Stolberg: Sommer-Outfit für 20 Euro? Es ist möglich!

Stolberg: Sommer-Outfit für 20 Euro? Es ist möglich!

Vergangene Woche mussten wir uns noch auf die Suche nach dem Sommer begeben und nun hat das Thermometer die 30 Grad locker geknackt. Dabei hatten viele Läden die Hoffnung schon aufgegeben und verfrüht Rabatte und Sonderaktionen angekündigt, um die Kunden doch noch dazu aufzurufen, Sommerkleider und kurze Hosen zu ergattern.

So auch die Geschäfte im Steinweg und auf der Rathausstraße. Eine Reihe Plakate ganz in Rot und unübersehbar tragen die Aufschriften „Sale” und „Saisonräumungsverkauf”. Aber seien wir mal ehrlich: Auf unseren Sommer ist kein Verlass, warum also für viel Geld dünne Stöffchen kaufen, wenn sie sich eh nur ein paar Mal tragen lassen? Das Portemonnaie ist ohnehin gähnend leer, also wage ich ein Experiment, das da lautet: ein Sommer-Outfit für 20 Euro!

Als erstes beschließe ich, mir spontan Hilfe zu holen und verabrede mich mit einer Freundin - schließlich macht Shoppen zu zweit doch wesentlich mehr Spaß und eine zweite Meinung schadet auch nie. Das Ziel unserer Schnäppchenjagd: T-Shirt, kurze Hose und/oder ein Sommerkleid, Flip-Flops und, falls das Geld noch reichen sollte, eine Sonnenbrille.

Unsere erste Anlaufstelle ist das Burgcenter. Hier drehen wir Kleiderständer und verschlimmern den Zustand einiger Wühltische. Mein Vorurteil, dass bei „Sale”-Aktionen meine Größe immer schon ausverkauft ist, scheint sich mal wieder zu bestätigen.

Dennoch probiere ich ein paar reduzierte T-Shirts, die sich aber mit einem Preis von je zehn Euro disqualifizieren und nicht mit in die enge Auswahl genommen werden. Bevor wir uns in Richtung Steinweg aufmachen, gebe ich dann doch die ersten 3,99 Euro für ein blaues Top aus, das wir am Ende des Shopping-Marathons doch wieder umtauschen werden - aber dazu gleich mehr.

Im Steinweg erkunden wir einen „Second-Hand”-Laden, der durchaus ein paar wahre Schätzchen bereithält. Dennoch verlassen wir ihn ohne neue Tüte. Ein Blick in die Damenabteilungen der Stolberger Einzelhandelsgeschäfte bestätigt, was wir vermuten: Trotz teilweise richtig guter Rabatte werden wir hier kein Sparfuchs-Outfit für 20 Euro finden. Dafür gibt es hier Blusen, T-Shirts und Röcke für recht schmales Geld.

Um den Preis feilschen?

Ein wenig deprimiert über die bisherige Ausbeute, steuern wir mit Eis auf der Faust die nächsten Kaufhallen an der Mühle an. Dort angekommen werfen wir einen Blick in diverse Oberbekleidungsgeschäfte. Das schlichte weiße Sommerkleid wäre perfekt, aber dafür die kompletten 20 Euro zu „verprassen”, können wir uns bei unserem Experiment nicht leisten.

Lachend ziehen wir für einen Moment die Möglichkeit in Erwägung, mit dem südländischen Verkäufer um den Preis zu verhandeln, zu feilschen, doch wollen wir nun erst einmal das Angebot der Discounter begutachten. Bei der Anprobe von rot-weiß gestreiftem Shirt und grüner Hose scheint das gesamte Bild jedoch nicht mehr so ganz zu stimmen. Trotz des kleinen Budgets halten wir Schnäppchenjäger es dann doch für wichtig, dass Oberteil und Unterteil irgendwie zusammenpassen. Das Rennen macht somit nur das T-Shirt in der Hoffnung, dass der nächste Laden schon etwas Passenderes bereithält. Aber immerhin ist „obenrum” erledigt!

Die letzte Station ist ein weiterer Discounter. Hier erwarten uns, wie in der Filiale im Burgcenter, laut Fensterbeschriftung „Knallerangebote”. Auch wenn wir dem Laden schon einen Besuch abgestattet haben, versuchen wir unser Glück, fest entschlossen, wenigstens eine Hose und Sonnenbrille zu ergattern. Im Grunde hatten wir uns das ganze Experiment doch etwas einfacher vorgestellt. Wir sind bereits gute anderthalb Stunden unterwegs, uns ist heiß und die Lust schwindet allmählich. Ich nehme zwei kurze Hosen und ein weißgepunktetes blaues Kleid mit in die Anprobe. Das anfangs erstandene blaue Top tauschen wir um und wollen stattdessen die vier Euro in Accessoires investieren. Wir entscheiden uns, wegen des weiß-rot-gestreiften T-Shirts für die blaue Hose und addieren die Preise.

Zusammen mit dem Kleid liegen wir bei knappen 15 Euro. Die letzten fünf Euro werden für Flip-Flops und eine hippe Sonnenbrille auf den Kopf gehauen, und mit einer Summe von 20,50 Euro liegen wir nur ganz knapp über den geplanten 20 Euro. Dafür kann ich zwischen Hose/Shirt und Kleid wechseln. Einziger Wermutstropfen: Die Qualität ist nicht das Gelbe vom Ei, aber um ein paar sonnige Tage die Zeit am Badesee zu genießen, wird es sicherlich reichen.