Stolberg: Schulstart: Alles angerichtet für den Ernst des Lebens

Stolberg: Schulstart: Alles angerichtet für den Ernst des Lebens

Die Geschichte mit dem Buch findet Annette Voigt so gut, dass sie sie gleich ein zweites Mal erzählt. Am schönsten sei, sagt die Lehrerin der Grundschule Bischofstraße, wenn zum morgigen Schulanfang jedes Stolberger Kind in seiner Schultüte eine Ausgabe von „Der Ernst des Lebens” finden würde, es handelt sich dabei um ein Vorlesebuch mit vielen großen Bildern.

Und irgendwie ginge es ja auch darum, dass am Mittwoch viele Kinder auf einer der zehn Stolberger Grundschulen in einen neuen Lebensabschnitt wechseln, in dem Ernsthaftigkeit eine große Rolle spiele.

Ein Buch also mit bunten Bildern für die Schultüte, und was noch? „Ein bisschen was zum Schmunzeln, ein Mini-Verbandspäckchen für kleine Wehwechen, Jonglierbälle um die Geschicklichkeit zu trainieren, wären auch nicht schlecht”, lacht Voigt. Und, natürlich, „was zum Naschen. Aber bitte keine Schultüten voll mit Süßigkeiten.”

Nett wäre auch, sagt die Lehrerin, wenn das Kind Zuhause einen kleinen Brief der Eltern finden würde, auf dem der vielzitierte Ernst des Lebens spielend und humoristisch dargestellt werde. „Die Kleinen erwartet in der Schule ja auch viel Freude.”

Damit genau das eintrifft, müssen die Schulen und ihre Träger selber auch ihren Teil beitragen. Die Ferienzeit jedenfalls nutzte das Hochbauamt, um das ein oder andere Gebäude zu sanieren.

Große energetische Projekte waren allerdings nicht dabei, sagt Ulrich Coopmann, Leiter des Hochbauamtes: „Viel Personal war in diesem Jahr in der Gesamtschule eingespannt, da haben wir uns auf kleinere Arbeiten beschränkt, die aber schlecht während der Unterrichtszeit durchgeführt werden können.”

So wurden an der Hauptschule Kogelshäuser Bodenbeläge ausgetauscht, Flure und das Treppenhaus gestrichen, ebenso die Turnhalle der Grundschule Bischof­straße. Am Goethe-Gymnasium wurden kleinere „Restarbeiten” (Coopmann) der Mensa abgeschlossen, an der Zweifaller Grundschule Thermostatventile installiert.

Unterdessen warnen Krankenkassen vor zu schweren Schulranzen. Mehr als zehn Prozent (in gepacktem Zustand) des eigenen Körpergewichtes seien schädlich für die Haltung, dauerhafte Schäden könnten so schon in frühen Jahren leichtfertig entstehen. Auch Stabilität, Gurtlänge und Haltbarkeit seien wichtig für den Komfort.

Es ist also alles angerichtet, jetzt hängt alles an den „i-Dötzchen”, dass sie den Ernst des Lebens an- und nicht ausschließlich wortwörtlich nehmen. „Schule soll ja auch Spaß machen”, sagt Lehrerin Annette Voigt. Ob dieser allerdings schon mit der Schultüte aufgebraucht ist, das sagt sie nicht.