Die jungen Landwirte: Sonnenblumen an der K6 sorgen für einen schönen Anblick

Die jungen Landwirte : Sonnenblumen an der K6 sorgen für einen schönen Anblick

Der Anblick ist einfach herrlich. Stattliche Sonnenblumen grüßen am Rande der Hastenrather Straße zwischen dem Allmannshof und dem Donnerberg. Die blühende Pracht steht inmitten eines Maisfeldes – erstmals an dieser Stelle in diesem Jahr.

Der Acker gehört dem Gressenicher Landwirt Andreas Mohnen. Der hat gestern wenig Zeit. Der 26-jährige Landwirt hat mit der Ernte von Weizen auf Feldern im Jülicher Land begonnen. „Von bis“, sagt er kurz zur Frage nach der Weizenernte. Dort, wo der Standort gut ist, ist auch der Ertrag entsprechend, „aber wo Kies ist, ist er er sehr mager“, so Mohnen.

Sein Feld an der Kreisstraße 6 bestellt für Andreas Mohnen als Lohnunternehmer Daniel Nollé, der beim Anruf gerade an der niederländischen Grenze bei der Rapsernte im Einsatz ist. „Wir haben das erstmalig probiert“, sagt Nollé – nach einem Test auf einem kleineren Feld im vergangenen Jahr. Nun sind es fünf Flächen, auf denen auch Sonnenblumen lachen. Neben dem Acker am Donnerberg sind es Feld bei Broichweiden und Langerwehe, wo Sonnenblumen mit der Wintersaat ausgebracht worden sind. 25 Hektar sind es in diesem Jahr, die zusätzlich erblühen.

„Wir wollen auch als Landwirte grüner aussehen“; sagt Nollé zu den leuchtend gelben Sonnerblumen mitten im Maisfeld. „Wir wollen die Monokultur auflockern.“ Die Einsaat der Blühpflanze dient nicht nur dem Auge. Und sie ist nicht nur auf den Rand des Feldes begrenzt. Immer mehr Landwirte legen mittlerweile einen blühenden Streifen rund um ihre Felder an.

Bienenfreundliche Sonnenblumen

Am Donnerberg dienen die bienenfreundlichen Sonnenblumen als Untersaat für den Mais, sollen unerwünschten Kräuterwuchs unterdrücken helfen. „Wir können dank der Sonnenblumen weniger Herbizid einsetzen“, erklärt Nollé. Die Blüten bieten ein reichhaltiges Nektarangebot für Bienen und andere Insekten, die angelockt werden und auch die Bestäubung der Maispflanzen intensivieren. „Es ist wahnsinnig, wie viele Hummeln und andere Insekten da jetzt rumschwirren“, sagt der 28-Jährige.

Die Pflanze aus der Familie der Korbblüter trägt bei zu einem humus- und nährstoffreicher Boden. Und sie soll zusätzliche Energie bei der späteren Silageproduktion liefern. Die jüngere Generation der Landwirte in unserer Region setzt Zeichen und neue Maßstäbe. „Auch wir wollen unseren Teil beitragen“, unterstreicht Nollé. Er und seine Kollegen wollen nicht nur das Image der Landwirtschaft aufpolieren, sondern aktiv etwas tun für Umweltschutz und Artenvielfalt. Mit einem stärkeren Zurück zur Natur soll zudem der Einsatz von Chemie reduziert werden.

Ortsbauernschaft Dürwiß

Besonders aktiv beackert jetzt die Ortsbauernschaft Dürwiß das Image der Landwirtschaft. Mit einer neuen Präsenz bei Facebook wird aufgeklärt über das, was auf Äckern und Feldern rund um Eschweiler und Stolberg passiert. Zur Ortsbauernschaft Dürwiß zählen zwölf aktive Landwirte mit deren Familien, sowie weitere 25 Mitglieder und deren Familien, die „naturverbundene- und landwirtschaftsbegeisterte Menschen über unsere Arbeit informieren“ möchten.

Auf der Seite geht es ganz aktuell um Futterhafer für Pferde, Bühstreifen zur Förderung von Vielfalt und Artenschutz. Und eben auch um Sonnenblumen im Maisfeld: Als Untersaat dienen sie „nicht nur Feldhasen und Feldhühnern als Unterschlupf, auch zahlreiche Insekten fühlen sich dort heimisch“, kann man dort nachlesen Der Mais werde wie gewohnt zusammen mit der Sonnenblume von einem Häcksler geerntet. Sowohl als Futtermais für Kühe sowie für die Biogasanlage, sei die Sonnenblume durchaus ein Mehrwert. Nach der Frage an den Landwirtskollegen, warum er diesen finanziellen Mehraufwand in Kauf nimmt, sagte er aus Überzeugung:
„Weil es die Sonne in die Herzen der Menschen bringt, die mein Feld passieren.“

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