Kita-Landschaft: „Pionierarbeit“ in Sachen Schließzeiten?

Kita-Landschaft : „Pionierarbeit“ in Sachen Schließzeiten?

In den städtischen Einrichtungen sollen in Sachen Schließzeiten einheitliche Regeln gelten. Wie sehen die aus? Und wer profitiert davon?

Das Thema Schließzeiten in den Kindertagesstätten stand nun in der Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses auf der Agenda. Von einer „Pionierarbeit“ sprach Sascha Ciarletta (SPD). Josef Offergeld, stellvertretender Leiter des Stolberger Jugendamtes, redete von einer „Chance für die Bediensteten“, nun auch außerhalb der Ferien Urlaub nehmen zu können.

Worum es dabei eigentlich geht? Ganz einfach. Für die städtischen Einrichtungen sollten einheitliche Schließzeiten festgelegt werden, damit Eltern und Angestellte wissen, zu welcher Zeit welche Kita in Stolberg geschlossen ist. Gesetzlich vorgegeben ist, dass 30 Schließtage pro Jahr nicht überschritten werden dürfen.

Auf der anderen Seite muss aber auch der tarifliche Urlaubsanspruch der Mitarbeiter gewährleistet werden. Und genau an dieser Stelle hat sich etwas geändert. Denn: Bedienstete unter 30 Jahren haben mittlerweile ebenfalls einen Anspruch auf 30 Tage Jahresurlaub – zuvor waren es 26 Tage. Das wiederum führe in den Kitas zu einem deutlich erhöhten Organisationsaufwand bei der Regelung der Schließzeiten.

Auch der Jugendamtselternbeirat der Stadt Stolberg setzte sich mit dem Thema auseinander und ging auf die Verwaltung zu. „Uns ist zuvor, durch Gespräche mit anderen Eltern aufgefallen, dass es oft zu unnötigen Diskussionen zwischen Kita-Personal und Eltern kommt, weil nicht konkret dargelegt ist, welcher Tag überhaupt als Schließtag gezählt wird und welcher nicht, so kann es natürlich auch einmal passieren, dass einer zu viel berechnet worden ist“, sagt die Vorsitzende Sabine Beumer.

Das Jugendamt hat unter der Federführung der Fachberatung Kitas und der Abteilungsleitung eine Arbeitsgruppe mit der Aufgabe der Entwicklung eines Konzeptes beauftragt. An der Arbeitsgruppe „Schließungszeiten Kindertagesstätten“ waren neben sechs Leitungsfachkräften städtischer Kitas das Personalamt, der Personalrat und das Jugendamt beteiligt.

Das Ergebnis: 10 bis 15 Schließtage in den Sommerferien werden (in Absprache mit dem Sozialraum) festgelegt und müssen nicht mit dem Elternrat abgestimmt werden (Betriebsferien). Alle anderen Tage sind mit dem Elternrat einvernehmlich abzustimmen. Alle Schließungsplanungen gelten jeweils für ein Kalenderjahr. Im Übergangsjahr 2020 sollen 25 Schließungstage angestrebt werden, in Ausnahmeregelungen 26 Tage. Übersetzungen der Elterninformation und des Abfragebogens wurden bereits für folgende Sprachen beauftragt und liegen inzwischen vor: Englisch, Rumänisch, Arabisch, Serbisch/Kroatisch, Französisch, Türkisch.

Der Kinder- und Jugendausschuss stimmte dem Konzept zu. Hanne Zakowski (SPD) regte allerdings an, den Bediensteten einen planbaren Urlaub nach Tarifbestimmungen zu ermöglichen.

(se)