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Europäische Mobilitätswoche: Schule setzt auf Halteverbote gegen Elterntaxis

Europäische Mobilitätswoche

Schule setzt auf Halteverbote gegen Elterntaxis

Geht es nach den Schulen in Stolberg sollten mehr Kinder mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Dazu haben die Einrichtungen versucht an die Eltern zu appellieren. FOTO: Ralf Hirschberger

Stolberg Sicherheit im Straßenverkehr für Schülerinnen und Schüler, das haben sich Stolberger Schulen zum Motto für die Mobilitätswoche gemacht. Das Ziel: Mehr Fahrradfahrer, weniger Elterntaxis.

Richtig über die Ampel gehen und den Radverkehr stärken – Schulen in Eschweiler und Stolberg haben in der vergangenen Woche mit verschiedenen Aktionen das Thema „Verkehr“ in den Blick genommen. Den Anlass dazu gibt die Europäische Mobilitätswoche (EMW), die an diesem Dienstag zu Ende geht. So war an der Grundschule Prämienstraße in Stolberg das Maskottchen der EMW zu Gast: Edda. Die Kinder erklärten der kleinen knubbeligen schwarzen Figur, was sie alles schon über das richtige Verhalten im Straßenverkehr wissen: „Und sie haben Edda gezeigt, warum man als Fußgänger eine Ampel benutzt“, erzählt Rosemarie Schröder, Leiterin der Grundschule. Gerade bei den Erstklässlern sei der Besuch des Maskottchens gut angekommen.

Dass die Kinder gut zur Schule kommen, ist der Rektorin ein besonderes Anliegen: „Wir haben den Fokus dieses Jahr auf die Sicherheit im Straßenverkehr gelegt“, ergänzt Schröder. Der Schule sei es wichtig, dass möglichst viele der Kinder zu Fuß kommen, statt sich von den Eltern im Auto bringen zu lassen. Im Mathematikunterricht hat sich daher eine Klasse damit beschäftigt, wie die Kinder der Grundschule Prämienstraße aktuell zur Schule kommen, hat Strichlisten geführt und Diagramme erstellt.

Initiative der EU-Kommission

Neue Ideen für den Verkehr

Die Europäische Mobilitätswoche (EMW) ist eine Initiative der EU-Kommission und findet seit 2002 jährlich statt. Städte und Gemeinden sind dazu aufgerufen, sich in dieser Woche mit nachhaltiger Mobilität auseinanderzusetzen und neue Verkehrskonzepte auszuprobieren. In Aachen ist in diesem Jahr anlässlich der EMW die Theaterstraße für den Individualverkehr gesperrt worden.

Im normalen Schullalltag setzt die Schule zudem auf das sogenannte Verkehrszähmer-Projekt. Damit sollen die Schülerinnen und Schüler animiert werden, von sich aus zu Fuß zur Schule zu gehen. In der Prämienstraße sammeln die Klassen für jedes Kind, das nicht mit dem Auto zur Schule gebracht wird, Sterne. Wenn eine bestimmte Anzahl von Sternen erreicht ist, gibt es eine Belohnung, zum Beispiel eine zusätzliche Pause oder ein besonderes Projekt. „Wir stellen fest, dass inzwischen mehr Kinder zu Fuß zur Schule kommen“, meint Schröder. Und das sei gut so. Denn die sogenannten Elterntaxis sind auch in der Prämienstraße ab und an ein Problem. „Die Situation hat sich aber entschärft“, fügt Schröder hinzu.

Straße blockiert

Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren, sind auch am Stolberger Goethe-Gymnasium ein großes Problem. „Einmal hatten wir einen medizinischen Notfall in der Schule. Der Krankenwagen kam allerdings nicht durch, weil die Eltern zum Teil in zweiter Reihe gehalten haben und die Straße blockiert war“, erzählt Lehrer Albrecht Birkelbach, der die Teilnahme an der europäischen Mobilitätswoche maßgeblich mitinitiiert hat.

Da die Situation vor der Schule täglich gefährlich für die Schüler sei, habe sich die AG Verkehrsplanung damit auseinandergesetzt, wie man die Lage an der Schule entschärfen könnte. Viele ihrer Ideen konnten die Schülerinnen und Schüler in der EMW umsetzen. Dazu gehörten zum Beispiel erweiterte Parkverbote und die Einrichtung einer Elternhaltestelle ein paar Meter Fußweg von der Schule entfernt. Die Bilanz: durchwachsen.

„Es gab alle Reaktionen: Von begeistert bis zu aggressiv“, schildert Birkelbach seine Eindrücke. Solange die Polizei oder das Ordnungsamt an der Schule kontrolliert hätten, solange hätten sich die Eltern eher an die Vorschriften gehalten, sobald keine Kontrollen erfolgten, hätte wieder Chaos geherrscht. „Manche Eltern bestehen darauf, ihr Kind bis zur Schultür zu bringen. Am liebsten würden sie es direkt in die Klasse fahren.“

Mehr Fahrradfahrer

Hoffnung macht Birkelbach derweil, dass mittlerweile viel mehr Schüler mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Nicht umsonst hat das Goethe-Gymnasium vor einiger Zeit den Preis als fahrradfreundlichste Schule in Deutschland bekommen. Und ihre Drahtesel können die Schüler mittlerweile an einem überdachten Fahrradständer abstellen. „Früher kamen 30 Schüler mit dem Rad, heute sind es über 100“, resümiert Birkelbach. Zum Abschluss der EMW gibt es heute auf dem Schulhof noch einen Parcours zur Fahrsicherheit. Für die 5. Klassen heißt es: Rauf aufs Rad und die EF – die ehemalige 10. Klasse – darf sich auf dem E-Scooter austoben.

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