Rasante Entwicklung in Stolberg

Stadtrandsiedlung : Neubaugebiet fast schon ausverkauft

Als am Montag der Bagger mit der Erschließung des ersten Bauabschnittes des Neubaugebietes an der Stadtrandsiedlung beginnt, sind die Grundstücke bereits fast komplett ausverkauft. Nur noch für etwa ein halbes Dutzend Mehrfamilienhäuser steht die Verkaufsentscheidung noch aus.

43 Einfamilien- und Doppelhaushälften sowie zwölf Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohnungen sowie ein Kindergarten, den die Stadt baut, bilden diesen erste Abschnitt von Stolbergs größtem Neubaugebiet zwischen Trockenem Weiher und der Höhenstraße. Bereits seit der Phase der Konzeptionierung hatten sich Hunderte Interessenten bei der Stolberger Bauland GmbH (SBG) gemeldet. „So eine Nachfrage habe auch ich noch nicht erlebt“, sagt SBG-Geschäftsführer und städtischer Planungsamtsleiter Andreas Pickhardt. Die Ein- und Doppelhäuser sind bereits komplett reserviert. „Wenn die Bauleute ihre Finanzierung stehen haben, können wir zum Notar gehen“, so Pickhardt.

Nach einer ersten Sichtung der Interessenten blieben immer noch gut 100 potenzielle Käufer. Eines der wichtigsten Entscheidungskriterien für die SBG war in diesem familienfreundlichen Wohngebiet die Kinderanzahl. War der Punktstand gleich, wurden Stolberger Auswärtigen gegenüber bevorzugt, und im Zweifelsfall musste das Los entscheiden.

Bei den Mehrfamilienhäusern ist bevorzugt, wer sozialen Wohnraum schaffen möchte. Deshalb ist die Hälfte der Baugrundstücke bereits zugesagt; zur Vergabe der übrigen werden nun Kriterien erstellt.

Bis der Hochbau losgehen kann, dürften noch einige Monate ins Land ziehen. Gerade erst angelaufen ist die Erschließung – zuerst mit dem Kanalbau in der Straße „Trockener Weiher“. Von dort aus werden sich die Arbeiter über das ehemalige Sportplatz-Areal weiter vorarbeiten. Bis Ende diesen Jahres dürfte die Baustraße die nördliche Spitze in dem jüngsten Neubaugebiet der SBG erreicht haben.

In Breinig ist vier Jahre nach der Erschließung der Endausbau im Edi-Braun-Neubaugebiet angelaufen. Foto: Jürgen Lange

Ein Blick zurück auf den Sommer 2015: Nach Untersuchungen und Sanierungen der Hinterlassenschaften des Bergbaus beginnt im ersten Projekt der SBG die Erschließung auf dem alten Breiniger Sportplatzgelände. Schon längst sind dort alle Liegenschaften der SBG an den Mann gebracht. Angelaufen ist jüngst der Endausbau der Straßen in dem „Edi-Braun-Quartier“. Voraussichtlich zum Ende der Sommerferien soll er abgeschlossen sein.

Die Straßen werden verkehrsberuhigt und niveaugleich gestaltet. Die Fahrbahnen werden aus Asphalt erstellt, Gehwege und Parkplätze sowie kürzere Stichwege erhalten einen Pflasterbelag. Die Einmündungsbereiche mit den Stichstraßen sowie zur Corneliastraße hin werden aufgepflastert.

Im Breiniger „Edi-Braun-Neubaugebiet“ gewinnt der Kinderspielplatz erste Konturen und der Endausbau der Erschließungsstraßen ist angelaufen. Foto: Lydia Flink

Im Aufbau befindet sich derweil der rund 1400 Quadratmeter geroße Kinderspielplatz, den eine kleine Parklandschaft einrahmen soll. Ebenso wie beim Straßenausbau hatten auch für diese Anlage die Anwohner des Neubaugebietes die Möglichkeit, bei der Gestaltung mitzuwirken. Eine Spielecke für Kleinkinder, ein Kletterparcours für den größeren Nachwuchs und eine kommunikative Ecke wird er haben und zudem Spielgeräte aufweisen, die generationenübergreifend von allen, die sich jung genug fühlen, genutzt werden können.

Die aufgestellten Geräte lassen erste Konturen der neuen Anlage erkennen. Die Einsaat des Rasens folgt noch. „Je nachdem, wie der Sommer ausfällt, wird es einige Wochen dauern, bis der Rasen so fest ist, dass er auch bespielt werden kann“, sagt Pickhardt. In der Pflanzperiode von Herbst und Winter sollen die größeren Gehölze folgen. Dann ist das Breiniger Neubaugebiet fertig.

Zurück zur Stadtrandsiedlung. Angesichts der Nachfrage wünscht sich Stolbergs Politik rasch weitere Baugebiete auf dem Weideland. Bei der Rahmenplanung war die Baudichte auf Wunsch der Donnerberger zwar reduziert worden, aber eine Größenordnung von rund 150 Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser sowie etwa 20 Mehrfamilienblocks sind noch denkbar.

Freie Kapazitäten fehlen

„Da können wir erst ran, wenn das Planungsamt wieder Kapazitäten hat“, bremst Pickhardt vorschnelle Erwartungen. Frühestens in der zweiten Jahreshälfte werde man das Thema angehen können. Einige andere geplante Baugebiete hätten erst einmal Vorrang. Einige Beispiele dafür sind die Raiffeisenstraße in Breinig, die neue Münsterbuscher Siedlung und der Mausbacher Sportplatz, den ebenfalls die SBG entwickeln soll.

Eine Priorität für Wünsche der FDP, zwischen Segelfluggelände und Gressenicher Straße sowie Krewinkel und Wasserkaul Bauland zu entwickeln, sieht Pickhardt nicht. Dort habe es bereits mehrfache Anläufe gegeben, die aber stets an mangelnder Bereitschaft der Grundeigentümer gescheitert seien.