Stolberg: Pecorino, Siciliani und die Bella Figura

Stolberg: Pecorino, Siciliani und die Bella Figura

Als alles begann, als die Planung noch in den Kinderschuhen steckte, da wusste der Bürgermeister noch nicht so recht, was da eigentlich auf ihn und seine Stadt zukommt. Im Gegenteil.

„Vor sechs Jahren”, sagt Ferdi Gatzweiler, „hatte ich keine Ahnung, was Stolberg goes´ eigentlich bedeutet.”

Nun, die wenigsten wussten das damals, etwa 2005. Doch das änderte sich rasend schnell. Denn nach der asiatischen Premiere 2007, den heißen südamerikanischen Samba-Rhythmen im Folgejahr sowie einem Hauch von spanischen Eroberern 2009 und der Französischen Revolution im Jahr 2010, heißt es am ersten Juni-Wochenende quer durch die Innenstadt: Ciao, „Stolberg goes Italy”. Und dies bedeutet Pizza, Pasta und Pecorino, dazu die Klänge von Tenören und Live-Bands bis tief in die Nacht, garniert mit jeder Menge italienischen Spezialitäten und venezianischem Flair.

Die mittlerweile fünfte Auflage von „Stolberg goes...” hat sich nicht nur optisch ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, sondern will vor allem showtechnisch für Furore sorgen - und dabei insbesondere das vergangene regenreiche Jahr vergessen machen. Kulturmanager und Organisator Max Krieger, der das Event in die Kupferstadt holte, formuliert es so: „Unsere Hoffnung ist, am gesamten Wochenende 20 000 bis 30.000 Gäste begrüßen zu können.” Was ihm besonders wichtig erscheint, um das zu schaffen: „Die Angebote sind kostenlos.”

Verkaufsoffener Sonntag

Zu dem bunten Kulturfestival - Kulturausschuss-Vorsitzender Axel Wirtz nennt es „das Fest überhaupt, das wir im Frühjahr in Stolberg haben” - wird sich ein Großteil der Innenstadt ganz in die italienischen Landesfarben Grün, Weiß und Rot hüllen und „Bella Figura” machen. „Mehr als 100 Geschäftsleute werden ihre Schaufenster entsprechend dekorieren”, ergänzt Max Krieger. Was die große Beteiligung zusätzlich fördern soll, ist der verkaufsoffene Sonntag am 5. Juni.

Der Fokus soll bei der diesjährigen Auflage noch mehr auf Angeboten für die gesamte Familie liegen, auch und gerade für die Kleinen. Wenn Mama und Papa allein durch die Stadt schlendern möchten, gibt es auf der Burg mit dem italienischen Märchenfestival (auf Deutsch!) eigens eine Kinderbetreuung für die Jüngsten der Italien-Fans.

Sämtliche Regionen aus dem südeuropäischen Land sollen vor allem kulinarisch vertreten sein: Sardinien mit seinem Pecorino (Schafskäse), Sizilien mit dem „Dolce Siciliani” (Mandelgebäck), oder die Lombardei in Form von Artischocken und eingelegtem Gemüse, um nur ein paar zu nennen.

Maskenbälle und Operngala

Aber „Stolberg goes Italy” hat zwischen Kupferhof und Kaiserplatz, zwischen Burg und Bastinsweiher noch mehr zu bieten: Gondelfahrten, Maskenbälle, Operngala und Weinstände sollen aus Besuchern Fans, aus Interessenten grün-weiß-rote Liebhaber machen. Open-Air-Bühnen, Aktionsplätze und Kneipen runden das Angebot ab.

Stolberg und Italien, zwei Welten? Nun, es gibt durchaus einen bewussten historischen und kulturellen Zusammenhang zwischen der Kupferstadt und dem südeuropäischen Land in Stiefelform: „In den 1960er Jahren”, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin Hildegard Nießen, „kamen die ersten Arbeiter aus Italien in die Stadt.” Zusätzlich gab es vor rund 50 Jahren einen regen Austausch mit der norditalienischen Adriastadt Grado, mit der seitdem eine Städtefreundschaft existiert.

Und Stolberg kann, so Max Krieger, noch einen anderen Vorteil ausspielen: „Die Altstadt hat neben Monschau das beste Flair in der gesamten Region”, sagt der Kulturmanager. „Und das müssen wir einfach nutzen, dazu bietet „Stolberg goes...” den perfekten Rahmen.”Und was einmal geklappt hat, darf natürlich gerne wiederholt werden: Der Höhepunkt des „italienischen Wochenendes” soll die große Parade am Sonntag bilden. Mit, na klar, echten Oldtimern der Marken Ferrari, Maserati, Alfa und Lancia.

Samba-Trommler sind wieder da

Die Parade sollte eigentlich lediglich den krönenden Abschluss von „Stolberg goes Brazil” bilden. Doch nach dem Samba-Feuerwerk vor mittlerweile drei Jahren disponierte Max Krieger um: „Das war ein bombastischer Schlusspunkt und musste einfach bestehen bleiben.” Apropos Brasilien: Zur diesjährigen Parade wird neben den Oldtimern, 70 Vespas und den Aachener Stadtreitern auch ein Truck mit 40 Samba-Trommlern die Innenstadt lautstark beschallen.

Bürgermeister Ferdi Gatzweiler wird „Stolberg goes Italy” am Freitag, 3. Juni, um 20 Uhr in der Burg gemeinsam mit Axel Wirtz als Schirmherr eröffnen und so den Auftakt zu einer langen italienischen Party geben.

Denn erst rund 50 Stunden später heißt es dann, beim großen Abschlusskonzert im Kupferhof Rosental: Arrividerci und Auf Wiedersehen!

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