An der Rathausstraße: Postbank schließt Filiale, und die Post sucht einen neuen Partner

An der Rathausstraße : Postbank schließt Filiale, und die Post sucht einen neuen Partner

Die Postbank, eine Niederlassung der Deutsche Bank Privat- und Firmenkundenbank AG, schließt im kommenden Jahr ihre Filiale in der Innenstadt. Das bestätigte Postbank-Sprecher Ralf Palm auf Anfrage unserer Zeitung.

Damit entfällt auch das Angebot der Deutschen Post AG in dem Gebäude an der Rathausstraße, wie Postsprecher Achim Gahr erklärte. Was die Stolberger als Filiale der Post wahrnehmen, entspricht im Prinzip dem Angebot der Agenturen im Stadtgebiet, die das Unternehmen in Partnerschaft mit privaten Geschäften unterbreitet.

„An der Rathausstraße sind wir nur der Partner der Postbank, die unseren Service dort betreibt“; so Gahr weiter. Die Postbank habe entschieden, ihre Filiale in der Innenstadt zu schließen und werde somit auch die Leistungen von Post und DHL nicht weiter anbieten. „Aber die postalische Versorgung im Stolberger Stadtzentrum bleibt erhalten“, betont Achim Gahr. Die Deutsche Post sei auf der Suche nach einem neuen Partner in der Innenstadt. „Übergangslos“ sollen die Leistungen rund um den Brief- und Paketdienst dann in einem anderen Geschäftslokal präsentiert werden. Wann genau dies geschehen soll, konnte Gahr noch nicht mitteilen.

Auch sein Kollege Ralf Palm hält sich bei konkreten Zeitangaben noch bedeckt. „Schließungstermin sowie die Filial- und Geldautomaten-Alternativstandorte für unsere Kunden stehen aktuell noch nicht fest“, so der Sprecher der Postbank weiter. Diese begründet die Schließung ihrer Präsenz in der Kupferstadt mit Veränderungen des Marktes und vor allem einem veränderten Verhalten ihrer Kunden in Zeiten der Digitalisierung. „Hierauf stellen wir uns unter anderem dadurch ein, dass wir für unsere Kunden unterschiedliche neue Filialformate mit differenzierten Produkt- und Serviceangeboten entwickeln“, so Palm weiter. Zudem werde kontinuierlich das Filialnetz hinsichtlich seiner Wirtschaftlichkeit und Optimierungsmöglichkeiten überprüft. Konsequenz daraus ist die Schließung der Filiale in Stolberg.

Detailreicher informiert in diesem Fall ist offensichtlich die Stolberger CDU. Nach ihren Informationen sollen Deutsche Post und Postbank in der Innenstadt zum 1. April 2019 geschlossen werden. „Zudem ist uns aktuell bekannt, dass das Privatkundengeschäft auf die Postagenturen im gesamten Stadtgebiet verteilt werden soll, und Mitarbeiter der Filiale Rathausstraße bereits über etwaige erforderliche Versetzungen zu anderen Filialen unterrichtet worden sind“, formulieren Parteivorsitzender Jochen Emonds und Bürgermeisterkandidat Andrea Dovern in einer Protestnote an die beiden Unternehmen.

Die Deutsche Post habe an verschiedenen Standorten innerhalb der Innenstadt in Stolberg eine lange Geschichte und sei zudem fester Bestandteil des täglichen Lebens für die Bürger. Eine Schließung des für Stolberg zentralen Standortes Rathausstraße hätte nicht nur ein „verheerendes Signal für unsere wieder aufblühenden Kupferstadt“, sondern die Stolberger würden zudem in ihrem täglichen Leben beeinträchtigt. Da die Deutsche Post und die Postbank zudem kaum Ansprüche an Öffnungs- und Schalterzeiten der Post- und Postbankagenturen stellen würden, sei zusätzlich zu erwarten, dass sich schlagartig eine hohe Verunsicherung der Kunden sowie eine deutliche Qualitätsverschlechterung einstellen würden, argumentiert die CDU. Ultimativ fordert sie beide Unternehmen auf, Fragen zur Zukunft der heute an der Rathausstraße beschäftigten Mitarbeiter sowie zur zukünftigen persönliche Betreuung ihrer Kunden zu beantworten. „Wir zeigen uns deutlich irritiert und sehr besorgt“, formulieren die Christdemokraten, und „lehnen im Sinne der Stolberger mit Nachdruck die Pläne der Postbank und Deutschen Post ab, da wir eine gravierende Verschlechterung der Versorgung nicht nur im innerstädtischen Bereich befürchten.“

(-jül-)