Serie über Stadtteile in Stolberg: Dorff hat eine Menge zu bieten

Serie „Stolberger Stadtteile“, Teil 6 : Langeweile kommt in Dorff so schnell nicht auf

Wie familienfreundlich ist Stolberg? Diese Frage wollen wir beantworten. Der Ortsteil Dorff ist im sechsten Teil der Serie an Reihe. So viel darf verraten werden: Langeweile kommt dort so schnell nicht auf.

Stolberg ist eine familiengerechte Kommune: Das ist Fakt. Ende September 2017 erhielt die Verwaltung die offizielle Zertifizierung und gehört damit zu insgesamt neun Kommunen in ganz Deutschland, die das Auditierungsverfahren erfolgreich durchlaufen haben. Ein Grund, sich in den einzelnen Ortsteilen einmal genauer umzuschauen und die Frage zu beantworten: Wie familienfreundlich ist Stolberg wirklich? Als Grundlage dafür dienen Zahlen aus dem Statistischen Jahresbericht und dem Sozialbericht der Stadt Stolberg.

Sie dienen beispielsweise als Quelle dafür, wie viele Einwohner in den einzelnen Ortsteilen leben, welche Bildungseinrichtungen dort vorhanden sind und wie hoch die Preise für Grundstücke sind. Mit verschiedenen Kriterien waren wir zwischen Atsch und Zweifall unterwegs und haben folgende Fragen gestellt: Wie sieht es mit der gesundheitlichen Versorgung in den einzelnen Ortsteilen aus? Wo sind die Grundstückspreise besonders niedrig? Und wie sieht es mit den Themen Bildung und Freizeit aus? Im Rahmen unserer neuen Serie sollen allerdings nicht nur diese Fragen geklärt werden – auch Ihre Meinung zu den einzelnen Ortsteilen ist gefragt (siehe Infobox). Im sechsten Teil steht der Ortsteil Dorff im Fokus.

Dorff ist der kleinste Ortsteil mit knapp 600 Einwohnern. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung beträgt insgesamt 2,7 Prozent. Davon stammen ein Viertel aus Polen, gefolgt von Belgien, den Niederlanden und Serbien. Hinsichtlich der Altersstruktur zeigt sich, dass die meisten Einwohner zwischen 46 und 65 Jahre alt sind (33,8 Prozent), die unter 16-Jährigen sind mit 14,3 Prozent am wenigsten vertreten. Die Gruppe der bis 25-Jährigen und 26- bis 45-Jährigen umfassen 23,9 Prozent beziehungsweise 19,3 Prozent. 23 Prozent sind über 65 Jahre alt.

Hat viel zu bieten: Der Stolberger Stadtteil Dorff. Foto: grafik

Verkehr: Auf den ersten Blick liegt der kleine Ort ziemlich ab vom Schuss. Aber: Dorff liegt im Südwesten des Stolberger Stadtgebiets und damit auch unmittelbar an der Grenze zur Stadt Aachen. Breinig, Büsbach sowie Krauthausen und Kornelimünster zählen zudem zu den benachbarten Ortschaften. Ganz so ab vom Schuss ist man also doch nicht.

Gesundheit: Einen eigenen Arzt gibt es in Dorff nicht. Damit ist der Ortsteil allerdings nicht allein. Sieben Stadtteile sind in Stolberg ohne eigenen Hausarzt. Ein Problem scheint das für die Dorffer allerdings keineswegs zu sein – im Gegenteil! Im Rahmen einer Umfrage, wie zufrieden man mit der medizinischen Versorgung in seinem Ortsteil sei, kam Folgendes heraus: Insgesamt waren 83 Prozent der Befragten mit dem Angebot an Hausärzten in Stolberg zufrieden. Die höchste Zufriedenheit herrschte in Dorff und Breinigerberg. Mehr als die Hälfte der dort lebenden Befragten kreuzte „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ an. Die Zufriedenheit der Bewohner in allen Ehren, aber ein eigener Hausarzt könnte sicherlich nicht schaden.

Wohnumfeld: In Sachen Nahversorgung kann man in einem 600-Seelen-Örtchen nicht allzu viel erwarten – denkt man zumindest. Ein Geschäft gibt es mittlerweile wieder im Ort. In diesem kann man Bekleidung und Handtaschen im Vintage-Stil sowie verschiedene Biersorten erwerben. Interessante Kombi. Mit Eiern und Milch kann man sich auf dem Hof Gut Schwarzenburg versorgen. Für die größeren Erledigungen muss man den Ort allerdings verlassen. Dafür wird man allerdings mit jeder Menge Natur im Wohnumfeld belohnt.

Freizeit: Wie können sich Klein und Groß in Dorff die Zeit vertreiben? Für die kleinen Einwohner gibt es einen Spielplatz. Das mag nicht viel sein. Doch zum Vergleich: Auch Stolbergs größter Ortsteil Büsbach hat bislang nur einen Spielplatz für den Nachwuchs. Richtig zur Sache geht es in Dorff in Sachen Vereinsleben. Es gibt die DJK Sportfreunde Dorff. Allein diesem Verein gehören 200 Mitglieder – also ein Drittel des gesamten Dorfes – an. Der Schwerpunkt liegt beim Fußball. Es gibt eine Jugend- und Seniorenabteilung. Darüber hinaus gibt es allerdings auch Fitness-  und Gymnastikgruppen (Yoga, Pilates und auch Babyfit) sowie Tanzsportgruppen.

Darüber hinaus gibt es den Billardclub Stolberg-Dorff, den Heimatverein Dorff, die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft, die Freiwillige Feuerwehr. Der Radsportclub Dorff ist nicht in Dorff ansässig, sondern orientiert sich eher nach Breinig. Highlights im veranstaltungskalender ist neben der Schützenkirmes mit Ulkparade, dem Dorff-Advent und dem Dorff-Karneval auch die Kunstscheune, die seit vier Jahren im Rahmen der „Art Tour de Stolberg“ ihre Pforten öffnet. In der Karnevalssession stellt Dorff das Dreigestirn für einen Tag. Vergessen darf man natürlich auch nicht die katholische Pfarrgemeinde St. Mariä Empfängnis.

Bildung: Eine eigene Grundschule gibt es nicht. Würde sich auch nicht lohnen. 3,92 Prozent der Einwohner sind zwischen sechs und zehn Jahren alt. Beim Thema Kitas sieht das anders aus. Die gibt es auch nicht. Doch zumindest eine kleine Einrichtung würde sich wohl lohnen. Schließlich sind 4,95 Prozent unter sechs Jahre alt.

Fazit: Dafür, dass Dorff der kleinste Stadtteil ist, könnte sich der eine oder andere größere Ortsteil eine Scheibe abschneiden. Es gibt keinen Hausarzt, und vielfältige Einkaufsmöglichkeiten gibt es auch nicht. Das müsste verbessert werden. Dafür ist das Vereinsleben vielfältig. Auf 600 Einwohner kommen sechs Vereine. Langweilig wird es hier nicht.