Stolberg: Schule fällt bei der Prüfung negativ auf

Stolberg: Schule fällt bei der Prüfung negativ auf

Wenige Wochen nach dem Amoklauf von Emsdetten fiel der Startschuss zur Verschärfung der Sicherheitskonzepte. Für die Schulen im Land wurden Notfallpläne entwickelt, die Krisenprävention bekam neue Bedeutung.

Zwei Jahre später waren die neu entwickelten Prinzipien für eine Partnerschaft von Polizei und Schulen in der gesamten Städteregion umgesetzt. In ganz engem Kontakt, so schildert Polizeisprecher Paul Kemen heute, habe man sich auf Notfallpläne verständigt, bei denen man sich unbedingt aufeinander verlassen können müsse.

Aber es ging nicht nur um Amokprävention, sondern um die allgemeine Sicherheit in den Schulen. Und so kamen flächendeckend Flucht- und Rettungspläne in alle Etagen der öffentlichen Gebäude. Nachtleuchtende Fluchtwegpfeile ergänzten die Hinweise auf die schnellsten Wege ins Freie.

Eine Stolberger Schule ist bei dieser Großaktion aber mehr oder weniger auf der Strecke geblieben: Die Grundschule Bischofstraße in Büsbach, die nach Auskunft von Schulleiterin Irmgard Remmert bis ins Jahr 2010 renoviert wurde, sollte gleich im Anschluss daran die „Aushängeschilder” des Sicherheitskonzepts erhalten. Doch sie musste warten - und fiel bei der Qualitätsanalyse der Bezirksregierung prompt negativ auf: Beim ersten Termin im Rahmen der Qualitätsmanagement-Prüfungen stand ein Rundgang an, bei dem Raumangebot und Sicherheitsbestimmungen thematisiert wurden.

Dies ist, glaubt man dem Leiter des Stolberger Schulverwaltungsamts, Udo Griese, nicht unbedingt Kernpunkt der Prüfungen. Der liege eindeutig im pädagogischen Bereich. Doch die Stadt als Schulträgerin der Büsbacher Einrichtung wird im abschließenden Bericht die Missstände Schwarz auf Weiß zu lesen bekommen. Zwar hat die Schule, wie die anderen auch, Nottelefone und Geheimnummern erhalten, aber eben noch keine Raumkennungszahlen an den Wänden und noch keine Tafeln in den Fluren.

Das soll sich bis Schuljahresende ändern, verspricht Claus Sieverding vom Hochbauamt, der nicht verhehlt, dass die lange Wartezeit der personellen Besetzung geschuldet sei. Sieverding selbst muss sich federführend um den Gesamtschulumbau kümmern, will aber in den nächsten Wochen die „Löcher” in Büsbach mit stopfen. Laut Schulleiterin Irmgard Remmert muss in Büsbach allerdings auch noch ein Raumnummernkonzept entwickelt werden. Die Schule ist in vier Gebäuden zu Hause; daher müsse jede Raumnummer auch sofort auf das richtige Haus hinweisen, damit keine Unklarheit aufkommen könne.

Nun war die Schule Bischof­straße nach der Schule Talstraße die zweite Stolberger Schule, in der sich die Bezirksregierung anmeldete. Dennoch sind weitere Überraschungen ausgeschlossen, wie der Schulverwaltungsamtschef betont: „Auch das Nummernsystem ist damals von der Polizei in allen Schulen vorgestellt und mit hoher Priorität umgesetzt worden. „An allen anderen Schulen müsste alles fertig sein. Ich habe jedenfalls keine Negativmeldung erhalten”, sagt Udo Griese. Man habe das seinerzeit versucht zu zentralisieren und zügig umzusetzen.

Hausmeister Oliver Bleimann kann das bestätigen. Er erinnert sich, dass sämtliche Notfallmaßnahmen mehr oder weniger in einem Guss umgesetzt worden seien. Er hat die Raumnummern an der Grundschule Grüntalstraße selbst angebracht. Das sei alles schon vor gut eineinhalb Jahren erledigt gewesen.

Wenn der Nachzügler dann vor dem neuen Schuljahr dann auch noch versorgt ist, sollte in Stolberg wieder Gleichberechtigung herrschen.

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