P+R-Anlage Schneidmühle

85 Parkplätze : Der Baubeginn ist noch vor den Sommerferien

Mit einer gewissen spannenden Erwartungshaltung kann man das frühere Vegla-Grundstück betrachten. Gegenüber den Euregiobahn-Haltepunkt Schneidmühle sind im Winter die Vorbereitungen angelaufen für den Bau von Stolbergs nächster P+R-Anlage.

Vor einigen Wochen wurde zwar bereits der Baumbestand auf dem Areal gefällt, aber einige einzeln stehende Exemplare erhalten. Werden sie beim Ausbau wohl genau dort stehen, wo die Planer des Parkplatzes sie in ihre Entwürfe gezeichnet haben?

Die Techniker im Rathaus sind sich sicher, dass alles passen wird. Nach erfolgter Ausschreibung und Submisson soll der Vergabeausschuss auf seiner Sitzung am 9. Mai den Ausbau beauftragen. „Der Baubeginn erfolgt dann noch vor den Sommerferien“, sagt Tobias Röhm. Mit der Fertigstellung rechnet der Beigeordnete dann für den Winter.

An der Schneidmühle entsteht somit die vierte P+R-Anlage im Stadtgebiet nach denen an den Haltepunkten Altstadt, Mühlener Bahnhof und Hauptbahnhof, wo gleich an mehreren Stellen Angebote vorgehalten werden zum kostenfreien Parken und Umsteigen auf den Öffentlichen Personennahverkehr. Allein dort sind mit dem Bau des Parkhauses direkt neben den Gleisen 284 Stellplätze entstanden. Auf der Freifläche werden insgesamt 93 Stellplätze nutzbar sein, sobald der „filigrane Laufsteg“ der Deutschen Bahn wieder demontiert ist. Weitere 57 Parkplätze stehen auf dem kleineren P+R-Platz und 30 an der Rhenaniastraße zur Verfügung.

Nun werden an der Eisenbahnstraße (L23) weitere 85 kostenfrei nutzbare Parkplätze für Pendler geschaffen – gleich gegenüber dem Haltepunkt Schneidmühle der Euregiobahn. Der Stolberger Infrastrukturbetrieber spendiert im Rahmen der Aufwertung diesen kleinen Bahnhofs zudem einen neuen barrierefrei ausgebauten Bahnsteig. Übrigens ebenso wie am Rathaus, wo die EVS den Haltepunkt ebenfalls neu baut.

Für die Schneidmühle sieht die Planung 76 Parkplätze für jedermann und eine Elektroladestation für zwei Stellplätze vor. Darüber hinaus sollen vier Behinderten- und drei Frauen-Parkplätze ausgewiesen werden. In einer eigenen Abteilungen können etwa sechs (motorisierte) Zweiräder abgestellt werden. Darüber hinaus bietet die gut 105 Meter lange Anlage an den beiden Kopfseiten die Option für weitere Fahrrad-Abstellboxen.

Umgestaltet wird die bisherige Busbucht an der Eisenbahnstraße in ein Buskap. Der Fahrgastunterstand wird dabei integriert in die P+R-Anlage, an deren nördlichem Rand zudem eine neue Treppenanlage zur Straße „Schneidmühle“ entsteht. Unberührt davon bleibt die vorhandene kleinere Treppe im Einmündungsbereich.

Die Stadt schätzt aktuell die Baukosten auf rund 550.000 Euro brutto. Der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) hat bereits 479.000 Euro als Zuschuss in seinem Budget eingeplant und einen vorzeitigen Baubeginn erlaubt.

Ebenfalls beteiligen will sich der NVR mit 158.900 Euro an den Kosten des Ausbaus des Bahnübergangs Probsteistraße. Dieser musste im vergangenen Jahr beim Neubau der Rhenaniastraße ausgespart werden, weil die Einmündungssituation von Bahnübergang und der gegenüberliegenden P+R-Anlage optimiert werden soll. Dazu muss zudem die EVS die Signaltechnik des Bahnübergangs neu planen. Damit sind neuerliche Genehmigungsverfahren beim Eisenbahn-Bundesamt und bei der Bezirksregierung und die Suche nach weiteren Finanzierungsquellen verbunden. Mittlerweile sind die Vorbereitungen soweit gediehen, dass der Vergabeausschuss nun eine Verkehrserhebung und Verkehrsprognose am Knotenpunkt beauftragen kann.

In Sicht, aber noch nicht spruchreif ist eine Lösung für eine fünfte P+R-Anlage, die am neuen Haltepunkt der Euregiobahn am Breiniger Bahnhof entstehen soll. (-jül-)

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