Stolberg/Kalterherberg: Spielabbruch: Erst die Nerven verloren, dann die Punkte

Stolberg/Kalterherberg: Spielabbruch: Erst die Nerven verloren, dann die Punkte

In der noch jungen Fußball-Saison sorgte Aufsteiger ASA Atsch mit drei Auftaktsiegen in der Kreisliga B bisher nur für sportlich positive Meldungen.

Eine wohl folgenschwere Ausnahme machte da das letzte Meisterschaftsspiel in Kalterherberg: In der hektischen Auseinandersetzung kam es nach gut einer Stunde Spielzeit zum Abbruch.

Ursächlich dafür war ein Tor der Atscher, dem der Schiedsrichter aber die Anerkennung verweigerte. „Der Ball ist gegen die Netzaufhängung und dann wieder aus dem Tor geflogen”, schildert ASA-Trainer Bernd Schäfer die Situation. „Die Spieler sind schon zum Jubeln zur Eckfahne abgedreht, aber der Schiedsrichter hat einfach weiterspielen lassen. Selbst die Zuschauer haben gesagt, dass das ein klares Tor war”, erzählt der Trainer.

Doch damit nicht genug: In Folge der anschließenden Diskussionen mit dem Schiedsrichter flog ein Atscher Spieler mit Gelb-Rot vom Platz. Meldungen, nach denen die Atscher nach diesem Platzverweis das Spielfeld verlassen haben sollen, streitet Bernd Schäfer jedoch ab: „Das Spiel lief danach noch weiter. Die Kalterherberger haben direkt im Gegenzug einen langen Ball nach vorne geschlagen, wo ein Stürmer sechs Meter im Abseits stand und zum 2:1 quer gelegt hat.”

Das brachte nach Aussage des Trainers das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen. Die darauf folgenden heftigen Proteste der Atscher fanden beim Unparteiischen kein Gehör - im Gegenteil. „Der Schiedsrichter sagte: ´Ich fühle mich bedroht´ und hat daraufhin abgepfiffen”, erzählt Schäfer. So etwas habe er noch nie erlebt, sagt er, gibt aber zu: „Meine Spieler haben auch die Nerven verloren.”

Etwas anders nahmen die Gastgeber die Situation wahr: „Wir haben uns da raus gehalten, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt, als die alle vom Platz gingen”, staunte Kalterherbergs Obmann Bernd Lambertz.

Offiziell haben die Atscher übrigens Protest eingelegt - obwohl nicht einmal Schäfer Hoffnung auf eine neue Spielansetzung hat: „Die Punkte sind weg.”