Jahresabschlussbericht: Seniorenzentrum ist weiter auf Zuschüsse angewiesen

Jahresabschlussbericht : Seniorenzentrum ist weiter auf Zuschüsse angewiesen

Mit einem Jahresfehlbetrag von 320.000 Euro schließt das Senioren- und Sozialzentrum das Geschäftsjahr 2018 ab. Das wird aus dem Jahresabschlussbericht deutlich, der am Dienstag ein Thema in Hauptausschuss und Rat sein wird. Die Mitglieder entscheiden darüber, ob Geschäftsführerin Gabriele für das vergangenen Geschäftsjahr entlastet wird.

Erst in der Stadtratssitzung im Mai stellte Makola die finanzielle Entwicklung der Einrichtung vor. Die Zahlen, die Hauptausschuss und Stadtrat damals genehmigte, hatten mit den ursprünglichen Planungen nicht viel zu tun. Überplanmäßige Haushaltsmittel in Höhe von 814.000 Euro wurden bereitgestellt. Ein Grund: Die Einrichtung was auch sechs Monate nach dem Umzug nicht so ausgelastet wie sie es eigentlich sein sollte.

Eine Situation, die nicht neu war. Immer wieder stellten Rat und Verwaltung in den vergangenen Jahren entsprechende Mittel bereit, damit die Einrichtung weiter existieren konnte. Laut den Wirtschaftsplänen sollte im kommenden Jahr die schwarze Null erreicht werden – eigentlich.

Ein Problem: Der Wirtschaftsplan für das Jahr 2019 habe auf Daten mit Stand von Ende Oktober 2018 basiert und sei mit vielen Unwägbarkeiten und Risiken einhergegangen, die vorrangig aus den neuen Strukturen des Seniorenzentrums und der Inbetriebnahme von weiteren Fachbereichen resultiert hätten, erklärte Makola vor den Sitzungen im Mai gegenüber unserer Zeitung. Für die Auslastung der ambulanten Wohngemeinschaften und der Tagespflege lagen Ende Oktober 2018 fiktive Wirtschaftlichkeitsberechnungen des Spitzenverbandes zur Grunde. Die Belegung war Ende Mai noch nicht so weit fortgeschritten, wie ursprünglich geplant. Der verzögerte Umzug habe seit August zu einem Aufnahmestopp in der stationären Pflege sowie zu weiteren Kostenverschiebungen geführt, hieß es in der Vorlage. Seit Januar sei das Leistungsangebot zudem um zwei weitere Fachbereiche erweitert worden: Dazu gehöre die Tagespflege mit 20 Plätzen und das Angebot der ambulanten Wohneinheiten mit 24 Mieteinheiten. Zusätzlich gibt 80 stationäre Pflegeplätze. In der einstigen Einrichtung am Amselweg gab es 61 Pflegeplätze, die nicht mehr den gesetzlichen Standards entsprachen.

69 der insgesamt 80 Plätze im Seniorenheim waren Ende Mai belegt. Für zumindest eine ambulante Wohngemeinschaft mit zwölf Wohneinheiten soll sechs Monate nach dem Einzug bereits ein neues Konzept ausgearbeitet werden.

In der Vorlage ist ausgeführt, dass die Gesellschaft nach einem Jahresfehlbetrag im Vorjahr in Höhe von 264.000 Euro das Geschäftsjahr 2018 mit einem um 56.000 Euro höheren Jahresfehlbetrag (32.000 Euro) abschließt. Dem Anstieg liegen um 243.000 Euro höhere Gesamtaufwendungen, denen nur um 187.000 Euro gestiegene Gesamterträge gegenüberstehen zugrunde. Dabei enthalten die Gesamtaufwendungen des vergangenen Jahres die Kosten für den Umzug in das neue Gäude in Höhe von 50.000 Euro.

Der Fehlbetrag resultiere vor allem aus dem negativen Ergebnis in der stationären Pflege. Die Auslastung der stationären Pflege lag 2018 deutlich unterhalb der Kalkulationsgrenze von 98 Prozent. Im stationären Bereich konnte die Auslastungsquote von 75,2 Prozent im Vorjahr auf 80,5 Prozent in 2018 verbessert werden. Der Fehlbetrag in diesem Bereich beläuft sich dennoch auf 568.000 Euro. Der Neubau, der vier Monate später als geplant fertig wurde, werde voraussichtlich erst mittel- bis langfristig zur Verbesserung des betrieblichen Gesamtergebnisses beitragen. Die Bilanzsumme der Gesellschaft betrage zum 31. Dezember 630.000 Euro und vermindere sich damit gegenüber dem Vorjahr um 291.000 Euro – bedingt durch den Rückgang der liquiden Mittel.

Diese beliefen sich zum 31. Dezember auf 244.000 Euro. Das langfristige Vermögen werde zum Bilanzstichtag jedoch nicht in voller Höhe durch das langfristige Kapital gedeckt. Es bestand zum 31. Dezember eine Unterdeckung in Höhe von 35.000 Euro nach einer Überdeckung von 319.000 Euro im Vorjahr. Aus diesem Grund sei davon auszugehen, dass die Gesellschaft weiterhin auf Zuschüsse der Stadt Stolberg angewiesen sei.

(se)
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