Seniorenwohn- und Sozialzentrum eingeweiht

Alte Propst-Grüber-Schule : Seniorenwohn- und Sozialzentrum eingeweiht

Aus der ehemaligen Propst-Grüber-Schule und der Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge ist nunmehr nach etwas mehr als einjähriger Bauzeit ein modernes Seniorenwohn- und Sozialzentrum auf der Liester geworden.

„Die vielen Ideen und Visionen durchzusetzen, war nicht immer einfach.Und oft mussten wir Kompromisse schließen, ohne das Ansehen zu verlieren“, so Geschäftsführerin Gabriele Makola bei der Einweihung des Hauses. So hätte sich zwar der Umzug um mehr als drei Monate verzögert, aber letztendlich sei er am 28. November 2018 Schritt für Schritt erfolgreich über die Bühne gegangen.

Der Dank ging an die vielen Mitarbeiter, die den oft steinigen Weg mitgegangen sind, sich nicht verunsichern ließen und über sich hinauswuchsen, um diese Mammutaufgabe gemeinsam zu erfüllen. Heute könne man stolz sein auf das Geleistete, und daher sei der Neujahrsempfang eine gute Gelegenheit, zurückzublicken und Danke zu sagen.

Im Anschluss wurde die besonders geschmackvolle und ansprechend eingerichtete Kapelle feierlich mit einem ökumenischen Wortgottesdienst durch Pastor Hans-Rolf Funken und Pfarrer Axel Neudorf eingesegnet, wobei Gunther Antensteiner für die schmeichelhafte Begleitung der Lieder sorgte.

Der Ort des Glaubens und Innehaltens sei ein hoffnungsvolles Zeichen und stimme zuversichtlich in Anbetracht der Schließungen, Umwidmungen und Abrisse von Gotteshäusern derzeit. Pfarrer Axel Neudorf bezog sich in seiner Ansprache auf den Psalm 127 und machte deutlich, wie wichtig zwar das Fundament, der Bauplan, die soliden Bausteine und fähigen Architekten seien, es jedoch der schöpferische Geist ist, damit ein Bauwerk gelingt. Er wünschte sich weiterhin Menschen, die das Sozialzentrum liebenswert und lebendig erhalten.

Dem schloss sich Städteregionsrat Tim Grüttemeier an die Einsegnung an. Er ließ noch einmal Revue passieren, wie viel Diskussionen es um die Pflegeeinrichtung gegeben hatte und bedankte sich dann bei allen Parteien für die Zustimmung zu diesem Projekt. Der Umzug sei eine große Energieleistung gewesen, bei der sich viele Freiwillige mit eingebracht und Übermenschliches geleistet hätten.

Im Hause befinden sich 152 freundliche Appartements, die alle mit einem 24-Stunden-Notrufsystem ausgestattet sind. Der stationäre Pflegebereich verfügt über achtzig Plätze und ist in drei Wohnbereiche unterteilt. Zwanzig Plätze stehen für die Tagespflege zur Verfügung, und dazu gibt es zwei ambulante Wohngemeinschaften für je zwölf Bewohner.

Wichtiger Baustein

Robert Voigtsberger als erster Beigeordneter dankte im Namen der Verwaltung für dieses neue Angebot und sprach von einem weiteren wichtigen Baustein angesichts des demografischen Wandels. Die Verschiebung der Alterspyramide sei wohl eine der drängendsten Zukunftsaufgaben der gegenwärtigen Zeit. Die Menschen werden älter, aber zugleich rücken aufgrund der niedrigen Geburtenrate immer weniger junge Menschen nach, um den alten Menschen die Hilfe und Unterstützung zukommen zu lassen, die sie brauchen. Der Verwaltung obliege es, sich diesen Rahmenbedingungen zu stellen und Antworten zu finden, um eine wirklich generationengerechte Stadt zu verwirklichen. Zugleich schaffe der Pflegebereich als wachsender Markt neue und zukunftsfeste Arbeitsplätze.

In der neuen Einrichtung haben sechzig Menschen eine Anstellung gefunden, sei es in Teil- oder Vollzeit und in ganz unterschiedlichen Bereichen. Dennoch müssen weitere Angebote im Bereich des betreuten Wohnens geschaffen und weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewonnen werden. Er wisse, dass nicht alles aus eigener Kraft zu bewerkstelligen sei und schätze die vielen starken und kompetenten Partner an seiner Seite, so Voigtsberger. Es gelte, die Pflegeberufe zu unterstützen und ihnen die notwendige Anerkennung zukommen zu lassen, um den Weg gemeinsam zum Wohle der Stadt Stolberg weiter zu beschreiten.

Bei diversen Getränken und erlesenen Fingerfood Snacks bestand die Möglichkeit, mit dem einen oder anderen der Gäste noch ins Gespräch zu kommen. Das Duo Anna Schulte (Gesang) und Silas Nobel (Piano) sorgte derweil mit unterhaltsamen Popsongs für eine angenehme Atmosphäre.

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