Stolberg: Sause lässt den Donnerberg beben

Stolberg: Sause lässt den Donnerberg beben

„Its Stolberg calling: Twelve Points go to Donnerberg. Douze Points pour le K.O.T.”: Im Sprachjargon des Fernsehsamstags würde sich eine Bewertung der „Sause” aus Sicht der Zuschauer wohl derart anhören.

„Sieht so aus, als wäre das ganze Dorf hier”, ruft deshalb auch Bernd Weiss vom Aachener Musiktrio „Lagerfeuer” in die laue Sommernacht, und ein begeisterter Pfarrer Funken jubelt: „Es ist einfach großartig. Der Rückhalt der jungen Menschen hier auf dem Donnerberg ist immens”.

Während bundesweit über acht Millionen Zuschauer den Eurovision Song Contest verfolgen, bleiben auf dem Donnerberg die meisten Mattscheiben schwarz. Denn weit über 600 Zuschauer strömen zur dritten Ausgabe der „Sause unterm Sender” - entscheiden sich für die Pfarrwiese und gegen den Fernsehsessel, für das Live-Erlebnis und gegen das flimmernde 16:9- Format. Auch Weihbischof Karl Borsch lässt sich die „Sause” nicht entgehen. Der Ehrengast kommt direkt von der Firmfeier in St. Hermann-Josef zum Donnerberg. „Er war absolut begeistert”, berichtet später K.O.T.-Leiter Jörg Beißel, der „immer wieder baff” ist, „wie super das angenommen wird”.

Gerade spielt die Coverband „The Epic of a Hero”. Aaron (25), Christoph (23) und Son (23) rocken die Bühne. „Phänomenal” findet nicht nur Beißel.

„Wir spielen alles, was uns gefällt”, bekunden die drei Jungmusiker - und treffen damit voll und ganz den Geschmack des Publikums. Seit drei Jahren machen sie gemeinsam akustische Musik, vorher gab es das Trio bereits als Metal-Band. Sie glänzen als eingespieltes Team - und haben in dieser Hinsicht viel gemein mit den (wahren) Protagonisten der Sause: den leisen, unauffälligen neben der Bühne, im Bierwagen, hinter dem Grill, denen, die überall sind, wo Hilfe gebraucht wird.

„Ohne sie wäre dies alles einfach nicht möglich. Sie sind jetzt am Konzertwochenende drei Tage im Dauereinsatz - und die Vorbereitungen laufen ja schon über Monate”, sagt Beißel. Man merkt ihm den Stolz an, seine Begeisterung für die vielen jungen Menschen, die durch ihr ehrenamtliches Engagement dafür sorgen, dass die gesellige Musikparty den Donnerberg wieder ordentlich zum Beben bringt.

Eine Tatsache, an der natürlich auch die Bands auf der Bühne maßgeblich Anteil haben: Die Big Band des Ritzefeld-Gymnasiums, die „Crack Field Stompers”, und die bereits erwähnten Jungstars um Leadsänger Aaron, die die immer größer werdende Zuschauermenge am Frühabend auf Touren bringen - und natürlich die Aachener Formation „Lagerfeuer”, die später für die Stimmungsexplosion sorgt.

Mit flotten Sprüchen: „Das ist keine Chorprobe, selbst wenn die Pfarrkirche gleich nebenan ist, sondern ein echtes Rockkonzert”, Comedy-Einlagen und einer stets abwechslungsreichen Musikperformance, gespickt mit aktuellen Hits und echten Klassikern, bringen Bernd Weiss (Gitarre), Heiko Wätjen (Kontrabass) und Yann le Roux (Percussion) das Publikum zum Kochen.

Die Party geht bis tief in die Nacht - ein Versprechen für das nächste Jahr steht bereits. „Inzwischen hat die Sause Tradition”, hat Beißel stolz verkündet. Und Tradition verpflichtet bekanntlich - Stolberg und die Donnerberger würde es freuen.