Stolberg-Zweifall: Schießstand: Überzeugungsarbeit bis zur Ratssitzung

Stolberg-Zweifall: Schießstand: Überzeugungsarbeit bis zur Ratssitzung

Jetzt oder nie - so hatte es der CDU-Fraktionsvorsitzende Tim Grüttemeier in der Ratssitzung am vergangenen Dienstag sinngemäß auf den Punkt gebracht. Jetzt oder nie - das entspricht auch der Einschätzung von Schulpflegschaft und Schützen.

Die kämpfen gleichermaßen und mittlerweile auch gemeinsam darum, dass die St.-Sebastianus-Bruderschaft einen Schießstand außerhalb der Zweifaller Grundschule bekommen wird.

Für den 20. Oktober haben beide Seiten die Fraktionen zu einem Gespräch eingeladen. Genau eine Woche vor der vermutlich entscheidenden Sitzung des sich dann neu konstituierenden Stadtrates wollen Eltern und Schützen den Politikern noch einmal vor Ort klarmachen, wie wenig tragbar die aktuelle Situation ist.

„Die Fraktionen können sich vor Ort noch einmal von der prekären Nutzungsproblematik überzeugen”, hofft Schulpflegschaftsvorsitzende Vanessa Genter, dass die Gestaltungsmehrheit in ihrem Sinne doch noch zur Einsicht kommen und dem Kompromissvorschlag der CDU zustimmen wird.

Der sieht im Kern vor, dass die Stadt das Vereinsheim des VfL Vichttal am Brändchen für 40.000 Euro kauft und es spätestens ab 1. Januar 2011 an die Schützen vermietet. Diese wiederum haben sich bereiterklärt, einen gebrauchten Schießstand anzuschaffen, wenn die Stadt ihnen für etwa die Hälfte der Investitionssumme - zwischen 20.000 und 25.000 Euro - ein zinsgünstiges Darlehen gewähren würde.

„Nur ein alternativer Standort”

„Wir haben jetzt die einmalige Gelegenheit, für eine dauerhafte Entspannung der Situation in Zweifall zu sorgen”, verweist Tim Grüttemeier auf die Tatsache, dass der VfL Vichttal sein Blockhaus abbauen und auf dem Vichter Dörenberg wieder aufbauen wird, wenn es nicht zu einem Ankauf durch die Stadt kommt.

„In drei Monaten wird es zu spät sein, deshalb muss die Verwaltung jetzt zügig handeln”, fordert der Fraktions- und Parteichef. Der sieht in seinem Kompromissvorschlag nicht nur eine gute Lösung für Schützen und Schule. „Das Vereinsheim könnte zukünftig auch für Feste genutzt werden. Davon würden alle Bürger profitieren, schließlich gibt es in Zweifall im Gegensatz zu anderen Stadtteilen kein Bürgerhaus oder einen vergleichbaren Veranstaltungsort.”

Vehement wehrt sich Vanessa Genter dagegen, dass das Thema erneut vertagt wird, wie es SPD und FDP vorgeschlagen hatten. „Die Zusage, dass weiter nach einem geeigneten Standort für einen Schießstand gesucht werde, reicht uns nicht, weil damit der aktuelle Zustand auf Jahre festgeschrieben wird. Es gibt nur einen einzigen alternativen Standort, und der muss genutzt werden”, zeigt sich Genter überzeugt.

Ob diese Überzeugung auch im Kreise der Gestaltungsmehrheit, die jetzt offiziell als Koalition firmiert, einsetzen wird, bleibt derweil abzuwarten. Vor allem die FDP hat sich durch die Ankündigung ihres Fraktionsvorsitzenden Bernd Engelhardt, alle Ausgaben konsequent auf den Prüfstand stellen und kein Geld für Zweifall ausgeben zu wollen, sehr hohe Hürden auf dem Weg zu einem möglichen Einlenken gestellt. Skepsis herrscht weiterhin auch in der Verwaltung. Sie ist dem Vernehmen nach vor allem durch möglichen Folgekosten bedingt, die auf die Stadt als Eigentümerin der Immobilie zukommen könnten.

Man darf gespannt sein, wie sich die Bedenkenträger am Ende entscheiden werden. Die Tage bis zur Ratssitzung am 27. Oktober wollen Schützen und Eltern aber in jedem Fall nutzen, um weitere Überzeugungsarbeit zu leisten.

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