorhaben „entspricht wie bestimmte Einzelhandelsnutzungen oder Vergnügungsstätten nicht den Intentionen der Kupferstadt“, betont Tobias Röhm. Die Steinfurt soll dauerhaft als „hochwertiges Gewerbegebiet gesichert werden“, sagt der Technische Beigeordnete. Deshalb soll die Entscheidung über dieses Baugesuch erst einmal zwölf Monate zurückgestellt werden. Einen entsprechenden Beschluss soll der Ausschuss für Stadtentwicklung am kommenden Mittwoch fassen.

Gleichzeitig soll in dieser Sitzung der Aufstellungsbeschluss für die Änderung der insgesamt vier Bebauungspläne, die das Gewerbegebiet „Steinfurt / Birkengang“ definieren, gefasst werden. Ziel ist es, das Gebiet als Standort für hochwertige und spezialisierte Gewerbe-, Handwerks- und Industriebetriebe zu sichern. Oder mit anderen Worten, rechtssicher zu verhindern, dass die beantragte Vergnügungsstätte entsteht. „Wir wollen dem Ansiedlungsdruck von diversen Einzelhandelsfirmen und sonstigen nicht gewerbegebietsadäquaten Nutzungen, die massiv in die wenigen leerstehenden Immobilien in diesem Bereich drängen, entgegentreten können“, formuliert es Röhm.

Zudem solle die Änderung dem Bestand des jüngst renovierten Nahversorgers in der oberen Steinfurt Rechnung tragen, der in der 1985 aufgestellten Bauleitplanung noch gar nicht berücksichtigt sei. Auch der Ende 2013 aufgegebene und einst mit Genehmigung der Bezirksregierung erstellte Baumarkt soll so von den überarbeiteten Festsetzungen erfasst werden. Einzelhandel, der das Angebot in der Innenstadt stören könnte, soll in der Steinfurt verhindert werden.

(-jül-)
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