Stolberg: Patrick Haas: Kein Partei-Prinz, sondern eine Tollität für alle

Stolberg : Patrick Haas: Kein Partei-Prinz, sondern eine Tollität für alle

Am Freitagabend wird in der Burg aus dem ehrbaren Bürger und Politiker, Patrick Haas, der neue Stolberger Karnevalsprinz Patrick I., und im Anschluss haben bei dem Proklamationsball, der um 21 Uhr im Rittersaal beginnt, alle Stolberger Jecken die Chance, bei freiem Eintritt die neue Tollität samt großem Hofstaat in Aktion zu erleben.

Mit dem (zuvor noch) designierten Narrenherrscher sprach Dirk Müller im Wochenend-Interview.

Wie kam es, dass Sie an diesem Freitag als Stolberger Prinz proklamiert werden?

Haas: Den Karneval habe ich immer schon gerne gefeiert; zuerst beim Straßenkarneval und bei Partys. Als stellvertretender Bürgermeister habe ich danach den Kupferstädter Sitzungs- und Saal-Karneval mit seinen lokalen Facetten kennen und lieben gelernt. In der vergangenen Session wurde ich dann von zwei ehemaligen Stolberger Tollitäten — bezeichnender Weise im „Postwagen“ — angesprochen, ob ich vielleicht Prinz werden möchte, und ich habe „Ja“ gesagt.

Apropos: Stellvertretender Bürgermeister sind Sie inzwischen nicht mehr. Warum?

Haas: Ich bin auch Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes und habe das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters an Peter Jussen weitergereicht, als ich von Dieter Wolf noch den Fraktionsvorsitz übernommen habe. Einerseits, um nicht zu viele Ämter in einer Person zu vereinen, und andererseits wegen des Zeitaufwands, denn ich bin ja schließlich auch noch voll berufstätig.

Und jetzt auch noch Karnevalsprinz der Kupferstadt. Wie lässt sich das mit der Politik vereinbaren?

Haas: Am besten gar nicht. Deshalb lasse ich während meiner närrischen Regentschaft die politischen Ämter ruhen, und meine Stellvertreter springen dankenswerter Weise auf diesem Feld für mich ein. Das tut der Politik und dem Karneval gleichermaßen gut, denn ich möchte kein „Partei-Prinz“ sein, sondern eine Tollität für alle Stolberger. Und mir tut die Politik-Pause in der Session auch gut, denn Stolberger Prinz wird man nur einmal im Leben, und ich möchte diese Zeit in vollen Zügen genießen.

Begleitet werden Sie als Tollität von der Prinzengarde der Ersten Großen KG und auch von Ihrem eigenen Hofstaat...

Haas: Ja, und beides ist für mich wichtig. Prinz zu sein, erfordert viel Vorbereitung und eine komplexe Organisation für die fünfte Jahreszeit. In dieser Hinsicht fühle ich mich bei der Prinzengarde der Ersten Großen in den besten Händen. Mein Hofstaat besteht aus bis zu 16 Freunden vor allem aus den Bereichen Judo, Politik und Schule, und ich glaube, dass sie besonders während der Session von großer Bedeutung für mich sein werden, denn sie geben mir Rückhalt, sorgen für Stimmung und werden mich bestimmt auch beim x-ten Auftritt noch zu motivieren wissen.

Was kann das Stolberger jecke Publikum von seinem Karnevalsprinzen und von dessen Hofstaat erwarten?

Haas: Wir haben uns als Ziel gesetzt, dass die Säle toben. Dies wollen wir mit Musik und Tanz erreichen. Auch die Kostüme werden bei den Feiern eine Rolle spielen ebenso wie das 900-jährige Bestehen Stolbergs. Aber mehr möchte ich jetzt noch nicht verraten.

Die Prinzenproklamation ist in Stolberg keine Sitzung, sondern eine „trockene Baustelle“ in der Burg-Galerie ohne Getränke und mit festgelegten Regularien. Wie finden Sie das?

Haas: Es ist eine Tradition , die meiner Meinung nach beibehalten werden sollte. So bleibt der würdige Rahmen der Inthronisierung erhalten, und diese Art der Stolberger Prinzenproklamation ist auch ein Alleinstellungsmerkmal des Kupferstädter Karnevals. Aber ich finde es auch sehr gut, dass der Zeremonie seit einigen Jahren der Proklamationsball nachgeschaltet ist.

Was verbirgt sich hinter dem geplanten Proklamationsball des Prinzen?

Haas: Ab 21 Uhr sind am Freitagabend alle Jecken in den Rittersaal der Stolberger Burg eingeladen. Nach der Inthronisierung in der Burg-Galerie kommen viele der geladenen Gäste zum Feiern in den Rittersaal. Die Prinzengarde, die Erste Große, mein Hofstaat und ich selbst natürlich auch. Dann bekommen alle Narren, die bei freiem Eintritt den Weg in den Rittersaal gefunden haben, die Gelegenheit, den neuen Stolberger Prinzen und seinen Hofstaat in Aktion zu erleben, denn wir stellen dort unsere Bühnenshow noch einmal vor.

Ein Highlight Ihrer Regentschaft wird zweifelsohne der Rosenmontagszug in Stolberg. Wird dieser durch Baustellen in der City beeinträchtigt?

Haas: Nein. Der Zugweg des närrischen Lindwurms durch die Stolberger Innenstadt wird der selbe Weg sein wie in den Vorjahren. Einem tollen Stolberger Rosenmontagszug steht also nichts im Wege, und ich hoffe, er wird für alle Jecken ein unvergessliches Erlebnis werden. Für mich wird es das ganz bestimmt. Da bin ich mir sicher.

Im Anschluss an den Rosenmontagszug wird es eine Prinzenparty im Kupferpavillon geben. Diesbezüglich stand in einem sogenannten sozialen Netzwerk der Vorwurf einer elitären Veranstaltung im Raum...

Haas: Was völlig absurder Blödsinn ist. Es wird eine Karnevalsparty für alle Stolberger, die mitfeiern möchten. Es gibt Platz für bis zu 550 Gäste. Die Idee dazu ist entstanden, weil die Keipen in der Innen- und Altstadt nach dem Rosenmontagszug so voll sind, dass Karnevalsgesellschaften und größere Gruppen, die im Zug mitgegangen sind, gar nicht komplett hineinpassen. Prinz mit Hofstaat und Prinzengarde übrigens auch nicht. Es gibt ja kein Festzelt auf dem Kaiserplatz mehr, und wir wollen am Rosenmontag die Karnevalsparty in die Innenstadt zurückbringen.

Und zwar als Ergänzung zu dem tollen Kneipenkarneval in der Stolberger City. Den Eintrittspreis für diese Party haben wir mit 10 Euro bewusst niedrig gehalten, damit möglichst viele Stolberger mitfeiern können. Von dem Eintrittsgeld bezahlen wir den professionellen DJ, die Musikanlage, die GEMA-Gebühren, Versicherungen, die Security und so weiter. Sollte am Ende der Party dann doch noch Geld übrig bleiben, spenden wir es für gute Zwecke in Stolberg. Und natürlich werde ich mich als Prinz am Rosenmontag auch in den Kneipen in der Innenstadt blicken lassen, um mit den Jecken zu feiern, die nicht zu der Party im Kupferpavillon kommen wollen.

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