Bunte Fahrzeug-Mischung aus allen Jahrzehnten: Oldtimertreffen: Zwischen Schmückstücken und Gebrauchten

Bunte Fahrzeug-Mischung aus allen Jahrzehnten : Oldtimertreffen: Zwischen Schmückstücken und Gebrauchten

Bereits eine Stunde nach Beginn des Oldtimertreffens waren die Stellplätze rund um das Museum Zinkhütter Hof rar: Alles, was zwei, drei oder vier Räder hat, versammelte sich am vergangenen Sonntag bei strahlendem Sonnenschein in Stolberg.

Darunter waren auch Nachbarn aus den Niederlanden und Belgien, demnach herrschte ein internationales Treiben und die Aussteller fachsimpelten mit den Besuchern sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch.

Beim Oldtimertreffen am Zinhütter Hof versammelte sich alles, was zwei, drei oder vier Räder hat. Foto: Merve Polat

Das führte dazu, dass Sebastian Wenzler schon mittags zufrieden auf die Veranstaltung blickte: „Das Schöne hieran ist die bunte Mischung aus sowohl über 30 Jahre alten Fahrzeugen als auch jüngeren Modellen.“ Es gebe oft Treffen von einzelnen Automarken, „die sind aber im Gegensatz zu Oldtimertreffen eher einseitig“, stellt der Museumsleiter fest und ruft erfreut aus: „Ah, da vorne kommt zum Beispiel ein Ford T angerollt. Ich vermute, der ist von 1920.“

Besucher fachsimpeln über den Bond Bug. Foto: Merve Polat

Seit 20 Jahren veranstaltet das Museum Zinkhütter Hof das Oldtimertreffen und nahm seinerzeit eine Vorreiterrolle ein. Mittlerweile hat der Trend viele Nachahmer gefunden und historische Fahrzeuge werden in vielen Städten anlässlich des Tags des offenen Denkmals und des Tags des rollenden Kulturguts zur Schau gestellt. Aus diesem Grund konnte auch am vergangenen Sonntag die im Juni neu eingeführte Ausstellung „Turbo — Traffic — Transport“ im Museum Zinkhütter Hof kostenfrei besucht werden. Die Ausstellung erzählt die Geschichte der Mobilität in der Aachener Region von der Markenvielfalt vor dem ersten Weltkrieg bis hin zu Entwicklungen wie Elektroautos.

Der Ford T zog viele Blicke auf sich. Foto: Merve Polat

Limitierte Auflagen

Beim Oldtimertreffen am Zinhütter Hof versammelte sich alles, was zwei, drei oder vier Räder hat. Foto: Merve Polat

Das rege Treiben fand jedoch nicht im Museum, sondern draußen bei den Besitzern der zahlreichen Old- und Youngtimer statt. Manfred Schwedt beispielsweise präsentierte den interessierten Besuchern seinen Bond Bug aus dem Jahr 1970, dessen Besonderheit seine drei Räder sind. „Dieses englische Auto kann durchaus als City-Mobil und Vorläufer eines Smarts bezeichnet werden“, sagt der Autokenner und erzählt stolz: „Von denen gibt es nur circa 2000 Stück.“ Der Bond Bug gehört zur Sammlung des Kohlscheiders, die aus zwei Dutzend Autos besteht, wovon das jüngste 20 Jahre alt ist. Nicht als Schmuckstück in der Garage, sondern als Gebrauchsauto fährt hingegen Klaus Kruchem seinen Messerschmitt Kabinenroller 200, Baujahr 1958.

Der Würselener ist mit seiner Frau und Enkeltochter zum ersten Mal beim Oldtimertreffen am Zinkhütter Hof. Weitere Strecken als bis nach Stolberg hat er mit seinem Oldtimer auch schon zurückgelegt: „Wir sind damit schon in den Urlaub und nach Oxford zu einem Oldtimertreffen gefahren“, erzählt der Autoliebhaber und ergänzt, dass er gar kein anderes Auto habe, nur ein zusätzliches Wohnmobil. Enkeltochter Melike kommentiert lachend: „Ich werde damit nachts von Oma und Opa oft von Partys abgeholt und dann wollen meine Freunde auch immer mitfahren.“

Nächstes Jahr Sonderausstellung

Außer den Fahrzeugen zum Bewundern gab es beim Oldtimertreffen auch einen Flohmarkt, auf dem die Besucher alles rund um die alten Gefährten kaufen oder tauschen konnten. Aber auch Fahrzeuge wurden angeboten.

In Dieter Weyres „Ente“, einem Citroën 2 CV 6, Baujahr 1958, hing ein Schild mit der Aufschrift „Zu verkaufen“. „Aus gesundheitlichen Gründen“, sagte der KFZ-Mechaniker aus Friesenrath. Solch eine vielfältige Veranstaltung möchte Wenzler auch im nächsten Jahr wieder auf die Beine stellen. Außerdem soll es dann zusätzlich zur Ausstellung „Turbo — Traffic — Transport“ im Museum Zinkhütter Hof eine Sonderausstellung geben zu Ernst Neumann-Neander, dem „genialsten Fahrzeugentwickler in den 20er-Jahren“, sagte der Museumsleiter voller Vorfreude.

(mepo)
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