Stolberg: Roma werden auch heute benachteiligt

Stolberg: Roma werden auch heute benachteiligt

„Vergesse nicht”, lautet die Aufschrift auf einem Karrenrad, das seit 1995 auf dem nach Gustav Wassillowitsch benannten Platz vor dem Stolberger Hauptbahnhof steht. Der Bahnhof war am 2. März 1943 Ausgangsort eines Transportes, der 37 Stolberger Sinti und Roma den Tod im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau brachte.

So stand die Erinnerung an das schreckliche Geschehen im Mittelpunkt einer Gedenkveranstaltung, zu der sich am Sonntagvormittag rund 40 Menschen trafen. An den mutigen Widerstand der Insassen des Zigeunerlagers Auschwitz-Birkenau im Mai 1944 erinnerte Udo Beitzel von der Gruppe „Z”. Er würdigte damit die Verdienste der Männer und Frauen, die der Naziherrschaft getrotzt haben und den Versuch starteten, dem Willkür des Terrorregimes zu entkommen.

Den Blick auf die aktuelle Situation der rund 10 Millionen Sinti und Roma in den Staaten der Europäischen Union richteten Detlef Peikert und Birgit Kreitz vom Bund der Antifaschisten-VVN. Laut Peikert sind besonders die osteuropäischen Zigeuner von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffen. „Ihnen macht die Arbeitslosigkeit und die damit verbundene ökonomische Benachteiligung zu schaffen”, sagte Peikert. Denn immer wieder komme es zu schweren Ausschreitungen und Repressalien.

Die Abschiebepolitik der Bundesregierung prangerte Kreitz an. Sie kritisierte unter anderem die derzeit gängige Praxis, Roma probeweise in den Kosovo abzuschieben, nachdem sich die politische Situation dort stabilisiert hat.