Stolberg: Nichts in der Passage der Stadthalle erinnert mehr an den alten Supermarkt

Stolberg : Nichts in der Passage der Stadthalle erinnert mehr an den alten Supermarkt

Auf die Zielgerade biegen auch die Arbeiten 100 Meter Luftlinie auf der anderen Seite der Vicht ein. Die Passage der Stadthalle hat sich bereits massiv verändert — auch wenn von außen bis auf den Schlitz in der Fassade oberhalb des Festsaals wenig davon zu bemerken ist.

Im Inneren erinnert fast nichts mehr an die alten Zeiten, als hier ein Fitness-Studio und viel Leerstand die 1997 aufgestockten Etagen dominierten. Lediglich das Pflegeheim für Senioren im Südflügel hat weiterhin Bestand. Allerdings erfolgte ein Wechsel des Betreibers. Zum 1. April 2015 übernahm Dr. Christoph Kösters mit seiner Itertalklinik Seniorenzentrum GmbH die 59 Pflegeplätze. Schon damals hatte er das Ganze im Blick. Und nachdem es im Frühjahr 2016 der Eigentümer-Familie Crous gelungen war, die Passage an die Wert-Invest zu veräußern, hat der Ausbau des mittleren Teils der Stadthalle als eine Residenz für Senioren Form angenommen. Zum 1. November dieses Jahres sollen die ersten Einheiten bezogen werden können.

Noch versperrt die alte Brandschutzwand in der Passage den Blick auf das neue Angebot. Aber hinter dem Edelstahlblech ist der Ausbau des neuen Entree bereits weit gediehen, das zudem weiterhin vom Parkplatz aus betreten werden kann. Ein moderner Empfang entsteht dort, wo bis Anfang 2013 die Kassen des Rewe-Marktes zum Bezahlen aufforderten. Den früheren Verbrauchermarkt mit 1200 m² Verkaufsfläche erkennt man nicht mehr wieder.

Parterre mit Blick auf den Garten des Kupferhofes Rosental entstehen zwölf zusätzliche Pflegezimmer. Weitere zwölf Plätze für die Tagespflege kommen hinzu. Und eine moderne Großküche für mehrere Heime der Itertalklinik-Gruppe. „Wir haben nach der Übernahme unserer GmbH durch die Düsseldorfer Alloheim neu konzipiert“, sagt Kösters. In den Häusern Simmerath, Roetgen und Walheim bleiben die Küchen erhalten. Von der Stadthalle aus werden zukünftig alle drei Einrichtungen in Stolberg, Kornelimünster und das neue Heim in Weisweiler versorgt.

Krach im alten Supermarkt

In dieser Woche wird noch einmal richtig Krach gemacht im alten Supermarkt. Dann wird eine weitere Betondecke aufgesägt. Damit entstehen dann in der Passage insgesamt drei Innenhöfe, die für zusätzliches Licht in den neuen Zimmern und Wohnungen sorgen werden.

In den früheren Büros und Fitnessräumen ist indes der Um- und Ausbau in betreute Wohnungen weit gediehen. 20 Einheiten zwischen 50 und 80 Quadratmeter entstehen in den Geschossen — die sicherlich attraktivsten davon im vierten Obergeschoss mit großzügigen Fensterfronten und rundum verlaufendem Balkon mit weitem Ausblick auch bis auf die Burg.

Trotz der Unbillen des Umbruchs, und darauf ist neben Kösters auch Marion Göbel als stellvertretende Heim- und Sozialdienstleiterin stolz, ist das Pflegeheim in der Stadtmitte nicht nur komplett belegt. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung bescheinigt dem Heim in allen Bereichen auch Bestnoten. Mit dem Ausbau werden auch alte Doppelzimmer neu gestaltet. Unter dem Strich steigt die Anzahl der Pflegeplätze auf 66.

Derweil sind in Alt Breinig alle Wohnungen vergeben. Die Auslastung der Pflegeplätze liegt bei 70 Prozent. „Nicht mangels Nachfrage, sondern weil wir nicht ausreichend weiteres qualifiziertes Personal finden können“, sagt Kösters. Aber auch daran wird gearbeitet.

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