Stolberg: Spitzenduelle beim Finale der 5. Stolberg Open des TC Blau-Weiß Stolberg

Stolberg : Spitzenduelle beim Finale der 5. Stolberg Open des TC Blau-Weiß Stolberg

Regen, Sonne, stürmische Windböen und der eine oder andere (zumindest in der Ferne zu vernehmende) Donnerschlag. Der Finaltag der „5. Stolberg Open“ des Tennisclubs Blau-Weiß Stolberg hatte es in sich. Zum Glück nicht nur meteorologisch, sondern auch in sportlicher Hinsicht:

Lokalmatador Werner Jahr verteidigte für die Gastgeber seinen Titel in der Herren 50-Konkurrenz durch einen knappen Dreisatz-Sieg über Achim Zimmermann (BG Eschweiler). Die Nebenrunden-Wettbewerbe, in denen die Unterlegenen der ersten Hauptrunden ihre eigenen Turniere austrugen, brachten vier weitere Erfolge für Tennisspieler aus der Kupferstadt. Dennis Henke triumphierte bei den Herren 30 in einer umkämpften Partie für Blau-Weiß mit 5:7, 6:4 und 10:7 über Daniel Koppelmann (TC Blau-Gold Merkstein), während sich Werner Münch aufgrund einer Verletzung von Vereinskamerad Jürgen Sonnen in die Siegerliste bei den Herren 60 eintrug und somit den dritten Heimsieg einfuhr.

Großes Interesse: Die 5. Stolberg Open verzeichneten während ihrer fünften Auflage nicht nur einen Spieler-, sondern auch einen Zuschauerrekord auf der Clubanlage des TC Blau-Weiß Stolberg am Hammerberg. Foto: Andreas Röchter

Zweimal jubelten am Samstag auch Akteure des TC Zweifall: Heike Schütte ließ ihrer Gegnerin Kerstin Münstermann (Hertha Walheim) im Endspiel des Damen 40-Nebenrundenturniers keine Chance. In einem einseitigen Match siegte sie mit 6:1 und 6:1. Enger ging es bei den Herren 50 zu. Hier behielt Marc Sellschopp in einer gut anzusehenden Partie mit 6:3 und 6:4 die Oberhand gegen den Dürener Michael Boddenberg.

Heike Schuette (TC Zweifall) siegt in der Nebenrunde der Damen 40. Foto: Andreas Röchter

Das Hauptrunden-Finale der Herren wurde zu einem Vereinsduell zwischen Patrick Glowacki und Titelverteidiger Thomas Wings (beide ESG Tennis), das der Erstgenannte mit 6:3 und 6:1 für sich entschied. Auch bei den Damen stand eine Indestädterin auf der höchsten Stufe des Siegerpodests. Christiana Mohr (BG Eschweiler) kam zu einem kampflosen Erfolg über Verena Damm. Mohrs Vereinskameradin Ellen Schmitz siegte in der Damen 40-Konkurrenz nach einem 6:1 und 6:0 über Elke Kleinjohann (TC BW Stolberg).

Marc Sellschopp (TC Zweifall) siegte in der Nebenrunde Herren 50. Foto: Andreas Röchter

Auf großes Zuschauerinteresse stieß das Herren 50-Finale zwischen Werner Jahr und Achim Zimmermann. Zahlreiche Vereinskollegen beider Spieler füllten die Tribüne der Anlage am Hammerberg, als die beiden Kontrahenten am Samstagnachmittag den Hauptplatz betraten und sich einschlugen. Sie sollten Zeugen einer in vielfacher Hinsicht abwechslungsreichen Partie werden, in der sich Sonnenschein, Wind und Regen auf und neben dem Platz sowie in den Köpfen der Akteure abwechselten.

Werner Jahr (Blau-Weiß) sicherte sich den Sieg der Herren 50. Foto: Andreas Röchter

Den besseren Start erwischte Werner Jahr, der Achim Zimmermann zum Auftakt zu Null breakte, seinen Gegner mit variantenreichem Spiel zunächst in Schach hielt und nicht zuletzt immer wieder mit gefühlvollen Stoppbällen glänzte. Der Stolberger verteidigte das Break aus dem ersten Spiel bis in die Schlussphase des ersten Durchgangs und schlug bei einer 5:4-Führung zum Satzgewinn auf.

Elke Kleinjohann (Blau-Weiß) wurde Zweite der Damen 40. Foto: Andreas Röchter

Beim Stand von 30:0 für den Aufschläger schien der Satz in trockenen Tüchern zu sein. Doch dann zeigte sich Werner Jahr etwas zu verspielt, als er statt eines konsequenten Passierschlags einen schwierigen Lob ansetzte und dieser über die Grundlinie hinweg ins Aus flog. Zwei weitere Punkte für Achim Zimmermann und ein anschließender Rückhand-Fehler führten zum 5:5-Ausgleich. Doch kurz darauf zeigte der Indestädter Nerven, als er beim Stand von 15:40 einen Doppelfehler servierte und somit Werner Jahr die 6:5-Führung schenkte. Dieser ließ sich die zweite Chance auf den Satzgewinn nicht nehmen und brachte sein Aufschlagspiel zum 7:5 durch.

In Durchgang Nummer zwei sahen die Zuschauer dann ein vollkommen anderes Bild: Achim Zimmermann brachte sein umkämpftes erstes Aufschlagspiel durch, breakte anschließend Werner Jahr, den vor allem die Rückhand im Stich ließ, und bestimmte nun das Geschehen. 6:0 lautete das eindeutige Ergebnis des zweiten Satzes, der Match-Tie-Break (bis zehn Punkte) musste die Entscheidung bringen: Hier ging Werner Jahr mit 1:0 und 2:1 in Führung. Doch Achim Zimmermann zog jeweils nach und übernahm per gefühlvollem Volley zum 3:2 seinerseits scheinbar die Kontrolle. Doch der Lokalmatador antwortete mit einem platzierten Vorhandschlag und zog nach dem Seitenwechsel bei erneut einsetzendem Regen auf 6:3 davon.

Zwar gab der Blau-Gelbe auch in dieser Situation nicht auf, verkürzte auf 4:6, 5:7 und 6:8, doch der Titelverteidiger ließ sich das Heft nun nicht mehr aus der Hand nehmen. Zwei Ballwechsel später riss Werner Jahr die Hände in die Höhe. Der Titel war erneut verteidigt.

Raymond de Waele, Vorsitzender des TC Blau-Weiß Stolberg, zog nach 15 Tagen Tennis auf hohem Niveau ein überaus positives Fazit der 5. Stolberg Open: „Die Meldungen von 164 Spielerinnen und Spielern, die insgesamt 212 Matches austrugen, sind ein Rekordergebnis. Und darüber hinaus konnten wir so viele Zuschauer auf unserer Anlage begrüßen wie nie zuvor“, betont er. Die Gründe für den Erfolg sieht Raymond de Waele nicht zuletzt in der Betreuung der Spieler und dem Modus, der jedem Aktiven mindestens zwei Spiele garantiert. Während der Siegerehrung unterstrich der Vorsitzende, dass die „Stolberg Open“ vom Engagement und dem Enthusiasmus von Ehrenamtlern lebten und dankte allen Mitstreitern.

6. Auflage folgt im Sommer 2019

Kritische Worte richtete Raymond de Waele in Richtung der Vertreter der Tennisverbände. „Es ist eine Frechheit, dass Vereine, in denen Ehrenamtler Verantwortung übernehmen, nun regelrecht abgezockt werden. Wir müssen inzwischen für jeden gemeldeten Spieler bei diesem Turnier fünf Euro an den Deutschen Tennisbund abführen. Dabei fördern die Vereine vor Ort ihre Jugendspieler aus eigenen Mitteln. Darüber sollten sich die Verantwortlichen auf Verbandsebene Gedanken machen“, so die Forderung des Vorsitzenden, bevor er das Wort weitergab an Gerd Schnitzler, Vorsitzender des Stadtsportverbandes, der die Siegerehrung gemeinsam mit Tim Grüttemeier vornahm.

Der Bürgermeister erklärte, dass die gesamte Stadt Stolberg von den inzwischen überregional be- und anerkannten „Stolberg Open“ profitiere. Auch die große Zahl der Sponsoren stelle die hohe Akzeptanz, die das Turnier genieße, unter Beweis.

Abschließend wagte Grüttemeier einen Blick in die relativ nahe Zukunft: „Ich gehe fest davon aus, dass es im kommenden Jahr eine sechste Auflage des Turniers geben wird. Dann auf einigen frisch sanierten Plätzen, schließlich gehört es zu unseren Aufgaben, die Schaffung möglichst guter Rahmenbedingungen zu unterstützen!“ Eine Vorlage, die Raymond de Waele postwendend aufnahm. „Es wird die 6. Stolberg Open geben. In den letzten beiden Wochen der Sommerferien 2019 hoffen wir, den positiven Trend weiter fortsetzen zu können.“ Somit findet das Turnier voraussichtlich vom 9. bis 24. August statt.

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