Notdienstpraxis in Eschweiler soll ab 23 Uhr schließen

Neuerung zum 1. April: Notdienstpraxis soll nach 23 Uhr nicht mehr besetzt sein

Und schon wieder gibt es Neuigkeiten zur Notdienstpraxis. Seit dem 1. Januar 2019 müssen Erwachsene die Praxis am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler aufsuchen, Kinder werden in der Praxis am Bethlehem-Gesundheitszentrum behandelt. Soweit so gut. Nun soll es zum 1. April allerdings eine weitere Neuerung geben.

Aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr unsere Zeitung, dass die Praxis in Eschweiler dann nämlich abends um 23 Uhr schließen und dementsprechend auch nicht mehr besetzt sein soll. Einen Fahrdienst soll es allerdings weiterhin geben. Der würde künftig allerdings zentral von Duisburg oder Düsseldorf aus gesteuert. Momentan ist die Praxis montags, dienstags und donnerstags ab 18 Uhr, mittwochs ab 13 Uhr und freitags ab 14 Uhr besetzt und jeweils bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr geöffnet. An den Wochenenden und an Feiertagen ist von 8 Uhr bis zum nächsten Tag um 8 Uhr ein Arzt vor Ort.

Und was bedeutet die Neuerung nun für die Patienten? Ist die Notdienstpraxis nicht besetzt, müssen sie in dringenden Fällen demnächst die Notfallambulanz des St.-Antonius-Hospitals in Eschweiler oder die des Bethlehem-Gesundheitszentrums in Stolberg aufsuchen – das ist auch heute schon möglich. In nicht ganz dringlichen Situationen kann natürlich auch der Hausarzt am nächsten Tag aufgesucht werden.

Erst Mitte Dezember waren zwei Vertreter der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) zu Gast in Stolberg und standen in der Sitzung des Stadtrates den Anwohnern und der Politik Rede und Antwort. Bereits damals sprachen die KV-Vertreter davon, dass die zentrale Anlaufstelle in Eschweiler künftig als sogenannte Portalpraxen – also Praxen, die gemeinsam von niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern betrieben werden – fungieren werde. Zudem überreichte der Rat der KV eine Resolution. In dieser lehnte die Stolberger Politik die Schließung des Stolberger Standortes ab und forderte die KV auf, die angekündigte Neuausrichtung auszusetzen und gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort im Rahmen eines runden Tisches eine Lösung zu finden. Mitte Januar gab es für die Stolberger dann allerdings einen Dämpfer. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann äußerte sich in einem Antwortschreiben an die  Bürgerinitiative für den Erhalt der Notfallpraxis in Stolberg. Diese hatte sich bereits Ende November  an Ministerpräsident Armin Laschet gewandt.

„Wir als Land Nordrhein-Westfalen beziehungsweise Gesundheitsministerium haben hierbei keine Mitwirkungs- oder Gestaltungsmöglichkeit“, hieß es in Laumanns Antwortschreiben. Danach war erst einmal Ruhe eingekehrt. Bis nun der neueste Plan der KVNO bekannt wurde. Von Seiten der KVNO gab es auf unsere Anfrage bisher keine Rückmeldung.

(se)
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