Serie „Stolberger Stadtteile“: Wie familienfreundlich ist Stolberg?

Serie „Stolberger Stadtteile“, Teil 4 : Angebot in Büsbach lässt kaum Wünsche offen

Stolberg ist eine familiengerechte Kommune: Das ist Fakt. Ein Grund, sich in den einzelnen Ortsteilen einmal genauer umzuschauen und die Frage zu beantworten: Wie familienfreundlich ist Stolberg wirklich? Im vierten Teil unserer Serie steht der Ortsteil Büsbach im Fokus.

Stolberg ist eine familiengerechte Kommune: Das ist Fakt. Ende September 2017 erhielt die Verwaltung die offizielle Zertifizierung und gehört damit zu insgesamt neun Kommunen in ganz Deutschland, die das Auditierungsverfahren erfolgreich durchlaufen haben. Ein Grund, sich in den einzelnen Ortsteilen einmal genauer umzuschauen und die Frage zu beantworten: Wie familienfreundlich ist Stolberg wirklich?

Als Grundlage dafür dienen Zahlen aus dem Statistischen Jahresbericht und dem Sozialbericht der Stadt Stolberg. Sie dienen beispielsweise als Quelle dafür, wie viele Einwohner in den einzelnen Ortsteilen leben, welche Bildungseinrichtungen dort vorhanden sind und wie hoch die Preise für Grundstücke sind. Anhand verschiedener Kriterien waren wir zwischen Atsch und Zweifall unterwegs und haben folgende Fragen gestellt: Wie sieht es mit der gesundheitlichen Versorgung in den einzelnen Ortsteilen aus? Wo sind die Grundstückspreise besonders niedrig? Und wie sieht es mit den Themen Bildung und Freizeit aus? Im Rahmen unserer neuen Serie sollen allerdings nicht nur diese Fragen geklärt werden – auch Ihre Meinung zu den einzelnen Ortsteilen ist gefragt.

Im vierten Teil steht der Ortsteil Büsbach im Fokus. Insgesamt 7158 Menschen wohnen dort (3161 Männer und 3189 Frauen). Somit ist Büsbach der größte Stadtteil in Stolberg – sieht man einmal von der Innenstadt ab. Der Anteil der ausländischen Bevölkerung beträgt 10,4 Prozent. Davon stammen die meisten aus der Türkei, gefolgt von Polen und Griechenland. Büsbach ist zudem ein sehr junger Stadtteil. Der Anteil der Bevölkerung unter 25 Jahren beträgt 24,74 Prozent. 22,02 Prozent der Menschen in Büsbach sind älter als 65 Jahre. Der öffentlich geförderte Wohnraum beträgt 9,15 Prozent, die Arbeitslosenquote liegt bei 7,3 Prozent. In den vergangenen zwölf Jahren ist Büsbach einwohnermäßig übrigens leicht gewachsen. Lebten dort im Jahr 2006 noch 7126 Menschen, so waren es 2017 wieder 7158 Menschen.

Insgesamt wohnen in Büsbach 7158 Menschen und ist somit der größte Stadtteil in Stolberg – sieht man einmal von der Innenstadt ab. Foto: grafik

Verkehr: Die Anbindung an andere Stadtteile und Nachbarorte ist gut. Mit verschiedenen Buslinien kommt man beispielsweise nach Münsterbusch, Dorff, Mausbach, Zweifall, Vicht, in die Innenstadt und auch nach Aachen. Einen eigenen Bahnhof hat der Stadtteil allerdings nicht. In diesem Jahr steht in Büsbach übrigens auch die Sanierung der Bischofstraße auf dem Programm. Über die weitere Zukunft und Gestaltung der Ortsmitte können die Bürger am Dienstag, 17. September, im Büsbacher Bürgerhaus diskutieren.

Gesundheit: Gleich mehrere Fachärzte sind in Büsbach zu finden – darunter Internisten, Zahn- und Tierärzte. Und damit nicht genug. Auch ein Kinderarzt ist in Büsbach ansässig. Einer von insgesamt Drei in Stolberg. Definitiv ein Pluspunkt.

Wohnumfeld: Die Preise für Wohnbauflächen liegen in Büsbach im Schnitt bei 205 Euro pro Quadratmeter und sind damit teurer als in Atsch und Breinigerberg, aber auch günstiger als in Breinig. Insgesamt ist Büsbach das zweitteuerste Pflaster in Stolberg. Ein Pluspunkt: Nahversorgungsmäßig ist die Welt in Büsbach noch in Ordnung. Das Angebot ist wirklich vielfältig. Vorhanden sind Supermarkt, Schreibwaren- und Tabakladen mit Postfiliale, Banken, Reisebüro, Blumenläden, Sonnenstudio, Versicherungsagenturen, Friseure, Optiker, Apotheke, Fitnessstudio, Betreuungsbüro, orthopädisches Schuhgeschäft, Podologe, Steuerberater, Notariat, Tanzschule, Auto-Waschstraße, Bestatter, Tattoo-Studio und sogar ein Massagesalon sowie ein Werksverkauf für Wolle.

Anfahrtskosten von Handwerkern können die Büsbacher auch sparen, denn Installateur- und Heizungsbaumeister sind dort ebenso angesiedelt wie Malermeisterbetriebe, TV- und Radio-Service, Garten- und Landschaftsbauer und mehr. Gastronomisch gibt es zwei Eiscafés, zwei Bäckereien, ein Café, zwei Restaurants sowie vier internationale Imbissbetriebe und zwei Gaststätten. Einziger Wermutstropfen: „Angie´s Bistro“ gehört mittlerweile der Vergangenheit an, wird aber samt großem Festsaal von der KG Büsbach in der kommenden Session für ihre Veranstaltungen genutzt. Zudem ist ein Bürgerhaus ebenso vorhanden wie zwei Seniorenheime.

Freizeit: Wie können sich Klein und Groß in Büsbach eigentlich die Zeit vertreiben? Trotz der vielen Einwohner gibt es nur einen Spielplatz. Der befindet sich am Eburonenweg und wurde vor zwei Jahren neu geschaffen. So entstand dort sogar der erste generationsübergreifende Spielplatz in der gesamten Kupferstadt. Eine weitere Anlaufstelle für die kleinen Bewohner des Ortsteils könnte allerdings nicht schaden. Dafür gibt es jedoch einen Jugendtreff, das „JAM“. Ein Sportplatz und eine Turnhalle sind ebenfalls in Büsbach vorhanden und auch an Vereinen scheitert es nicht. Die Vielfalt kann sich wirklich sehen lassen. Schützen, Feuerwehr und Karnevalisten sind dort genauso vertreten wie ein Billard-Club, ein Fußballverein, ein Männergesangverein, ein Kirchenchor und ein Turnverein.

Relativ neu sind zudem die Musik Allrounder Stolberg und der Chor Stolberger Spätlese, die in Büsbach proben und feiern. Zudem gibt es natürlich die IG Büsbach mit ihren Events und den regelmäßigen Angeboten des Heimat- und Zeitungsarchivs und der Seniorenlotsen. Aufgelöst ist mittlerweile allerdings der Aktionsring Handel, Handwerk und Gewerbe. Reiten kann man in Büsbach ebenfalls. Es gibt nämlich einen Reiterverein und sogar zwei Reitställe. Das große Turnier auf Gut Hassenberg fand erst am vergangenen Wochenende statt. Vergessen darf man natürlich auch nicht die Pfarre. Büsbach ist übrigens der einzige Stolberger Stadtteil, der noch einen eigenen Pfarrer besitzt.

Bildung: Drei Kindergärten sowie die katholische Grundschule, die sich an der Bischofstraße befindet, sind vorhanden. Im katholischen Kindergarten St. Hubertus ist Platz für 60 Kinder. Davon sind 48 Plätze für Kinder über drei und zwölf Plätze für Kinder unter drei Jahren vorhanden. Im Höhenkreuzweg befindet sich die städtische Kita. Sie ist ähnlich ausgestattet. Dort ist Platz für 67 Kinder.

Es gibt sechs Plätze für Kinder unter drei und 61 Plätze für Kinder über drei Jahren. Etwas kleiner ist das Montessori-Kinderhaus Regenbogen an der Konrad-Adenauer-Straße. Es gibt insgesamt 34 Plätze, davon 22 für Kinder über drei und zwölf für Kinder unter drei Jahren. In der Grundschule an der Bischofstraße soll sich in Zukunft eine ganze Menge tun. Der Neubau der Turnhalle sowie der Sanitäranlagen spielen dort wichtige Rollen. Die Arbeiten werden für die Jahre 2020 und 2021 avisiert.

Fazit: Der Grundstein für ein familienfreundliches Umfeld ist definitiv gelegt. An mancher Stelle gäbe es Verbesserungsmöglichkeiten. Aber verglichen mit vielen anderen Ortsteilen wäre dies ein Jammern auf hohem Niveau. Gut ist, dass sich an der Grundschule etwas tun soll, damit das Gebäude auf den neusten Stand gebracht wird. Und auch ein weiterer Spielplatz wäre gar nicht so verkehrt. Bei der Größe des Ortes wäre doch mit Sicherheit noch irgendwo ein Plätzchen dafür vorhanden

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