Ritzefeld- und Goethe-Gymnasium: Rückehrung zu G9 nach den Ferien

Abitur nach neun Schuljahren : Gymnasien in Stolberg brauchen mehr Platz für mehr Schüler

Ab kommendem Schuljahr machen Schülerinnen und Schüler ihr Abitur am Ritzefeld- und am Goethe-Gymnasium wieder nach neun Jahren statt nach acht. Das bedeutet, dass die Schulen in sieben Jahren einen Jahrgang mehr unterbringen müssen.

Nach den Sommerferien wird sich am Ritzefeld- und am Goethe-Gymnasium in Stolberg inhaltlich einiges ändern. Beide Schulen kehren ab dem neuen Schuljahr zum Abitur nach neun Schuljahren zurück – G8 hat somit ausgedient.

Auf die Schulen kommen damit nicht nur im alltäglichen Ablauf wieder einige Umstellungen zu, in sieben Jahren, also zum Schuljahr 2026/2027, wird zudem ein zusätzlicher Jahrgang dazukommen, der auch eine räumliche Herausforderung mit sich bringen wird. Denn dann wird der Jahrgang, der nach den Ferien in die sechste Klasse kommt, als erster Jahrgang wieder die Stufe 13 erreichen und somit nach neun Jahren sein Abitur machen.

Uwe Bettschneider, Leiter des Ritzefeld-Gymnasiums, blickt dem Ganzen aber entspannt entgegen. Die letzte Sanierung der Schule sei zwar schon 15 Jahre her, aber platztechnisch werde man auch mit der Umstellung auf G9 vorerst nicht in Bedrängnis kommen. Eine Einschränkung gebe es jedoch mit Blick auf die Zukunft: „Wenn wir vierzügig werden sollten, sieht das Ganze vielleicht wieder anders aus.“ Das sei für kommendes Schuljahr aber nicht geplant. In sieben Jahren müsse man dann schauen, wie auf den Schülerzuwachs reagiert werden könne.

Sanierungsplanungen

Erst kürzlich beschloss der Rat der Stadt Stolberg, Sanierungsplanungen am Goethe-Gymnasium mit Mitteln in Höhe von 50.000 Euro zu unterstützen. Das Geld werde unter anderem auch dafür verwendet, Workshops anzubieten, in denen Schüler, Lehrer und Eltern zusammentragen können, was bei den Sanierungsarbeiten bedacht werden muss, sagte Schulleiter Bernd Decker. In diesem Zusammenhang stehe auch die steigende Schülerzahl in sechs Jahren im Fokus. „Zurzeit sind wir räumlich ausgelastet“, sagt Decker. Bei der damaligen Umstellung auf G8 habe die Schule mehr Räume für die Ganztagsbetreuung benötigt, sodass in sechs Jahren definitiv mehr Räume vorhanden sein müssten. Die Schulgemeinschaft werde dann schätzungsweise von etwa 760 auf etwa 860 Schülerinnen und Schüler wachsen.

Das räumliche Konzept für den Umbau wird neben den gemeinsamen Workshops vor allem auch beinhalten, dass ein Raumplaner das Goethe-Gymnasium auf seine Schultauglichkeit prüfen wird. „Die pädagogischen Anforderungen haben sich seit dem Bau der Schule deutlich geändert“, sagt Petra Jansen vom Amt für Schule. Der Schulalltag lasse sich nicht mehr nur mit Klassen- und einigen Fachräumen bestreiten, sondern erfordere zum Beispiel aufgrund von Ganztagsschule und Differenzierungsmöglichkeiten ein neues Raumkonzept. So müsse beispielsweise gesichert sein, dass die Schülerinnen und Schüler in ihrer Mittagspause auch eine Rückzugsmöglichkeit hätten. Die wachsende Schüleranzahl zum Jahr 2026/2027 müsse dabei natürlich auch berücksichtigt werden.

Läuft alles nach Plan, dann soll die Konzeptionierung, also die architektonisch-technische und die pädagogische Begutachtung des Schulgebäudes, bis Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sein. Wann mit der Sanierung des Goethe-Gymnasiums begonnen werden soll, stehe noch nicht konkret fest, sagte der Technische Beigeordnete Tobias Röhm. Ein „wichtiger Baustein“ bei der Planung sei aber in jedem Fall die Berücksichtigung der steigenden Schülerzahl in sieben Jahren.

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