Stolberg: Rat soll Geld bewilligen für P+R-Anlage

Stolberg: Rat soll Geld bewilligen für P+R-Anlage

Mit dem Eintritt in die neue Legislaturperiode werfen große Projekte ihre Schatten voraus. Genauer gesagt, die Verwaltung bittet den Stadtrat, das Geld dafür bereitzustellen.

Der neue Stellplatz für Wohnmobil-Touristen, der Kreisverkehr an der Münsterbachstraße sowie der Ausbau der P+R-Parkplätze am Hauptbahnhof sind zwar seit langem geplant, sollen nun aber Anfang nächsten Jahres realisiert werden.

Allen voran die Erweiterung der Park-+Ride-Anlage am Bahnhof, die bereits vor zwei Jahren vom Ausschuss für Stadtentwicklung abgesegnet worden war. Inzwischen hat Hans-Joachim Sistenich, der Geschäftsführer des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland, die Förderung signalisiert und Regierungspräsident Hans Peter Lindlar den vorzeitigen Baubeginn genehmigt.

Kooperation mit EVS

85 Prozent der Gesamtkosten von rund 888.000 Euro werden demnach vom Nahverkehrsverband übernommen. Immerhin wird der Stolberger Hauptbahnhof zunehmend in Anspruch genommen als Umsteigepunkt auf den Schienenverkehr, und auch aus Aachen kommen immer mehr Bahnkunden in die Atsch, um den Pendlerzug zu besteigen. Das wiederum in Spitzenzeiten zu einer erheblichen Nachfrage nach Parkplätzen, so dass die Stadt vor etwa einem Jahr bereits provisorisch neue Parkflächen geschaffen hat.

Zum Einen soll dieses Provisorium gegenüber der Einmündung der Propsteistraße ausgebaut und erweitert werden, zum Anderen wird auch die Umgestaltung der vorhandenen P+R-Anlage direkt am Hauptbahnhof angepackt. Denn im Rahmen des Ausbaus der Euregiobahn mit dem Ringschluss nach Alsdorf durch die EVS (wir berichteten) ab Frühjahr fällt zunächst einmal ein Stück des Parkplatzes dem zusätzlichen Stumpfgleis zum Opfer, das neben dem dann neu gebauten Bahnsteig 43 vor dem Hauptbahnhof enden wird.

Entsprechend setzt auch die Stadt auf Tempo, um die P+R-Anlage in Richtung Aachen zu erweitern und den zweiten Platz unterhalb der Königin-Astrid-Straße herzurichten. „Unter dem Strich wird es insgesamt 97 zusätzliche Stellplätze geben”, erklärt Fachbereichsleiter Josef Braun. Die Submission für die Arbeiten ist erfolgt, die Vergabe soll der Fachausschuss im Dezember tätigen, so dass im neuen Jahr „so schnell wie möglich” die Parkplätze hergerichtet werden können. Zunächst muss der Rat am 17.November die Finanzen dafür bereitstellen.

Mit einem Baubeginn im März rechnet Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt derweil für den Kreisverkehr an der Einmündung der Münsterbach- in die Eschweilerstraße, wo der Landesbetrieb auch die städtischen Maßnahmen im Bereich der Kanalertüchtigung koordinieren wird. In der nächsten Woche sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden, mit der Submission wird Anfang Dezember gerechnet, und die Vergabe soll noch in diesem Jahr erfolgen. Die dann beauftragte Firma wird allerdings Spezialrohre bestellen müssen, für die mit einer achtwöchigen Lieferzeit gerechnet wird.

„Das dürfte nicht weiter tragisch sein, denn Januar und Februar sind ohnehin nicht die geeignetsten Monate für den Tiefbau”, erklärt Pickhardt. Dass die Realisierung des Kreisverkehrs in Verzug gekommen ist, liegt an der Enwor, die in der Birkengangstraße Wasserleitungen saniert und eigentlich bereits im Sommer fertig sein sollte. Eine frei passierbare Birkengangstraße ist deshalb von Bedeutung für den Bau des Kreisverkehrs, weil sie als Umleitungsstrecke benötigt wird.

Städteregion fördert Tourismus

Rechtzeitig zur Saison im Frühsommer fertiggestellt sein soll der neue Stellplatz für Wohnmobiltouristen. Der sollte zwar bereits im vergangenen Jahr neben der Direktoren-Villa des Zinkhütter Hofs gebaut werden, aber dann bremsten Bezirksregierung und Landschaftsverband aus Gründen des Denkmalschutzes den touristischen Tatendrang der Kupferstadt aus.

Die Suche nach einem Ersatz-Standort gestaltete sich gar nicht so einfach, doch letztlich wurde in Zusammenarbeit mit den Reisemobilfreunden im Dreiländereck Aachen eine nahezu ideale Alternative auf dem Parkplatz am Mühlener Ring direkt auf der gegenüberliegenden Seite der Euregiobahn-Haltestelle gefunden.

Die Pläne dafür müssen zwar noch vom Ausschuss für Stadtentwicklung abgesegnet werden, aber der Stadtrat soll schon einmal die erforderlichen 60.000 Euro bereitstellen, damit der Ausbau zügig angelassen werden kann. 20.000 Euro davon trägt die Städteregion, um den Ausbau der touristischen Infrastruktur zu fördern.

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