Stolberg/Brüssel: Prym: EU-Bußgeld wird um 25,5 Millionen Euro reduziert

Stolberg/Brüssel: Prym: EU-Bußgeld wird um 25,5 Millionen Euro reduziert

Nach mehr als dreijährigen Verhandlungen hat die EU-Wettbewerbskommission das im Herbst 2007 gegen die Firma Prym verhängte Bußgeld von 40,5 auf 15 Millionen Euro reduziert.

Der entsprechende rechtsverbindliche Bescheid von Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia ist dem Stolberger Familienunternehmen am Donnerstag zugestellt worden.

Prym hatte in den Jahren 1977 bis 2003 im Kurzwaren-Bereich Kartelle gebildet und Preisabsprachen mit Konkurrenten getroffen. Sanktionen aus Brüssel hatte es zuvor schon in einem ähnlichen Fall im Jahr 2004 gegeben. Das damals auf 30 Millionen Euro festgelegte Strafmaß war vom Europäischen Gerichtshof in Luxemburg im September 2007 auf 27 Millionen Euro korrigiert, grundsätzlich aber bestätigt worden.

„Die EU-Kommission hat uns die Chance gegeben, unsere wirtschaftliche Lage noch einmal darzustellen. Sie hat Augenmaß und soziale Verantwortung bewiesen”, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Andreas Engelhardt, am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung. Die Reduzierung des Bußgeldes sei Ergebnis einer intensiven und vertrauensvollen Zusammenarbeit.

„Die Kommission hat den individuellen Fall Prym geprüft und nicht einen möglichen Präzedenzfall”, so Engelhardt. Laut Geschäftsführer sei die Zukunftsfähigkeit von Prym, das weltweit rund 3800 Mitarbeiter beschäftigt, stark eingeschränkt gewesen. „Das Geld, das in die Begleichung des Bußgeldes fließen sollte, konnte nicht in die Firma investiert werden.” Für das Unternehmen dürfte die Brüsseler Entscheidung einem Befreiungsschlag gleichkommen. „Ab heute haben wir deutlich weniger Schulden”, frohlockte Andreas Engelhardt, ohne allerdings in Euphorie zu verfallen. „Wir werden mit Augenmaß mit dem Erfolg umgehen und jetzt alle Kraft für die Zukunft aufwenden.” Im Blickpunkt stehe ab sofort „der Ausbau des Geschäftes”. Konkretisieren mochte Engelhardt dies noch nicht.

Derweil hat die in Luxemburg eingereichte Klage gegen die zweite „Strafe” noch Bestand. „Das ist zunächst einmal ein völlig unabhängiger Vorgang”, unterstrich der Vorsitzende der Geschäftsführung. Ob Prym das Verfahren weiter vorantreiben oder aber seine Klage zurückziehen wird, sei noch offen: „Wie das Unternehmen damit umgehen wird, werden wir separat entscheiden.”

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