Stolberg: Pfennigfuchser in der Kämmerei sparen dem Stolberger Geld

Stolberg: Pfennigfuchser in der Kämmerei sparen dem Stolberger Geld

Sie sind richtige Pfennigfuchser und gereichen einem Dagobert Duck zur Ehre: Die Mitarbeiter des Amtes für Finanzwesen haben durchaus einen Blick dafür, wie man mit dem Jonglieren von Krediten das Geld der Steuerzahler sparen kann.

Denn angesichts ihrer Verschuldung muss die Stadt zahlreiche Kredite bei verschiedenen Geldinstituten zu unterschiedlichen Konditionen bedienen. Da ist der Umgang mit Fälligkeitsdaten und festgeschriebenen Zinssätzen zur Routine geworden. Und der tägliche Blick auf den Geldmarkt und die mittelfristige Entwicklung von Zinssätzen kann sich bezahlt machen.

Jetzt haben die Sparfüchse in der Kämmerei insgesamt acht Kredite mit einem Restvolumen von rund 9,5 Millionen Euro umgeschuldet in ein Darlehen. Das führt unter dem Strich zu einem Einspareffekt von 44.317 Euro im Jahr oder 3693 Euro im Monat oder 123 Euro am Tag, rechnet die Kämmerei vor.

Denn für die Altkredite lag der Zinssatz noch bei 4 bis 5 Prozent und damit deutlich über dem heutigen Niveau. Das Auslaufen der Bindung bot ebenso die Gelegenheit zur Umschuldung wie ein weiterer Umstand dazu zwang. Denn drei Darlehen wurden zuletzt kurzfristig über den Kassenkredit finanziert.

Das ist zwar mit einem derzeitigen Satz von 0,361 Prozent die günstigste Variante, aber für Investitionen haushaltsrechtlich gesehen nicht so ganz legal. Vor allem aber sorgte der Zugriff aufs Girokonto dafür, dass der selbst gewährte Dispo von 100 Millionen Euro in Gefahr geriet. Zum 28.September lag er bereits bei 98 Millionen Euro, so dass der Bürgermeister per dringlicher Entscheidung am 6.Oktober die Umschuldung der 9,5 Millionen Euro unterzeichnete, was der Rat noch genehmigen muss.

Vorgeschlagen hatten ihm die Sparfüchse dafür einen so genannten Eonia-Kredit mit Tagesgeldzinsen. Der kostet etwa 0,46 Prozent inklusive Gewinnmarge der Banker. Das bedeutet, dass eine Million Euro pro Tag etwa 12,80 Euro kosten. Und das ist heute günstiger als eine auf eine längere Laufzeit festgeschriebene Verzinsung. Allerdings hat die Sache einen kleinen Haken.

Die Kämmerei muss den Geldmarkt und die Entwicklung der Zinssätze genau im Blick behalten. Denn bei einem Ansteigen des Zinsniveaus kann sich die langfristige Anleihe als die wiederum günstigere Variante herausstellen. Man muss nur den richtigen Zeitpunkt für die nächste Umschuldung erwischen.

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