Schauspieler Tom Keune ist am Donnerstag in der ARD zu sehen

Fernsehen : Von der „Eifelpraxis“ bis nach Prag

Es eines Tages bis nach Berlin zu schaffen – davon hat der Schauspieler Tom Keune vor acht Jahren noch geträumt. Damals hat er im Interview in unserer Zeitung gesagt, dass er in der Hauptstadt in der Fernseh- und Werbebranche Fuß zu fassen möchte.

 Heute, acht Jahre später, ist er genau dort angekommen. Keune lebt in Berlin und kann gut von der Schauspielerei leben. Sein persönliches Ziel hat er aber noch nicht erreicht,  wie er sagt: „Die Kurve kann gerne noch weiter nach oben gehen.“

Angefangen mit einer Ausbildung an der Schauspielschule Kiel hat sich die Karriere des in Aachen geborenen und in Stolberg aufgewachsenen Keune in den letzten acht Jahren stetig weiterentwickelt. Theaterrollen wie etwa im Landestheater Schwaben und im Theater Plauen-Zwickau hat er hinter sich gelassen, stattdessen spielt er jetzt in deutschen Film-und Fernsehproduktionen mit. In der ARD ist Keune seit 2016 in der Serie „Die Eifelpraxis“ als Dorfpolizist und Muttersöhnchen Volker Böhl zu sehen, auch in Reihen wie  SOKO Leipzig und SOKO Wismar hatte er mehrere Nebenrollen.

Für die Dreharbeiten zur „Eifelpraxis“ kommt Keune gerne in die alte Heimat, ansonsten ist er nicht oft in der Region, obwohl seine Eltern noch in Aachen leben. Die Hauptstadt eignet sich besser als Karriere-Sprungbrett: Dort sind viele Produktionsfirmen zu Hause – und für  Castings ist Keune direkt vor Ort.

Keunes neues Projekt ist eine Rolle in der ersten Folge der Fernsehreihe  „Der Prag-Krimi“, die am 6.Dezember in der ARD ausgestrahlt wird. Dort spielt Keune den Kunstexperten Rene Wagner, der nach einem Mord bei einem Junggesellenabschied als einer der Verdächtigen gilt – und bei seinen Freunden als Außenseiter.

Eine Rolle, die Keune vertraut ist. Oft mimt er die Antihelden oder, wie er es selbst formuliert: „Heteromänner im besten Alter mit Hang zur Schwierigkeit“.  Glatte Figuren interessieren ihn nicht, sagt er, „aber dafür werde ich auch gar nicht angefragt“.

Dass er überhaupt regelmäßig angefragt wird, habe Keune einer Mischung aus Glück und Ehrgeiz zu verdanken: Zu Beginn seiner TV-Karriere wurde er zunächst für kleine Nebenrollen besetzt, später dann für größere Produktionen und  Werbedrehs. Durch die Referenzen habe sich dann „ein Schneeballeffekt“ eingestellt. Mittlerweile dreht Keune, der in Stolberg übrigens das Ritzefeld-Gymnasium besuchte, an 30 bis 40 Tagen im Jahr. Davon könne er gut leben, sagt er, Existenzängste kennt er allerdings trotzdem: „Ich glaube, das ist eine Schauspieler-Krankheit: Sobald eine Sache abgedreht ist, denkt man direkt daran, ob weitere Anfragen kommen.“ Und wenn dann mal über einen längeren Zeitraum nichts kommt? „Dann werde ich nervös.“

Vater von drei Kindern

Dabei weiß Keune die Zeit zwischen den Drehtagen gut zu nutzen, er ist Vater von drei Kindern und reist in seiner Freizeit. Viel davon bleibt ihm aber nicht. Denn pro Drehtag fallen etwa fünf bis sieben Tage Arbeit an.  „Casting, Kostümprobe, Text lernen – das alles passiert vorher. Der Dreh ist dann nur das Pflücken der Frucht.“

Die „Ernte“ macht ihm aber auch nach vielen Jahren noch Spaß.  Einen Plan B gibt es für ihn nicht, sagt er. „Die Schauspielerei ist   mein Traumberuf.“