Stolberg: Nur einer von zehn Euregio-Zügen auf der Schiene

Stolberg: Nur einer von zehn Euregio-Zügen auf der Schiene

Stefan Dewes muss die Journalisten vertrösten. Die Arbeit ruft. Er verspricht, sich später zu melden. Dewes ist Streikführer in der Region und hat am Donnerstagmorgen viele Fragen von Fahrgästen und Reportern beantworten müssen, denn die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) begann am Mittwochabend, den Güterverkehr zu bestreiken, und dehnte am Morgen darauf den Streik auf den Personenverkehr aus.

Hauptsächlich die Euregiobahn war betroffen, deren Wagen zwischen 4 und 10 Uhr erst gar nicht auf die Strecke gingen. Bemerkbar macht sich das schwerpunktmäßig zwischen 6.30 Uhr und 8.30 Uhr, wenn deren Wagen „proppenvoll” sind, wie Dewes sagt. Schüler und Berufspendler gehören zur Kundschaft, waren aber am Donnerstag kaum an den Bahnsteigen zu sehen, denn der Streik war angekündigt: „Wir geben zwölf Stunden vorher Informationen heraus”, sagt der Streikführer.

Härter als der Ausfall der Personenzüge habe den Arbeitgeber Bahn der Streik im Güterverkehr getroffen; dennoch sei die Wirkung im regionalen Personenverkehr nicht zu unterschätzen. Immerhin seien in der besagten Zeit mehr als 90 Prozent der Züge nicht gefahren. Die Züge der Euregiobahn seien erst ab 10 Uhr vorbereitet worden.

Gefahren sei dagegen der Regionalexpress (RE) 1 von Aachen über Köln und Ruhrgebiet nach Paderborn, wogegen der RE 4 - Aachen - Mönchengladbach - Düsseldorf - Dortmund - und die Regionalbahn 33 - Aachen - Mönchengladbach - Krefeld - Duisburg - teilweise Ausfälle und erhebliche Verspätungen zu verzeichnen gehabt hätten. Zwei Züge der Euregiobahn aus Holland hätten in Aachen Endstation gehabt.

Nach Stolberg und weiter auf die Strecken Richtung Altstadt und Langerwehe/Düren ging vor 10 Uhr so gut wie nichts. Dennoch habe man „nur ganz ganz selten negative Äußerungen” gehört.

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