Aachen/Stolberg: NRW-CDU-Chef Laschet: Wettbewerb um qualifiziertes Personal

Aachen/Stolberg: NRW-CDU-Chef Laschet: Wettbewerb um qualifiziertes Personal

Die Frage, wie viel Zuwanderung Deutschland brauche, hat Armin Laschet zunächst mit einer Gegenfrage beantwortet. „Die Frage ist, wie sieht unser Land in zehn bis zwölf Jahren aus“, stellte der Vorsitzende der NRW-CDU in den Raum.

Wilhelm Schäfer, Vorsitzender der Kameradschaft Ehemalige, Reservisten und Hinterbliebene (KERH) Region Aachen im DbwV (Deutsche Bundeswehr Verband), konnte Laschet zu der politischen Informationsveranstaltung in der Donnerberg-Kaserne begrüßen, und der Landtagsabgeordnete referierte zu den Forderungen nach ausländischen Fachkräften vor dem Hintergrund von Arbeitslosigkeit, Lehrstellenmangel und Arbeitnehmern, deren Gehälter aufgestockt werden müssen, in der Bundesrepublik.

Schon jetzt fehle es an Fachkräften in den Bereichen Naturwissenschaft und Technik und auch an Pflegekräften sowie Erziehern. „Nicht die U3-Betreuung zu finanzieren, sondern das Personal zu finden, ist ein Problem“, nannte Laschet als Beispiel. Er verwies auf den demografischen Wandel in unserer immer älter werdenden Gesellschaft: „Wenn jährlich eine Million Menschen aus dem Arbeitsleben scheiden und nur knapp 700.000 nachrücken, wie sollen dann in zwölf Jahren 3,5 Millionen Menschen weniger das Bruttoinlandsprodukt erwirtschaften?“

Daher müsse die Frage nicht sein „wie viel“, sondern „welche“ Zuwanderung Deutschland in welcher Größenordnung brauche. Laschet erklärte, dass alle westeuropäischen Länder unter dem „demografischen Problem“ leiden würden. „Wir werden bald in einem harten Wettbewerb um qualifizierte Arbeitnehmer stehen.“ Umso wichtiger sei es, sowohl Anreize für ausländische Fachkräfte zu schaffen, als auch inländische Potenziale besser zu nutzen, was dauerhaft dem deutschen Arbeitsmarkt zugute käme.

Bessere Bildungschancen für Kinder, flexiblere Lösungen für erwerbstätige Frauen in Verbindung mit ausgeweitetem Kinderbetreuungsangebot sowie Fortbildungen auch für ältere Arbeitnehmer etwa seien geeignet, um Fachkräftemangel und Arbeitslosigkeit in Deutschland gleichermaßen zu bekämpfen. Im Anschluss an den Vortrag folgte eine Diskussion, an der sich die Mitglieder der KERH rege beteiligten. Dazu steuerte auch Oberst Michael Hochwart, der neue Kommandeur der Technische Schule Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik und General der Heereslogistiktruppen, interessante Impulse zu dem offenen Austausch bei.

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