Wiedereröffnung des „Heim des guten Samaritan“: Sommerfest mit bunten Programm und Einsegnung der Hauskapelle

Wiedereröffnung des „Heim des guten Samaritan“ : Sommerfest mit bunten Programm und Einsegnung der Hauskapelle

Durch die Modernisierung des Samaritanerheim konnten zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden. Um einen Eindruck der Modernisierung zu vermitteln, gab es am Samstag ein Sommerfest mit bunten Programm für groß und klein.

„Die Würde des Menschen beginnt mit seiner Zeugung und bleibt ihm bis ins Alter erhalten. Das wird in unserer heutigen Gesellschaft jedoch nur allzu gerne verdrängt.“ Diese Worte, gesprochen von Pfarrer Hans Rolf Funken, fanden auf die eine oder andere Weise Eingang in alle Grußworte, die anlässlich der Feier zur Wiedereröffnung des „Heim des guten Samaritan“, in Stolberg auch oder besser bekannt als Samaritanerheim, an Bewohner, Mitarbeiter und Gäste gerichtet wurden.

Für die Zuhörer transportierten Redner wie der Bürgermeister der Stadt Stolberg, Patrick Haas, oder der Einrichtungsleiter, Dirk Renerken, damit das berechtigte Anliegen unseren Mitmenschen – vor allen auch den älteren - sensibler und aufmerksamer zu begegnen.

Diese Art des zwischenmenschlichen Umgangs hat man sich im Haus an der Samaritanerstrasse schon vor langer Zeit, nämlich vor mehr als sechzig Jahren, zum Credo gemacht. Gegründet wurde es in den Nachkriegsjahren mit der Unterstützung der in Stolberg geborenen aber in Amerika lebenden Brüder William und John Pohlen. Diese sammelten mit ihrer Hilfsorganisation „The good Samaritans of America“ Gelder, Nahrung, Kleider und Gebrauchsgüter, um die größte Not in ihrer zerstörten Geburtsstadt zu lindern. In der Folge lieferten sie dann auch die Grundidee, die am 16.Februar 1955 zur Eröffnung des Samaritanerheims führte.

Die Sorge für das Haus und die neunundsechzig Bewohner übernahmen sieben Schwestern und drei Postulantinnen der katholischen Aachener Ordensgemeinschaft der Christenserinnen, deren Leitgedanke bis zum heutigen Tag den Umgang in der Einrichtung prägt.

Als 2016 der Um- und Neubau in Angriff genommen wurde, um dem Haus neue Perspektiven zu eröffnen, war klar, dass man auf bewegte Zeiten zusteuern würde. Alle Bewohner und Mitarbeiter mussten in den Schwesterntrakt des Mutterhauses des Ordens nach Venwegen übersiedeln, und für mehr als zwei Jahre war man gezwungen „die gewohnten Pfade des Arbeitens zu verlassen. Alle Ablaufprozesse mussten von der Pflege bis hin zur Beköstigung der Bewohner reorganisiert werden“, so Dirk Renerken. Viel wurde allen Beteiligten in dieser Zeit abverlangt bis man in diesem Jahr an den neuen „alten“ Platz zurückkehren konnte.

Durch die Modernisierung konnten zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden. Neben der Einführung eines modernen Wohngruppenkonzepts für ältere Menschen konnte auch eine Tagespflege für zwölf Personen etabliert werden. Diese eröffnet Menschen, die keiner Vollpflege bedürfen, sporadisch oder regelmäßig die Möglichkeit Teil der Gemeinschaft zu sein. Ein alternativer, zukunftsweisender Ansatz sowohl für die Einrichtung als auch für hilfsbedürftige Menschen und ihre Angehörigen, der sich, laut dem Einrichtungsleiter, „stetig steigender Akzeptanz erfreut“.

Um das Geschaffte zu feiern und Außenstehenden einen Eindruck der Modernisierung zu vermitteln, feierte man am Samstag ein Sommerfest mit einem bunten Programm und Verpflegung für groß und klein, bei dem man in einer Hausbesichtigung auch einen Blick hinter die Kulissen werfen konnte. Diesem Programm vorausgegangen war die Einsegnung der Hauskapelle durch den bischöflichen Beauftragten, Monsignore Dr. Stefan Dückers, und „Hauspfarrer“ Hans Rolf Funken im Rahmen eines Festgottesdienstes sowie die anschließende Einsegnung der Wohnbereiche, die von Bewohnern und Mitarbeitern bereits seit fünf Monaten wieder mit Leben gefüllt werden.

(abu)
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