Rückblick: Kirche St. Josef im Mittelpunkt

Damals und heute : Ein historischer Blick auf die Schevenhütter Kirche St. Josef

Im 178. Teil unserer Serie „Gleich und doch anders - Ansichten über Jahrzehnte“ geht es um das Zentrum von Schevenhütte.

Auf dem 1972 entstandenen historischen Foto ist in der Bildmitte das Schevenhüttener Gotteshaus zu sehen. Die spätgotische, dreischiffige Hallenkirche ist 1889/90 entstanden. Sie ist das Werk des damaligen Aachener Stiftsbaumeisters (heute Dombaumeister) Peter Peters, dessen Handschrift auch die um 1900 errichtete Atscher Kirche trägt.

Als Bauplatz hatten Architekt und Pfarre ein Grundstück an der Ecke Daens-/Langerweher Straße ausgewählt, das zuvor auch dem Vorgängerbau als Standort gedient hatte. Dieser war im Gegensatz zum Nachfolgebau nach Osten ausgerichtet, 1668 entstanden und hatte parallel zur Daensstraße gelegen.

Blickfang im Innern des im späten 19. Jahrhundert errichteten Nachfolgebaues sind die 1993 eingeweihten Glasfenster. Sie sind überwiegend das Werk von Georg Meistermann (1911 - 1990), der seine Werke den Ereignissen des Kirchenjahres gewidmet hat. Weitere Fenster tragen die Handschrift des 1932 geborenen Künstlers Herbert Falken, der von 1977 - 1989 als Pfarrer an St. Josef in Schevenhütte tätig war.

Die im Kircheninneren vorhandenen Glasmalereien sind seit Mitte der 1990er Jahre Pilgerstätte bundesweiter und internationaler Kunstexperten. Auf dem Vergleichsfoto ist rechts ein weiteres Gebäude abgebildet. Von dem quer zur Straße stehenden Bruchsteinbau sind im Erd- und Obergeschoss jeweils zwei Fensterachsen abgelichtet. Dieses Gebäude ist vermutlich Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut worden. 1787 waren Arnold Nolden und Christina Lambertz Besitzer. Wahrscheinlich hatte das fast 300-Jahre alte Gebäude einen Vorgängerbau. Denn 1738 sind in diesem Bereich neun Wohnbauten durch ein Großfeuer zerstört worden.

Mit seiner Getränkereklame nur angeschnitten ist auf der rechten Seite ein weiteres Gebäude. Der Backsteinbau hatte bis in die 1970er Jahre die Traditionsgaststätte „Zur Alten Post“ beherbergt. Links liegt das „Haus Schwan“, ebenfalls eine Traditionsgaststätte. Den Ursprungsbau, der im Spätherbst 1944 im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, hatte man 1738 errichtet. Er war Werk der Eheleute Josef Steffens und Anna Scholl. Ihre Initialen J. S. und A. S waren neben einem Schwanensymbol und dem Datum der Hauserstellung auf dem Schlussstein abgebildet, der sich einst über der Eingangstüre befunden hatte.

Auf dem 1972 entstandenen historischen Foto ist ebenfalls das Schevenhüttener Gotteshaus zu sehen. Foto: Stadtarchiv Stolberg

Auch bei diesem Gebäude, das im Erdgeschoss aus Bruchstein und im Obergeschoss aus Fachwerk bestand, ist davon auszugehen, dass es einen Vorgängerbau hatte. In den ersten Nachkriegsjahren erfolgte ein Wiederaufbau. Schon in der Vorkriegszeit hatte das historische Objekt, das seit Januar 1986 Baudenkmal des Landes NRW ist, eine Gaststätte beherbergt. Sie trägt den Traditionsnamen des Gebäudes und nennt sich folglich „Zum Schwan“.

Einige im Artikel erwähnte Hintergrundinformationen entstammen dem 5-Dörfer-Archiv der Alt-Gemeinde Gressenich im Arbeitskreis Geschichte Mausbach. Geöffnet ist das Archiv immer am ersten Mittwoch des Monats von 15 bis 18 Uhr. Seine Adresse lautet Markusplatz 2a, 52224 Stolberg-Mausbach.

Mehr von Aachener Nachrichten