Neues Kursangebot des Regiosportbundes Aachen

Städteregion : Der Schwimmkurs als Mittel für eine erfolgreiche Integration

Manasa wollte unbedingt teilnehmen. Als sie über ihre Schule von den Schwimmkursen erfuhr, die der Regiosportbund Aachen jetzt erstmals gemeinsam mit dem Bildungsbüro der Städteregion organisiert, gehörte sie zu den ersten, die sich anmeldeten.

Am Freitag geht der Kurs, der acht Einheiten umfasst und während der Herbstferien im Eschweiler Hallenbad angeboten wird, zu Ende. Und Manasa, die eigentlich einen anderen Namen trägt, kann mittlerweile mehrere Meter ohne Hilfe schwimmen. Das ist ein großer Erfolg für die 20-Jährige, die sich zwölf Jahre lang nicht mehr ins Wasser getraut hatte. Denn als sie acht war, wäre sie beinahe im Meer ertrunken.

Sicherlich ist Manasas Geschichte eine ganz besondere. Doch auch die übrigen Teilnehmer, die sich an diesem Morgen im Wasser tummeln, haben viel erlebt. Alle sind sie aus ihrer Heimat geflüchtet und in der Städteregion aufgenommen worden. Vieles ist in der Zwischenzeit zu kurz gekommen. Dass sie nicht oder nur sehr schlecht schwimmen können, mag da nur ein Randaspekt sein. „Aber indem man ihnen das Schwimmen beibringen, bietet man ihnen auch die Chance, Anschluss zu finden, die deutsche Sprache anzuwenden und sich damit insgesamt besser zu integrieren“, zeigt sich Stephan Mayer überzeugt.

Beim Regiosportbund ist er Fachkraft für den Bereich „Integration durch Sport“. Und als ihm vor einigen Monaten Ricarda Albrecht – städteregionale Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte – davon berichtete, dass auffällig viele jugendliche Geflüchtete keine Schwimmkompetenzen haben, reifte schnell der Plan, diesem Trend entgegenzuwirken.

Beginn noch in diesem Jahr

In Eschweiler und Herzogenrath ist er bereits umgesetzt worden, in Stolberg, Simmerath und Monschau sollen Kurse – allerdings einmal wöchentlich statt blockweise in den Ferien – noch in diesem Jahr beginnen. In allen Fällen ist sehr viel Arbeit mit der Vorbereitung verbunden, berichtet Stephan Mayer: „Die Schwimmvereine und die DLRG stoßen an ihre Grenzen. Das gilt auch für die Übungsleiter. Außerdem ist es sehr schwierig, Schwimmzeiten in den Hallen zu bekommen.“ Am Ende waren die Initiatoren dennoch erfolgreich, was nach ihrer Aussage vor allem an der ausgeprägten Kooperationsbereitschaft der Partner liegt. Mit ihnen will der Regiosportbund das neue Angebot dauerhaft etablieren. Dafür soll ein Pool von Übungsleitern gebildet werden.

Dass sich der Aufwand lohnt, steht für Sylke Reiter nach den acht Einheiten in Eschweiler fest: „Die Gruppe ist zwar sehr heterogen und die Betreuung eine echte Herausforderung“, berichtet die Fachwartin für „Schule und Verein“ bei den Wasserfreunden Delphin. „Doch das Ergebnis ist wirklich sehr positiv – nicht nur das sportliche.“

Mehr von Aachener Nachrichten